Symbolbild: Neuevangelisierung
Symbolbild: Neuevangelisierung

15.08.2019

Maria 1.0 fordert Fokus auf "Neuevangelisierung" beim "synodalen Weg" Ein weiteres Gesprächsforum?

Kommt die Neuevangelisierung beim "synodalen Weg" der Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken zur kurz? Die Gruppe Maria 1.0 fordert ein eigenes Gesprächsforum dazu.

Die Gruppe Maria 1.0 aus dem oberbayerischen Schongau verlangt ein Forum "Neuevangelisierung" bei der angekündigten Reformdebatte der katholischen Kirche in Deutschland.

Die bisherigen Verlautbarungen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) gäben Anlass zur Sorge, dass der Brief von Papst Franziskus "an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland" zu wenig Berücksichtigung beim geplanten "synodalen Weg" finden werde, teilte Maria-1.0-Initiatorin Johanna Stöhr am Donnerstag mit. Nach den Worten des Papstes müsse Evangelisierung vorrangiges Thema beim "synodalen Weg" sein.

Stöhr: Evangelisierung muss "Leitkriterium" sein

Franziskus schreibe deutlich, dass die Evangelisierung "unser Leitkriterium schlechthin sein muss, unter dem wir alle Schritte erkennen können, die wir als kirchliche Gemeinschaft in Gang zu setzen gerufen sind", so Stöhr. Die Evangelisierung bilde die eigentliche und wesentliche Sendung der Kirche.

Es gebe viele Beispiele erfolgreicher neuer Wege der Verkündigung des Evangeliums im deutschsprachigen Raum, wo die Zukunft der Kirche schon heute gestaltet werde. Diese Ansätze sollten beim "synodalen Weg" aufgegriffen werden, wie Stöhr meint.

Reaktion auf "Maria 2.0"

Die Schongauer Lehrerin hat die Aktion Maria 1.0 im Mai als Reaktion auf die Bewegung Maria 2.0 ins Leben gerufen, die sich von Münster aus zu einer bundesweiten Protestwelle samt "Kirchenstreik" gegen eine männerdominierte katholische Kirche und für den Zugang von Frauen zu Weiheämtern entwickelt hatte. Stöhr ist der Ansicht, "Maria braucht kein Update". Sie wolle zeigen, "dass es auch Frauen gibt, die treu zur Lehre der Kirche halten".

Den "verbindlichen synodalen Weg" zur Erneuerung der Kirche haben die deutschen katholischen Bischöfe im Frühjahr unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals angestoßen. Mit ihm wollen sie Lehren daraus ziehen und Vertrauen zurückgewinnen. Der Startschuss für die eigentlichen Reformgespräche soll Anfang Dezember fallen. Das erste große Treffen ist für 2020 geplant.

Die Regeln wollen DBK und ZdK bis Herbst in einem Statut festlegen. Der Dialog ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Der Papst betonte in einem Brief an die Katholiken in Deutschland, dass der Begriff des "synodalen Wegs" noch unklar sei und "sicherlich noch tiefer in Betracht gezogen werden" müsse.

(KNA)

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