24.05.2008

Gerechtigkeit, Ökumene, Bildung und die Zukunft der Kirche Die heißen Eisen angepackt

Mit einem feierlichen Gottesdienst ging der Katholikentag in Osnabrück am Sonntag zu Ende. Im Mittelpunkt der letzten Tage standen die Themen weltweite Gerechtigkeit, Ökumene, Bildung und die zukünftige Gestalt von Kirche. Die Veranstalter zeigten sich mit den Ergebnissen zufrieden. Hier finden Sie alle Inhalte zum Katholikentag.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Hans Joachim Meyer, sprach vor Journalisten von einem selbstbewussten Treffen der Laien. Dabei seien alle heißen Eisen angefasst worden. Dies gelte für gesellschaftliche wie für innerkirchliche Fragen. Die Katholiken säßen nicht in einer Nische, sondern wollten die Gesellschaft aktiv gestalten. Entsprechend handle es sich um einen "nachdenklichen und sich sorgenden Katholikentag".ZDK-Präsident scheidet 2009 aus dem Amt ausProf. Meyer hatte außerdem angekündigt, sich im kommenden Jahr nicht mehr für eine Wiederwahl als ZDK-Präsident zur Verfügung zu stellen. Der frühere sächsische Wissenschaftsminister und CDU-Politiker führt das ZdK seit 1997 und ist der erste Ostdeutsche in dieser Position.Fülle und ÜberfüllungDer gastgebende Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode sprach von einer "gelungenen Mischung aus Feier und Fest". Zudem sei der Katholikentag besonders ökologisch gewesen, da aufgrund der kurzen Wege alle fast alles zu Fuß gemacht hätten. Bode bezeichnete das Christentreffen als "einziges Geschenk". Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, zeigte sich erfreut über die vielen jungen Teilnehmer. Dass in Osnabrück Kirchen wegen Überfüllung geschlossen werden mussten, wertete er als gutes Zeichen - "wenn auch nicht für diejenigen, die noch hinein wollten".Erzbischof Robert Zollitsch hat angekündigt ein Konzept vorzulegen, nachdem auch Laien als Seelsorger tätig werden dürfen. Wenn Frauen als Seelsorgerinnen tätig seien, könne dies auch eine Antwort auf den Priestermangel in der katholischen Kirche sein, so Zolitsch vor Journalisten. Kardinal Karl Lehmann bot der evangelischen Kirche in Deutschland bei einer Diskussion Unterstützung bei der Vorbereitung des Luther-Jubiläums 2017 an. "Vielleicht werden wir Katholiken dabei, auch wenn wir nicht Veranstalter sind, eine wichtige Rolle übernehmen", so der ehemalige Vorsitzende der Bischofskonferenz. Er wandte sich gegen eine einseitige "Ökumene der Profile" und forderte weitere Sacharbeit. Das ökumenische Feuer brenne immer noch und dürfe nicht verlöschen.Fairer Welthandel Bambergs Erzbischof Ludwig Schick ist skeptisch über die Chancen für einen gerechten Welthandel. "Die Dinge verschlechtern sich eher, als sie sich verbessern", sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz in Osnabrück. Er kritisierte Teile der deutschen Exportwirtschaft und rief dazu auf, stärker die Perspektive der Entwicklungsländer zu beachten.Der Erzbischof rief die Wirtschaft auf, sich an der Schaffung sozialer Standards in den Entwicklungsländern zu beteiligen. So müssten funktionierende Gewerkschaften, Betriebsräte sowie eine betriebliche Ethik geschaffen werden.Der honduranische Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga prangerte die Preispolitik internationaler Öl-Konzerne an. Dass der Preis durch Angebot und Nachfrage geregelt werde, sei eine Mär. Rodriguez kritisierte, dass niemand etwas gegen die hohen Erdölpreise unternehme. An ihnen verdienten die Konzerne eine Menge Geld; zugleich zahlten sie den Staaten, in denen sie arbeiteten, kaum Steuern. Eine unabhängige Beratung für Eltern, die ein behindertes Kind erwarteten, forderte der ehemalige Limburger Bischof Franz Kamphaus. Damit sollten Perspektiven für ein Leben mit Behinderung aufgezeigt werden. Er kritisierte, dass nach einer vorgeburtlichen Diagnose inzwischen "fast alle Kinder mit genetisch Gestern hatten nach Angaben der Veranstalter rund 60.000 Menschen das Treffen besucht, darunter die Bundesminister Wolfgang Schäuble und Annette Schavan (CDU) sowie FDP-Chef Guido Westerwelle. Der Katholikentag steht unter dem Motto "Du führst uns ins hinaus ins Weite". Er endet am Sonntag mit einem Gottesdienst in einem Sportstadion. Der nächste Katholikentag steht 2012 im baden-württembergischen Mannheim an.

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