28.04.2013

Abschluss der Freiburger Diözesanversammlung Zollitsch sagt Reformen zu

Zum Abschluss der Freiburger Diözesanversammlung hat Erzbischof Robert Zollitsch zugesagt, die von den 300 Delegierten entwickelten kirchlichen Reformvorschläge aufzugreifen.

"Nichts wird vergessen werden oder verloren gehen. Ich stehe dafür ein, dass die Themen auf dem Tisch bleiben", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Sonntag in Freiburg. Konkret kündigte der Bischof an, sich dafür einzusetzen, in der katholischen Kirche ein neues Amt der Diakonin zu schaffen. Auch habe er vor, auf wiederverheiratete Geschiedene zuzugehen, die bislang von wichtigen Teilen des kirchlichen Lebens - etwa vom Kommunionempfang - ausgeschlossen sind. "Mir liegt daran, ohne die Unauflöslichkeit der Ehe in Frage zu stellen, die betroffenen Frauen und Männer ernst zu nehmen", sagte Zollitsch. Dabei gehe es um mehr als um den Sakramentenempfang: "Es geht um Hilfe und Begleitung aus dem Glauben."

Dazu wird im Erzbistum Freiburg an einer sogenannten seelsorgerischen "Handreichung" für alle Pfarrgemeinden gearbeitet. Diese könnte beispielsweise Wiederverheirateten den Gang zur Kommunion offiziell erlauben, wenn sich die Betroffenen auf Gespräche und Begleitung von Seelsorgern einlassen und somit dokumentieren, die erste Ehe nicht leichtfertig beendet zu haben. Denkbar wäre auch eine neue Form der Segnung für eine zweite Ehe. Ob und wann das Papier veröffentlicht wird, ist derzeit aber unklar.

Die von Donnerstag bis Sonntag tagende Freiburger Diözesanversammlung hatte zum Abschluss zahlreiche Reform- und Veränderungsvorschläge an Erzbischof Robert Zollitsch gerichtet. So sprachen sich die Delegierten aus dem gesamten Erzbistum für eine Stärkung von Frauen in der Kirche, eine Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zu den Sakramenten und für Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare aus. Zudem sollten Nicht-Kleriker, also auch Frauen, in Sonntagsgottesdiensten predigen dürfen.

Keine Abstimmungen

Die Reformvorstöße wurden von den 100 Frauen und 200 Männern in nach Themen organisierten Kleingruppen erarbeitet und dann im Plenum der Versammlung in der Freiburger Martinskirche vorgestellt. Eine Abstimmung über die 33 Einzelforderungen fand nicht statt; allerdings hatten die Delegierten die Möglichkeit, mittels Vergabe von "Zustimmungspunkten" ihre Unterstützung oder Ablehnung zu signalisieren. Einige Delegierte äußerten Kritik an diesem Verfahren und beklagten das Fehlen einer kontroversen Plenardebatte und echter Abstimmungen.

Als weitere Vorschläge sprachen sich die Delegierten beispielsweise für eine leichter verständliche Sprache in der Kirche oder eine Öffnung zu "Gegenwartskulturen" aus. Zudem müsse das Leben in den Seelsorgeeinheiten vor Ort spiritueller werden. Auch wurden die Katholiken aufgerufen, sich mehr für Kranke, Behinderte und Menschen am Rande der Gesellschaft einzusetzen und die Arbeit von Caritas mit den Kirchengemeinden enger zu vernetzen. Zollitsch betonte, die kirchlichen Angebote für Kinder brauchten neue Impulse. Eltern müssten bei der religiösen Erziehung ihrer Kinder besser begleitet werden.

Zentrale Bestandteile der ersten Freiburger Diözesanversammlung seit mehr als 20 Jahren waren neben den inhaltlichen Beratungen auch Gottesdienste, Gebete und geistliche Impulse. Das Treffen endete am Sonntagmittag mit einem Festgottesdienst im Freiburger Münster. Zollitsch lud die Delegierten ein, in einem Jahr erneut zusammenzukommen, um sich über den Stand der Umsetzung der Empfehlungen zu "vergewissern" und zu "informieren".

(KNA)

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