Online-Konferenz des Synodalen Weges
Online-Konferenz des Synodalen Weges
Claudia Nothelle (Archiv)
Claudia Nothelle (Archiv)

06.02.2021

Moderatorin Nothelle mit ihrer Sicht auf den Synodalen Weg "Es war nochmal ein sehr freier Austausch"

Der Synodale Weg, der Reformdialog der katholischen Kirche, hat sich digital getroffen. Die Teilnehmer diskutierten über Missbrauch, Macht und die Rolle der Frauen. Unter anderem Claudia Nothelle moderierte die Veranstaltung. Ihre Eindrücke?

DOMRADIO.DE: Der Synodale Weg, der Reformedialog der katholischen Kirche in Deutschland, hat sich digital getroffen. Es ging um die Themen Missbrauch, Macht und die Rolle der Frauen. Und wie bei Onlinekonferenzen üblich, gab es auch den einen oder anderen technischen Ruckler. Sie haben die Veranstaltung moderiert. Was war Ihr Eindruck die letzten zwei Tage?

Prof. Dr. Claudia Nothelle (Professorin für Fernseh-Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal): Ich war überrascht, wie gut das ging. Weil man weiß, wie oft die Leute den Knopf für das Mikrofon nicht finden oder das WLAN zusammenbricht. Ich kenne das auch alles aus eigener Erfahrung von der Hochschule her. Ich war sehr überrascht, wie intensiv und wie gut vor allem in den kleineren Gruppen der Austausch war. Und noch ein anderer Gedanke: Wie gut auch Onlinegottesdienste gelingen.

DOMRADIO.DE: Sie haben auch schon bei der analogen Sitzung vor einem Jahr in Frankfurt moderiert. Wo war da für Sie der Unterschied?

Nothelle Ein großer Unterschied ist natürlich, dass man in einem Raum, in dem alle zusammen sind, Stimmungen anders wahrnimmt. Man bekommt mit, wer mit wem redet, wer tuschelt, wer einen Kaffe gemeinsam trinkt. Dieser Austausch am Rande und das Gefühl für diese Stimmung ist etwas schwieriger zu bekommen. Aber ich hoffe, es hat auch in der Onlinevariante am Ende gut geklappt.

DOMRADIO.DE: Wie lief das ganze denn technisch ab für Sie?

Nothelle: In Bonn war eine kleine Gruppe, das Präsidium sowie Weihbischof Theising und ich. Wir haben das Ganze ja gemeinsam moderiert. Und da gab es ein großes Setting mit Kameras und Mikrofonen, mit Licht. Wir haben also nicht selbst mit der Laptop, Kamera oder mit Handy gedreht, sondern da war ein kleines technisches Zentrum. Und letztlich war das eine Konferenz über Zoom, das hier viele, viele gut kennen.

DOMRADIO.DE: Gibt es einen Moment oder ein Statement, das Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Nothelle: Ich glaube, da geht es mir wie den meisten anderen. Das war sicher für mich ein Highlight dieser Onlinekonferenz: die Statements der drei Vertreter des neu gegründeten Betroffenenbeirats.

DOMRADIO.DE: Es konnte ja nichts beschlossen oder abgestimmt werden. Sind Sie trotzdem zufrieden?

Nothelle: Ja, ich glaube, dass es manchmal sogar gut tut. Das ist ja eine freiwillige Verlängerungphase, die Corona uns da beschert hat. Und es war dadurch mehr Platz für den Austausch. Es konnten einfach Gedanken eingebracht und diskutiert werden, ohne dass am Ende stand: Oh, das müssen wir durchkriegen, das muss zu einer Abstimmung kommen. Sondern es war nochmal ein sehr freier Austausch.

Das Interview führte Katharina Geiger.

(DR)

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