Palmsonntag mit Papst Franziskus
Palmsonntag mit Papst Franziskus

15.04.2019

Wie die Heilige Woche im Vatikan verläuft Die Karwoche mit Franziskus

In Rom bereiten sich der Papst und Tausende Pilger auf Ostern vor. Das biblische Drama um Verrat und Tod Jesu scheint dieses Jahr eigentümlich mit inneren Konflikten der Kirche verquickt. Der Weg Jesu sei ein Weg der Demut, betont Franziskus.

In gewohnter Feierlichkeit hat Papst Franziskus in Rom die Karwoche eröffnet. Mit rund 40.000 Gläubigen auf dem Petersplatz ging er am Sonntag im Geist den Einzug Jesu in Jerusalem mit. Franziskus trug einen kunstvoll geflochtenen Palmstecken, viele andere einfache Palmwedel. Sie erinnern den biblischen Bericht vom Ereignis, stehen in der christlichen Bildersprache aber auch für das Martyrium - ein Martyrium, das Benedikt XVI. jüngst für eine kompromisslose christliche Haltung gefordert hat. Seitdem ist wieder eine Debatte über eine Konkurrenz der beiden Päpste im Gang.

Chrisam-Messe am Donnerstag im Petersdom

Palmsonntag markiert den Beginn der "heiligen Woche", in der Christen in aller Welt des Leidens, des Todes und der Auferstehung Jesu gedenken. Tausende reisten schon jetzt nach Rom, um Ostern mit dem Papst zu feiern. Die Liturgie warf bereits einen Blick voraus auf den Karfreitag: Die Leidensgeschichte Jesu nach dem Lukasevangelium wurde verlesen, bei der Schilderung des Kreuzestodes knieten der Papst und rund 80 anwesende Kardinäle und Bischöfe nieder und verharrten in Stille.

Am Donnerstagmorgen wird Franziskus in der sogenannten Chrisam-Messe im Petersdom die heiligen Öle weihen, die für Weihe- und Segenshandlungen gebraucht werden. Es ist ein Gottesdienst hauptsächlich mit den Klerikern desBistums Rom. Ebenso unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit die Feier des Letzten Abendmahls am Donnerstagabend: Der Papst begibt sich in die Justizvollzugsanstalt Velletri bei Rom, wo 560 Häftlinge ihre Strafe verbüßen. Während der Messe wird er zwölf Personen die Füße waschen, wie es Jesus bei seinen Jüngern tat.

Kreuzweg am Kolosseum

Am Karfreitag steht neben der Feier vom Leiden und Sterben Christi im Petersdom der abendliche Kreuzweg mit dem Papst beim Kolosseum auf dem Programm. Im Schein von Kerzen meditieren die Gläubigen die 14 Stationen desLeidensweges Jesu; die Texte dazu stammen dieses Jahr von einer Aktivistin gegen Menschenhandel, der Ordensfrau Eugenia Bonetti.

In der Osternachtfeier am Samstagabend wird Franziskus in der Vorhalle des Petersdoms feierlich das Osterlicht entzünden und so an die Auferstehung Jesu erinnern. Er wird am Sonntag auf dem mit Abertausenden Tulpen, Narzissen, tropischen Blumen und Ziersträuchern geschmückten Petersplatz die Festmesse zelebrieren und von der Mittelloggia des Petersdoms den traditionellen Segen "Urbi et orbi" erteilen, "Der Stadt und dem Erdkreis".

Doch zunächst ist Karwoche: In seiner Palmsonntagspredigt warnte Franziskus vor Triumphalismus in der Kirche. Der Weg Jesu sei der Weg der Demut. Als Messias und König willkommen geheißen, habe Jesus den "heiligen Weg" der Erniedrigung bis zum Tod am Kreuz eingeschlagen. "Mit dem Kreuz kann man nicht verhandeln, entweder man nimmt es an oder man weist es zurück", sagte der Papst.

"Der Weg Jesu sei der Weg der Demut"

Wer wollte, konnte in der Predigt eine allgemeine Einlassung zu innerkirchlichen Lagerkämpfen und zum Umgang mit dem Missbrauchsskandal hören: Statt sich "mediengerecht" zu verteidigen, habe Jesus geschwiegen - geschwiegen im Geist der Sanftmut, die er in der Bergpredigt selig preist.

"Die Sanftmut des Schweigens wird uns noch schwächer, noch erniedrigter erscheinen lassen, und dann wird der Teufel Mut fassen und aus der Deckung kommen. Man muss ihm im Schweigen Widerstand leisten, indem man die Stellung hält", so Franziskus. Seine Rede ließ offen, ob er die letzten Tage Jesu meinte oder die Gegenwart oder nicht eher beides.

Jesus wisse, sagte der Papst, "dass Krieg zwischen Gott und dem Fürsten dieser Welt herrscht und dass es nicht darum geht, Hand ans Schwert zu legen, sondern ruhig zu bleiben, fest im Glauben". Es sei die Stunde Gottes. "Und in der Stunde, in der Gott sich in die Schlacht begibt, muss man ihn machen lassen." Es gelte auszuharren, "während wir darauf warten, dass der Herr kommt und dem Sturm Einhalt gebietet".

Krieg, Schlacht, Sturm. Der Palmsonntag stellte den begeisterten Empfang für den Messias vor Augen, den palmwedelnden Jubel. In der biblischen Dramaturgie folgen bis zum Ostermorgen Unverständnis und Enttäuschung, Verrat und Flucht der Jünger.

Burkhard Jürgens
(KNA)

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