Papst Franziskus hinter argentinischer Flagge
Papst Franziskus hinter argentinischer Flagge

09.05.2019

Papst gerät in den Fokus der argentinischen Missbrauchskrise Opfer verlangen Treffen mit Franziskus

Mehrere Organisationen und Missbrauchsopfer aus Argentinien wollen mit dem Papst sprechen und gehen mit einer Reihe von Aktionen an die Öffentlichkeit. Ob sie Franziskus dann auch tatsächlich im Vatikan empfängt, bleibt offen.

Für ihre Kundgebung haben sich die Aktivisten einen besonderen Platz ausgesucht: Das Instituto Provolo in Lujan de Cuyo steht in Argentinien symbolhaft für die Missbrauchskrise in der katholischen Kirche. Die Bildungseinrichtung nahe der Weinmetropole Mendoza wurde 2016 geschlossen, nachdem Vorwürfe gegen Priester laut wurden, die dort taubstumme Kinder missbraucht haben sollen.

Seitdem steht der Name "Provolo" für die bislang unaufgeklärten Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche im Heimatland von Papst Franziskus.

Ziel ist direktes Gespräch mit dem Papst

Auch vor dem Gebäude des Erzbistums Mendoza gab es in dieser Woche Demonstrationen von Opfern sexuellen Missbrauchs durch Kirchenmitarbeiter. Mehrere bewaffnete Sicherheitskräfte postierten sich vor dem Eingang, mussten aber nicht eingreifen. Die lokale Tageszeitung "Los Andes" berichtet, die Demonstranten hätten ihr Anliegen energisch, aber friedlich vorgebracht. Zentrale Forderung: Papst Franziskus müsse sie im Vatikan empfangen, Ziel sei ein direktes Gespräch mit dem Kirchenoberhaupt.

Wenn der Papst nicht nach Argentinien komme, müsse er die Missbrauchsopfer eben im Vatikan empfangen, erklärte Peter Isely von der internationalen Initiative Ending Clergy Abuse. Kurz zuvor hatten bereits 20 Demonstranten vor der Kathedrale in Buenos Aires ähnliche Forderungen formuliert. Seit seiner Wahl zum ersten Papst aus Lateinamerika hat der ehemalige Erzbischof von Buenos Aires sein Heimatland noch nicht besucht. Der Papst verweist stets darauf, dass zunächst andere Länder Priorität hätten.

Die Opfer aus Argentinien und anderen Ländern forderten Gerechtigkeit, so Isely weiter. Der Papst sei aus irgendeinem Grund nicht in der Lage, zu den Betroffenen in seinem eigenen Heimatland eine Beziehung aufzubauen, kritisierte der Aktivist. Zahlreiche lokale und internationale Organisationen kamen in diesen Tagen in Mendoza zusammen, um Druck in der Sache zu machen.

Kein rechtlicher Zugriff auf Geistliche

Rund um das "Instituto Provolo" gibt es bereits seit geraumer Zeit Gerüchte. Das Portal "La Izquierda Diario" berichtet, zuletzt seien zwei Priester nach Italien versetzt worden, gegen die konkrete Missbrauchsvorwürfe vorlägen. Inzwischen wolle die argentinische Justiz die beiden Geistlichen zwar verhaften lassen. Weil sie sich außer Landes befänden, gebe es aber keinen Zugriff.

Nun brachten die Opferorganisationen das Thema zurück in die argentinischen Medien. Beteiligt an den Aktionen sind etwa Vertreter der Gruppe "Iglesia sin Abusos" (Kirche ohne Missbrauch) und das internationale Netzwerk "Bishop Accountability". Zu ihren Mitstreitern zählen Provolo-Opfer und deren Angehörige in Mendoza.

Bei den gemeinsamen Auftritten wurde eine schleppende juristische Aufarbeitung kritisiert. Zudem müsse den taubstummen Leidtragenden nach der Schließung des Instituts geholfen werden.

Anne Barrett Doyle von "Bishop Accountability" macht Papst Franziskus neben seinem Vorgänger Benedikt XVI. für die Vorfälle im Instituto Provolo mitverantwortlich. Beide hätten gewusst, dass ein umstrittener Geistlicher dort tätig gewesen sein. Auch der Erzbischof von Mendoza habe gewusst, dass gegen den Priester in Italien schwerwiegende Vorwürfe vorgelegen hätten. Opfervertreter kündigten an, ihren Kampf für die Aufklärung so lange fortzusetzen, bis der Papst zu einem Treffen bereit sei.

Tobias Käufer
(KNA)

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