Symbolbild Familie
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Die Heilige Familie
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Mutter und Kind
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Eckpfeiler der Familie: Die Paarbeziehung
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Flüchtlingsfamilie
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01.07.2020

Das Gebetsanliegen des Papstes für den Juli Hoher Wert

Für den Juli nimmt Papst Franziskus die Familien in den Blick und betet dafür, "dass die Familien unserer Tage mit Liebe, Respekt und Rat begleitet werden".

Papst Franziskus weiß sicher, wovon er spricht: Er musste seine Familie in Argentinien zurücklassen, und die "päpstliche Familie" wird ihm kaum Ersatz bieten. Die Straßenkinder seiner Heimat und die Obdachlosen Roms führen ihm drastisch vor Augen: Ohne Familie wird das Leben sehr schwierig. Der Mensch braucht Menschen, die fest zu ihm halten: Wenn die biologische Herkunft das nicht geben kann, muss ein anderes Beziehungsnetz her. Wehe den Einsamen, die sich allein durchs Leben schlagen müssen.

Familie im Wandel

Im Wandel war Familie wohl immer. In der römischen Welt stand der "Pater familias" einer großen generationsübergreifenden Gemeinschaft vor, zu der auch die Mitarbeiter - die Sklavinnen und Sklaven - gehörten. Bei der Ausbreitung des Evangeliums konnten die christlichen Missionare in solchen Hausgemeinschaften zu Gast sein und in ihnen und von dort aus wirken.

Unsere heutigen Kleinfamilien merken, vor allem in Krisen, wie sehr sie Ergänzung und Begleitung brauchen, um in der Massengesellschaft nicht unterzugehen. Ganz zu schweigen von den Vielen, die als Singles leben wollen oder müssen. Freundschaften haben zwar den Vorteil, frei wählbar zu sein; aber die Erfahrung zeigt, dass Blutsverwandte nach Zerwürfnissen eher noch einmal einen neuen Anfang miteinander versuchen.

Gebet um Begleitung für "die Familien unserer Tage"

Jedenfalls ist Papst Franziskus unbedingt zu unterstützen, wenn er in diesem Monat um Begleitung betet für "die Familien unserer Tage", so verschieden sie sind. Für diese Begleitung nennt er drei Qualitätsmerkmale: Als erstes die "Liebe", also die möglichst selbstlose Zuwendung. Wer sie mit "Respekt" verbindet, wird sie nicht als Deckmäntelchen für Eigeninteressen benutzen und "Rat" nicht mit Befehlen verwechseln. Diese Art der Begleitung sollten wir mit dem Papst auch für alle erbitten, die in der Politik, im Bildungswesen oder als Arbeitgeber die "Keimzelle der Gesellschaft" fördern oder gefährden können.

Christen werden auch nicht versäumen, das Familienleben unseres Namengebers zu betrachten. Die "Heilige Familie" bestand ja nicht nur, wie erbauliche Darstellung verkürzt, aus Maria und Josef und "dem göttlichen Kind". Ob Jesus noch leibliche Geschwister hatte, vielleicht Halbgeschwister aus einer ersten Ehe seines Vaters Josef, ist umstritten. Im Hebräischen werden alle männlichen Blutsverwandten als "Brüder" bezeichnet. Jedenfalls wuchs er in einer Großfamilie auf.

Die Familie im Evangelium

Die drei ersten Evangelien stellen uns die Ablösung Jesu aus familiären Bindungen und aus dem zu eng gewordenen Nazareth dar. "Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?", fragt er rau, als die Verwandtschaft ihn am See Genezareth besuchen oder sogar von dort "nach Hause" zurückholen will. Und er "blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herum saßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter." (Markus 3,33 f.)

Wenn die Familie versucht, die Pläne des unsichtbaren "Vaters" zu verhindern, ist Trennung angesagt. Die Verwandten Jesu haben das wohl schließlich verstanden und mit seiner besonderen Mission Frieden geschlossen. Seine Mutter scheint nach seiner Hinrichtung in der Gemeinschaft mit den Aposteln in Jerusalem zu leben. Und später leitet ein Jakobus die Urgemeinde dort, der zum Beispiel auch von Paulus als "Bruder des Herrn" bezeichnet wird. (Gal 1,19)

Die Tradition des Volkes Israel misst der Familie einen hohen Wert zu, weil sie das Volk Gottes aufbauen hilft. Neu ist im Neuen Testament die Weitung des Begriffs. Damit Familie nicht zum Gefängnis wird und doch bleibende Geborgenheit schenken kann, muss derjenige "Oberhaupt" sein, den Jesus "Abba" nennt - vertraute Anrede in der Alltagssprache, im Aramäischen. Sein göttlicher Vater hat auch Mütterliches in sich. Er lässt den Kindern Freiheit, er leidet, wenn sie weglaufen, und breitet doch zärtlich die Arme aus, wenn sie heimkehren (vgl. Lukas 15,11 f.). Wenn wir auf dieser Spur suchen, was Familie sein kann, können wir in ihr sogar ein starkes Bild finden für die Entwicklung der Menschheit: eine Familie der Völker in versöhnter Verschiedenheit!

Gerhard Dane
(KNA)

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