Hilfsorganisationen fordern die Aufnahme von mehr Flüchtlingen
Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze

06.05.2021

Papst wirbt für Solidarität mit Flüchtlingen Offene Aufnahmebereitschaft

Papst Franziskus hat erneut mehr Solidarität mit "Ausländern, Migranten und Ausgegrenzten" gefordert. Der Titel des am Donnerstag veröffentlichten Schreibens lautet "Auf dem Weg zu einem immer größeren Wir".

"Wir sind aufgerufen, uns dafür einzusetzen, dass es keine Mauern mehr gibt, die uns trennen", heißt es in seiner Botschaft zum 107. Welttag des Migranten und Flüchtlings. 

Darin zitiert Franziskus an etlichen Stellen aus seiner Enzyklika "Fratelli tutti", mit der er bereits im Oktober für mehr "Geschwisterlichkeit" warb. Die ganze Menschheitsfamilie müsse einen Weg der Versöhnung einschlagen, damit "es nicht mehr die Anderen gibt, sondern nur noch ein Wir". Dieses Wir werde von einem "verbohrten und aggressiven Nationalismus und einem radikalen Individualismus" bedroht.

Angesichts dieser Gefahr sollten die verschiedenen Glieder der Weltkirche mithelfen, "eine alle umfassende Gemeinschaft in der Vielfalt" zu bilden. Interkultureller Dialog sowie die Begegnung mit Fremden, Migranten, Flüchtlingen böten die Möglichkeit, "zu wachsen und uns gegenseitig zu bereichern". Alle Katholiken seien daher aufgerufen, die Kirche immer inklusiver zu machen.

Gottes Liebe bezeugen

Der Papst plädiert vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Migrationsflüsse für eine "Bereitschaft, alle offen aufzunehmen." Dies solle ohne Vorurteile, Angst oder Abwerbung von Gläubigen geschehen. Vielmehr gehe es darum, Gottes Liebe zu bezeugen.

"Die Zukunft unserer Gesellschaften ist eine 'bunte' Zukunft, reich an Vielfalt und interkulturellen Beziehungen", betont der 84-Jährige.
Aus diesem Grund müssten die Menschen lernen, in Harmonie und Frieden zusammenzuleben. Das sei nur durch eine Kultur der Begegnung vorstellbar. Durch den Austausch mit Migranten könne man Ängste überwinden und sich "von den vielen unterschiedlichen Gaben bereichern lassen". So werde es möglich, "Grenzen in besondere Orte der Begegnung zu verwandeln".

Der 107. Welttag findet dieses Jahr am 26. September statt. Ziel des katholischen Aktionstages ist es, eine "integrative Kirche" zu bilden, die "aufmerksam ist für die gesamte Menschheitsfamilie" und fähig, "Gemeinschaft in Vielfalt zu schaffen". Getragen wird der Welttag von Organisationen wie Caritas, Missio, Sant'Egidio oder Misereor. Er wird auch in vielen Pfarrgemeinden begangen.

(KNA)

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