Papst Franziskus in Marokko
Papst Franziskus in Marokko

31.03.2019

Papst beklagt in Marokko Leiden von Migranten "Eine Wunde, die zum Himmel schreit"

Neben dem interreligiösen Dialog ist die Migration eines der Kernthemen der Papstreise nach Marokko. Bei einem Treffen mit Flüchtlingen in Rabat forderte Franziskus "Großzügigkeit, Dienstbereitschaft, Weisheit und Weitsicht" von der Gesellschaft. 

Papst Franziskus hat in Marokko das Schicksal von Migranten beklagt. Die Millionen von Flüchtlingen und anderen, die zur Migration gezwungen würden, sowie die Opfer des Menschenhandels seien "eine Wunde, die zum Himmel schreit", sagte das Kirchenoberhaupt bei einem Treffen mit Migranten am Samstag in Rabat.

Gleichgültigkeit und Schweigen dürften keine Antwort sein. "Niemand kann diesem Leid gleichgültig gegenüberstehen", sagte der Papst.

Franziskus äußerte sich beim Besuch der Caritas Marokko in der marokkanischen Hauptstadt. Die katholische Sozialeinrichtung leistet nach Kirchenangaben medizinische, psychosoziale und pädagogische Betreuung für rund 8.000 Migranten pro Jahr. Marokko ist vor allem seit der Schließung der zentralen Mittelmeerroute ein wichtiges Transitland für Menschen auf dem Weg nach Europa geworden.

Franziskus betont "Recht, nicht zur Auswanderung gezwungen zu sein"

Der Papst mahnte, die Gesellschaft müsse auf das Migrationsphänomen mit "Großzügigkeit, Dienstbereitschaft, Weisheit und Weitsicht" reagieren, "jeder nach seinen Möglichkeiten". Den im Dezember in Marokko verabschiedeten UN-Pakt für eine sichere, geordnete und geregelte Migration nannte er einen "wichtigen Schritt nach vorne".

Das Menschsein eines Migranten hänge "nicht davon ab, ob er sich diesseits oder jenseits einer Grenze aufhält", zitierte Franziskus Marokkos König Mohammed VI.

Den Migranten versprach der Papst die Solidarität der Kirche. "Die Kirche versteht die Leiden, die euren Weg markieren, und sie leidet mit euch", sagte er. Sie stünden "in der Herzmitte der Kirche", so der Papst. "Es ist Christus selbst, der an unsere Türen klopft."

Von Politik und Gesellschaft forderte Franziskus mehr reguläre Migrationswege. Die Rechte und die Würde von Migranten und Geflüchteten seien unabhängig von ihrem Migrationsstatus zu gewährleisten.

Zugleich betonte er, die humanitäre Förderung von Migranten und ihren Familien beginne schon in ihrer Heimat. Neben dem "Recht auf Auswanderung" gebe es auch "das Recht, nicht zur Auswanderung gezwungen zu sein".

(KNA)

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