Der Synodale Weg nimmt an Fahrt auf
Konferenz zur Vorbereitung des "synodalen Wegs"
Professor Georg Essen
Professor Georg Essen

19.09.2019

240 deutschsprachige Theologen für das Reformprojekt Nachdrücklich für den "synodalen Weg"

Die Debatte um den Reformkurs der katholischen Kirche in Deutschland hatte jüngst noch einmal Fahrt aufgenommen. Nun haben sich 240 deutschsprachige Theologen nachdrücklich für das Reformprojekt "synodaler Weg" ausgesprochen.

Die "systemischen Bedingungen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche und seiner Vertuschung" erforderten Konsequenzen und eine klare Aufarbeitung, heißt es in einer am Donnerstag in Salzburg veröffentlichten Erklärung der "Arbeitsgemeinschaft katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie".

Folgen für katholische Theologie als wissenschaftliches Fach

Der von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) angestoßene "synodale Weg", der auch die Missbrauchskrise auf der Agenda hat, sei "mit aller Entschiedenheit zu verfolgen", so die Theologenvereinigung weiter.

Die in den vergangenen Jahren bekannt gewordenen Missbrauchsfälle und der Umgang damit hätten auch Folgen für die katholische Theologie als wissenschaftliches Fach. Auch bei der Frage nach konkreten Konsequenzen setze die Arbeitsgemeinschaft Erwartungen in den "synodalen Weg", hieß es.

Die Arbeitsgemeinschaft katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie des deutschen Sprachraums ist der Zusammenschluss der an Universitäten und Hochschulen in diesen Fächern lehrenden und forschenden sowie emeritierten Professorinnen, Professoren und Habilitierten.

"Heiße Eisen anpacken"

Geleitet wird das Netzwerk von dem Bochumer Dogmatikprofessor Georg Essen. Bei ihrer bis Mittwoch dauernden Konferenz in Salzburg hatte die Theologenvereinigung "Anfragen an Struktur und Amtsverständnis der römisch-katholischen Kirche" diskutiert.

Der Salzburger Fundamentaltheologe Gregor Maria Hoff, ebenfalls Mitglied der Arbeitsgemeinschaft, hatte sich in einem Interview der Wiener Presseagentur "Kathpress" im Frühjahr dafür ausgesprochen, das Thema Missbrauch "auch in seinem gesamten kirchlichen Bedingungsgefüge" zu analysieren.

Dabei auch "heiße Eisen anzupacken", sei ein "Gebot der Stunde". In den Blick zu nehmen seien der Umgang mit Macht, die kirchliche Sexualmoral, die Frage nach dem Zölibat "und nicht zuletzt nach dem Ort der Frauen in einer Klerikerkirche", sagte Hoff. Genau diese Themen sind auch Inhalt der vier vorbereitenden Foren für den "synodalen Weg" in Deutschland.

(KNA)

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