Kirchenaustritt
Kirchenaustritt

11.12.2014

Kardinal Woelki bedauert Kirchenaustritte "Erinnert uns an unser Versagen"

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki bedauert die Zahl der Kirchenaustritte in der Domstadt. Das Bistum will nun mehr Transparenz zeigen - und im Frühjahr seinen Haushalt nach Handelsbilanz veröffentlichen.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki bedauert die Zahl der Kirchenaustritte in der Domstadt. "Es tut mir um jeden Leid, der weggeht und sagt, ich habe da keine Heimat mehr oder etwas hat mich enttäuscht", sagte er am Donnerstag vor Journalisten in Köln. "Das tut mir natürlich weh, weil es uns an unser Versagen erinnert", so der Erzbischof. Laut WDR 2 sind beim Amtsgericht Köln bis November fast 7.000 Menschen aus der Kirche ausgetreten; im gesamten Vorjahr seien es 6.000 gewesen.

Sicher hätten eine Reihe Menschen wegen der "Problematik" der Abgeltungssteuer der Kirche den Rücken gekehrt, obwohl diese keine neue Steuer sei, so Woelki. "Trotzdem: Das tut mir weh." Umgekehrt begegne er aber auch Leuten, "die sagen, ich bin ausgetreten, doch das, was das Erzbistum Köln jetzt macht, überzeugt mich, ich überlege, wieder einzutreten."

Transparenz zeigen

"Natürlich sind wir durch das, was sich in Limburg ereignet hat, sensibler geworden", sagte der Kardinal zur Akzeptanz der katholischen Kirche in der Gesellschaft. Das Erzbistum Köln werde als erstes größeres Bistum im Frühjahr sein Vermögen und seinen Haushalt nach Handelsbilanz veröffentlichen. "Wir wollen dem nachkommen, was wir versprochen haben: größtmögliche Transparenz zu zeigen", betonte Woelki.

Er bekundete die Hoffnung, dass damit auch deutlich werde, "dass wir nicht Geld horten oder uns Luxus erlauben, sondern versuchen, in Menschen zu investieren". Dazu zählten Gebäude wie Bildungshäuser, aber auch das Engagement für Caritas, Flüchtlinge und Weltkirche. "Insofern sind wir eine sehr gut und wohlsituierte Kirche, die aber viel Verantwortung hat."

 

 

(KNA)