Welche Folgen hat das Papstschreiben für den Synodalen Weg?
Teilnehmer beim Auftakt der Beratungen der Synodalversammlung

01.02.2020

Webfehler des Synodalen Wegs treten zutage Grundsätzliche Kritik zu Beginn der Reformdebatten

Grundsatzkritik, Geschäftsordnungsanträge, Debatten und Abstimmungen - die erste katholische Synodalversammlung in Frankfurt hat ihre Arbeit aufgenommen. Von Chancen und Aufträgen war die Rede, Nervösität und Heiterkeit zu spüren.

Mit Vorstößen interner Kritiker hat die Vollversammlung des Synodalen Wegs am Freitag im ehemaligen Frankfurter Dominikanerkloster begonnen. Dabei kamen drei Webfehler des weltweit einzigartigen Reform-Experiments offen zur Sprache. Sie führten aber nicht dazu, dass der Synodale Weg vor Beginn der Sachdiskussionen abgebrochen wurde.

Vielmehr setzte das aus 230 Geistlichen und Laien bestehende Gremium seine Arbeit fort, um über die Besetzung der Arbeitskreise ("Foren") zu entscheiden, die bis zur nächsten Synodalversammlung im Herbst inhaltliche Vorschläge erarbeiten sollen.

Söding spricht vor Chance und Auftrag

Ein Manko des Synodalen Wegs sprach in seinem Einführungsreferat der Bochumer Theologieprofessor Thomas Söding an, der zu den Unterstützern des Reformdialogs zählt. Er räumte ein, dass der Synodale Weg sich auf kirchenrechtlich nicht definiertem Gelände bewegt, sieht darin aber zugleich eine Chance und einen Auftrag.

Er bemühte Vergleiche mit der Lage der frühen Christenheit, als der Apostel Paulus seinen Missionsauftrag im damals heidnischen Griechenland theologisch zu begründen suchte. Der Synodale Weg müsse seine kirchenrechtlichen Defizite durch theologische Stärke ausgleichen, so die Botschaft des Neutestamentlers.

Kritische Worte von Bischof Voderholzer

Die erste kritische Intervention des Tages kam dann vom Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Er zog eine der wichtigsten Grundlagen des Synodalen Wegs in Zweifel und erklärte, es sei keineswegs wissenschaftlich bewiesen, dass die katholische Sexualmoral oder der Priesterzölibat zum sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch Geistliche geführt habe. Genau dieser vereinfachte Zusammenhang werde aber in der Öffentlichkeit immer wieder hergestellt. Voderholzer mahnte deshalb eine vergleichende Forschung mit anderen gesellschaftlichen Bereichen an.

Obwohl einige Teilnehmer die Grundsatzkritik Voderholzers teilten - er erhielt Applaus von etwa einem Zehntel der Teilnehmer - führte dies nicht zu einer erbitterten Grundsatzdebatte. Mehrere Redner sagten, Veränderungen in der kirchlichen Praxis seien selbst dann dringend erforderlich, wenn man den Missbrauchsskandal nur als Auslöser der Kirchenkrise und nicht als Ursache begreife. Dem grundsätzlichen Bedarf nach weiteren wissenschaftlichen Studien stimmten die meisten Redner gleichwohl zu.

Vorstoß von Stadtdechant Picken

Einen weiteren Vorstoß mit grundsätzlicher Kritik lancierte eine Gruppe um den Bonner Stadtdechanten Wolfgang Picken. Ihnen ging es um die Frage, welche Rechte jene Teilnehmer haben, die weder als Mitglieder der Bischofskonferenz noch als ZdK-Teilnehmer dabei sind.

Ihre Rechte in den "Foren" seien ungeklärt. Diese rund 60 "Sonstigen" wurden über verschiedene Räte und Vereinigungen benannt. Mit ihrer Forderung nach einer Satzungsänderung brachten sie ein grundsätzliches Unbehagen zum Ausdruck, das weit über diesen Kreis hinausgeht.

Es resultiert aus der Beobachtung, dass die Zusammensetzung des Synodalen Wegs in den vergangenen Monaten durch wenig transparente Verhandlungen zwischen den beiden Großorganisationen Bischofskonferenz und ZdK festgelegt wurde. Der Vorstoß der "Unabhängigen" wurde zwar nicht als Antrag zugelassen, weil er die geltende Satzung in Frage stellte. Er führte jedoch dazu, dass das Präsidium zusagte, für mehr Transparenz und Ausgewogenheit bei der Zusammensetzung der Foren zu sorgen.

Stärkung der Frauenrechte

Neben grundsätzlicher Kritik widmete sich die Versammlung einer Reihe von Anträgen zur Änderung der Geschäftsordnung. Sie nahm mit Zweidrittelmehrheit zwei Anträge an, die als Stärkung der Frauenrechte begründet wurden: Künftig muss das Tagungspräsidium stets geschlechter-paritätisch besetzt werden. Außerdem gilt - wenn ein entsprechender Antrag gestellt wird - ein Beschluss der Versammlung nur dann als angenommen, wenn eine Mehrheit der teilnehmenden Frauen ihm zugestimmt hat.

Trotz der zeitweise nervös geführten Geschäftsordnungsdebatten gab es am ersten Tag der Versammlung auch viel Heiterkeit und besinnliche Momente. Für letztere sorgte mit meditativen Impulsen ein geistliches Begleiter-Duo, das aus dem Jesuitenpater Bernd Hagenkord und der Theologin Maria Boxberg von der Gemeinschaft Christlichen Lebens besteht.

Ludwig Ring-Eifel
(KNA)

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