MOAS-Gründer überreichen Kardinal Woelki Fahne des Rettungsschiffes
MOAS-Gründer überreichen Kardinal Woelki Fahne des Rettungsschiffes
Regina und Christopher Catrambone
Regina und Christopher Catrambone

05.01.2017

Hilfsorganisation MOAS dankt dem Erzbistum Köln Unter der Flagge der Menschlichkeit

Die Hilfsorganisation MOAS überreichte Kardinal Woelki an diesem Donnerstag die Fahne ihres Rettungsschiffes als Zeichen der Verbundenheit zum Erzbistum Köln  - und bedankte sich für die Unterstützung ihrer Rettungsaktionen im Mittelmeer.

Petrus und Paulus, zwischen ihnen die päpstliche Krone mit einem silbernen und einem goldenen Schlüssel, die sich kreuzen: Das ist das Motiv der Flottenfahne, die Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki bei einem Treffen mit den Gründern der Flüchtlings-Hilfsorganisation MOAS, überreicht bekam.

Die Hilfsorganisation MOAS ("Migrant Offshore Aid Station") ist seit 2014 mit einem 40 Meter langen Schiff im zentralen Mittelmeer unterwegs, um Flüchtlinge in Seenot zu retten. Von Anfang an war die "Phoenix" unter dieser Fahne unterwegs, auch weil der Papstbesuch auf Lampedusa im Juli 2013 wichtigen Ausschlag gegeben hatte für die Gründung der Organisation: Damals hatte Franziskus angesichts der vielen Toten im Mittelmeer von einer "Globalisierung der Gleichgültigkeit" gesprochen. "Die mahnenden Worte konnten wir nicht vergessen", erinnert sich Christopher Catrambone. Er und seine Frau Regina beschlossen daraufhin, aktiv zu werden: Das auf Malta lebende Ehepaar kaufte ein Schiff und gründete MOAS. "Wir konnten nicht mehr weitermachen wie zuvor, wir konnten die Katastrophe nicht einfach ignorieren!", erzählt er. Bis heute hat die Organisationen nach eigenen Angaben über 11.000 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet.

Verbundenheit zwischen Köln und Malta

Seit der Solidaritätsaktion "23.000 Glockenschläge" am 19. Juni 2015 steht das Erzbistum Köln in engem Kontakt zu MOAS. Rund 230 Kirchen im Erzbistum Köln hatten den Solidaritätsabend für Flüchtlinge auf dem Roncalliplatz unterstützt und im Gedenken an die Flüchtlingsopfer ihre Totenglocke geschlagen. 23.000 Glockenschläge erinnerten an jeden Flüchtling, der seit dem Jahr 2000 bis zum Zeitpunkt der Aktion im Mittelmeer ertrank. Im Jahr der Barmherzigkeit und zu seinem 60. Geburtstag im vergangenen Jahr rief Kardinal Woelki zu Spenden für die Flüchtlingshilfe auf.

"Ohne die Kölnerinnen und Kölner wären wir nicht in der Lage gewesen, so viele Menschenleben zu retten", sagt Christopher Catrambone. Die Fahne, die als Leihgabe an das Erzbistum geht, soll ihre Dankbarkeit ausdrücken. "Noch nie haben wir diese Fahne vom Boot abgenommen, das ist das erste Mal", so Catambrone. "Es soll ein Symbol für die Verbundenheit zwischen MOAS und Köln sein. Die Menschen in Köln haben uns ermöglicht, weiterzumachen, sie sind nun Teil von uns und deswegen wollen wir das ideell Wertvollste, was wir haben, hier lassen!"

Woelki fordert Marschall-Plan für Afrika

Der Kardinal zeigte sich erfreut: "Es ist auch das Wappen des Vatikans, mit Petrus und Paulus als den zentralen Figuren, die wir verehren und auf deren Fundament wir stehen. Dass sie gewissermaßen über See fahren, dass Menschenleben gerettet werden unter der Fahne der Kirche finde ich ein tolles Symbol, das bedeutet mit sehr viel!"

Kardinal Woelki verband das Treffen mit einer politischen Botschaft und forderte eine stärkere Bekämpfung der Fluchtursachen in Afrika. Wenn es nicht gelinge, die Lebensverhältnisse der Menschen zu verbessern, werde der Flüchtlingsstrom nicht abreißen und würden noch mehr Menschen im Mittelmeer ertrinken, so Woelki: "Es hilft ja nicht, zu debattieren und Obergrenzen zu fordern. Es kommt darauf an, zu helfen und Menschenleben zu retten. Das ist nur ein Teil der Lösung, deswegen ist es notwendig, dass die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft einen Marschall-Plan für Afrika entwickeln, wie es ihn auch nach dem Zweiten Weltkrieg für das zerstörte Deutschland gegeben hat!"

Flüchtlingsboot geht auf Reisen

Die Begegnung mit den MOAS-Gründern fand in der Kölner Kirche Sankt Maria in Lyskirchen statt, wo derzeit das sieben Meter lange Flüchtlingsboot steht, das das Erzbistum in Kooperation mit der Organisation aus Malta hatte holen lassen. Zu Fronleichnam 2016 diente es Kardinal Woelki bei der Heiligen Messe auf dem Roncalliplatz als Altar. Es stand während des Jahres der Barmherzigkeit im Kölner Dom. Seit der Adventszeit ist es Teil der Milieukrippe in Sankt Maria in Lyskirchen.

Ab Februar wird das Schiff dann in zahlreichen Pfarreien und Schulen im Erzbistum Köln ausgestellt bis es im Sommer 2018 schließlich dem Haus der Geschichte in Bonn übergeben wird. Es habe so viele Anfragen aus Gemeinden gegeben, dass nicht alle berücksichtigt werden konnten, erzählt der Kardinal. Das große Interesse macht ihn stolz auf die Menschen in seinem Bistum: "Ich hätte nie gedacht, dass das Boot eine solche Wirkkraft entfalten würde und dafür bin ich dankbar. Ich glaube, dass der liebe Gott da auch seine Finger mit im Spiel gehabt hat und vor allem glaube ich an die Menschen: Die haben ein gutes Herz, denn sonst hätten sie alles, was hier in den vergangenen Jahren in Deutschland in der Flüchtlingshilfe unternommen wurde, nicht leisten können!"

(dr)

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