Wie sieht das Zukunftsbild in den Gemeinden aus?
Wie sieht das Zukunftsbild in den Gemeinden aus?
Trauernde möchten individuell begleitet werden
Trauernde möchten individuell begleitet werden

23.03.2019

Wie sieht das Bild von der Zukunft in Pfarrgemeinden aus? Impulsgeber für pastorale Innovationen

Neugeborene taufen, sich für eine Ehe entscheiden, auf Trauerfälle reagieren. Grundsätzliche Fragen des Lebens, auf die Kirchengemeinden antworten müssen. Das Bistum Essen versucht mit der Start-up-Szene neue Impulse zu setzen.

DOMRADIO.DE: Wie sehen die Veränderungen im Gemeindeleben aus und wie will das Zukunftsbild darauf reagieren?

Monsignore Dr. Michael Dörnemann (Domkapitular und Leiter der Steuerungsgruppe "Zukunftsbildprozess" im Bistum Essen): Die Veränderungen im Gemeindeleben finden ja schon seit Jahren oder Jahrzehnten statt. Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass Trauernde zu ihrer Kirchengemeinde gehen und beim Pfarrer um ein Requiem und die anschließende Beisetzung bitten. Viele schauen sehr individuell, wie so eine Beisetzungsfeier stattfinden kann. Da steht dann die Frage im Raum: Was passt zum Leben des Verstorbenen?

Darauf wollen wir reagieren, dass Glaube heutzutage für viele Menschen eine Option ist. Nicht nur, was das Glauben an sich angeht, sondern auch wie wir Glauben leben und feiern. Und so versuchen wir, über die Zukunftsbildprojekte in die Pastoral unserer Pfarreien und Gemeinden Impulse zu setzen, die die Hauptberuflichen und die engagierten Ehrenamtlichen aufgreifen können, um ihre Pastoral vor Ort neu auszurichten.

DOMRADIO.DE: Jetzt gibt es bei Ihnen ja eine ganze Reihe von Projekten. Zwei Beispiele aus dem Konzept sind kirchliche Start-ups oder auch die Frage, was wird aus unserer leerstehenden Kirche. Wie läuft das genau ab?

Dörnemann: Die Start-ups greifen die derzeitige aktuelle Diskussion um Gründerbüros insgesamt auf. Inwieweit können wir Kontakte auch zur Start-up-Szene in unseren Ruhrgebietsstädten finden? Das sieht derzeit so aus, dass jemand von unserer Jugendkirche "Gleis X" zusammen mit einer Gemeindereferentin hier bei uns eine neue Form eines Büros einrichtet. Durch den Kontakt zur Start-up-Szene im Ruhrgebiet lassen sich sozusagen auch für interessierte Menschen aus Pfarreien und pastoralen Handlungsorten Impulse ableiten.

Die Frage ist, was können wir von Start-ups lernen und wie können wir sozusagen deren Zugänge auch für unsere Pastoral nutzbar machen? Das ist ein Projekt, das eher auf einer Meta-Ebene angesiedelt ist.

DOMRADIO.DE: Wer ist denn alles am Zukunftsbild beteiligt oder wie kann man sich da jetzt selber als Gemeindemitglied im Bistum Essen einbringen?

Dörnemann: Sie können sich mit den Verantwortlichen, die auf der Internetseite als Projektleiter verzeichnet sind, melden und mitarbeiten. Die Arbeitsweisen der Projektgruppen sind sehr unterschiedlich. Es gibt einzelne Projekte, die durch eine feste Projektgruppe begleitet und unterstützt werden.

Manche Projektleiter arbeiten aber auch spontan mit unterschiedlichen Akteuren, die Interesse am Thema haben oder mit Kooperationspartnern, die für die Fortführung des Projektes wichtig sind. Die Arbeitsweisen sind je nach Projekt sehr unterschiedlich.

DOMRADIO.DE: Haben Sie einen Tipp für Gemeinden in anderen Bistümern oder für die Bistümer selbst in diese Richtung?

Dörnemann: Wichtig ist, glaube ich, dass man auf Bistumsebene einmal die Entwicklungen, die es gesamtgesellschaftlich gibt, aufgreift und versucht, Impulsgeber für pastorale Innovationen zu sein. Vor allen Dingen darf man nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auftreten oder sagen, wir erfinden die Welt neu, alles was früher stattfand, ist schlecht. So darf man auf keinen Fall agieren.

Man muss parallel zu den sicherlich auch weiteren guten Arbeitsweisen in der Pastoral, in Pfarreien, in pastoralen Handlungsorten und in unseren Verbänden neue Möglichkeiten anbieten, die gleichzeitig auch das Alte von Innen her erneuern. Von daher kommen auch immer wieder Verbandsvorsitzende, Pfarrer, pastorale Gemeindereferenten und Pfarrgemeinderatsvorsitzende zu uns und fragen an, ob wir nicht mal das eine oder andere Projekt der Bistumsebene auch in einer Pfarrei konkret mitbegleiten können.

So sind beispielsweise die Segnungsgottesdienste für werdende Eltern mittlerweile in ganz vielen Städten unseres Bistums da. Viele Pfarreien greifen diese Initiative auf und sagen, wir führen auch bei uns solche Segnungsgottesdienste durch.

DOMRADIO.DE: Sie sind zuständig in der Pastoral im Bistum Essen. Worauf kommt es Ihrer Meinung also an, wenn man jetzt Gemeindeleben kreativ neu denken möchte?

Dörnemann: Vor allen Dingen muss man mit den Menschen vor Ort gemeinsam einen Weg gehen und dabei nicht nur diejenigen im Blick behalten, die Sonntag für Sonntag kommen. Man kann auch über Kindertageseinrichtungen, Schulen, Familienzentren, Krankenhäuser, karitative Einrichtungen und über soziale Stadtteil-Quartiers-Arbeit mit Menschen in Kontakt kommen, die sicherlich gerne an der ein oder anderen Stelle auch mit der Kirche etwas gemeinsam machen wollen.

Sie gehören aber sicherlich nicht zu denen, die jetzt Sonntag für Sonntag bei uns sind oder sich sofort in einer Gemeinde in einem Ehrenamt engagieren wollen. Sie möchten eher punktuell "berührt" werden. Wir wollen über die "aufsuchende" Pastoral, die ja auch schon länger im Gespräch ist, Projekte in Gang bringen.

Das Interview führte Katharina Geiger.

(DR)

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