Gesprächsprozess in der katholischen Kirche
Gesprächsprozess in der katholischen Kirche

05.07.2019

Eckdaten zum Reformdialog in der Kirche "Gesprächsprozess" und "synodaler Weg"

Nach der Missbrauchskrise das Vertrauen wiedergewinnen - dieses Bestreben gab es 2010 schon einmal in der deutschen katholischen Kirche. Schnell wurde ein Prozess gestartet, der nach fünf Gesprächsforen 2015 beendet wurde. Die wichtigsten Eckdaten. 

Die katholische Kirche in Deutschland will nach Möglichkeit im Frühjahr 2020 einen Reformdialog starten. Dabei soll es um die Themen Macht, kirchliche Sexualmoral, Lebensform der Priester und die Rolle der Frau gehen. Ziel ist es, nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen und zugleich nach Wegen für die Zukunft des kirchlichen Lebens zu suchen.

Januar 2010: Der damalige Leiter des Canisius-Kollegs der Jesuiten in Berlin, Pater Klaus Mertes, bringt die Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der deutschen Kirche ins Rollen. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann wird wenig später Sonderbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Missbrauchsfälle.

September 2010: Erzbischof Robert Zollitsch schlägt bei der Vollversammlung der Bischöfe in Fulda einen "breiten Reflexionsprozess" von Bischöfen, Priestern und Laien vor. Damit soll angesichts des Missbrauchsskandals Vertrauen in die Kirche wiedergewonnen werden.

Juli 2011: In Mannheim startet die Bischofskonferenz das erste von fünf Gesprächsforen zum Dialogprozess. Daran nehmen rund 300 Vertreter des kirchlichen Lebens teil.

September 2011: Papst Benedikt XVI. besucht Deutschland und stößt mit seinen Reden eine Debatte über Entweltlichung und Glaubensverkündigung an.

Mai 2012: Der Katholikentag in Mannheim nimmt die Debatten über innerkirchliche Reformen mit seinem Motto "Einen neuen Aufbruch wagen" auf.

September 2012: Beim zweiten Gesprächsforum in Hannover geht es unter anderem um einen anderen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen.

Diese sind nach kirchlicher Lehre vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen.

Juni 2013: In Köln laden die Bischofskonferenz und Kardinal Joachim Meisner zu einem "Eucharistischen Kongress". Rund 47.000 Menschen folgen dieser Einladung. Erzbischof Zollitsch wertet das Glaubenstreffen als "Ermutigung" für den Dialogprozess.

September 2013: Das dritte Gesprächsforum in Stuttgart markiert die "Halbzeit" beim Dialogprozess. Kritiker wie "Wir sind Kirche" beklagen mangelnde Fortschritte. Bei Themen wie der Gleichstellung der Frauen oder der Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zur Eucharistie sei "noch keine wirkliche Bewegung seitens der Bischöfe" zu erkennen.

Dezember 2013: In Trier beginnt eine Diözesansynode. Sie soll auch brisante gesamtkirchliche Themen wie die katholische Sexuallehre aufgreifen.

Mai 2014: Kurz vor dem Katholikentag in Regensburg bekräftigt Zollitschs Nachfolger an der Spitze der Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, den Dialogprozess kraftvoll fortführen zu wollen.

September 2014: Das vierte Gesprächsforum in Magdeburg trägt den Titel "Ich bin eine Mission - heute von Gott reden". Kardinal Marx dämpft Hoffnungen auf eine erste gesamtdeutsche Synode; dafür sei "jetzt nicht der Zeitpunkt".

Oktober 2014: In Rom tritt die von Papst Franziskus einberufene außerordentliche Weltbischofssynode zu Ehe und Familie zusammen. Die deutschen Bischöfe lassen erste Ergebnisse des Dialogprozesses auch in ihr Vorbereitungspapier zur Synode einfließen. Im Oktober 2015 tagte die Weltbischofssynode erneut, um über Ehe und Familie zu beraten.

Mai 2015: Die deutschen Bischöfe veröffentlichen eine reformierte Fassung des kirchlichen Arbeitsrechts für die mehr als 700.000 Mitarbeiter von katholischer Kirche und Caritas. Mit der Reform geht die Kirche auf wiederverheiratete Geschiedene und Mitarbeiter zu, die in eingetragenen Lebenspartnerschaften leben. Zudem wird festgelegt, wie die Gewerkschaften künftig bei den Verhandlungen über kirchliche Arbeitsvertragsbedingungen beteiligt werden.

September 2015: Nach dem fünften und letzten Gesprächsforum in Würzburg betonen Laien und Bischöfe in ihrem Abschlusspapier zum Gesprächsprozess, den Dialog auch in den nächsten Jahren fortsetzen zu wollen.

September 2018: Bei der Herbstvollversammlung der Bischöfe stellen beteiligte Wissenschaftler die Ergebnisse der von den Bischöfen in Auftrag gegebenen Missbrauchsstudie vor. Demnach haben die Forscher 3.677 Betroffene sexueller Übergriffe von mindestens 1.670 Priestern und Ordensleuten in den Akten von 1946 bis 2014 gefunden.

März 2019: Nach intensivem Ringen beschließen die deutschen Bischöfe im Frühjahr 2019 einen "verbindlichen synodalen Weg". Dabei soll es vor allem um die Themen Macht, kirchliche Sexualmoral und Lebensform der Priester gehen.

Juni 2019: Erstmals in der jüngeren Geschichte wendet sich ein Papst in einem Brief an das "pilgernde Volk Gottes in Deutschland". In dem 19-seitigen Papier lobt er das Engagement und die Reformanstrengungen der deutschen Katholiken. Zugleich mahnt Franziskus die Einheit mit der Weltkirche an. Leitkriterium der Erneuerung müsse die Evangelisierung sein.

(KNA)

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