Papst Franziskus
Papst Franziskus

31.08.2018

Vatikan: Papst ist "sehr gelassen" trotz Anschuldigungen Wie geht es dem Papst?

Trotz Anschuldigungen des früheren Nuntius in den USA ist Papst Franziskus "ruhig und gelassen", sagt im Interview mit der spanischen Ausgabe von Vatican Insider der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin an diesem Donnerstag.

Das Dokument von Erzbischof Carlo Maria Viganò habe "großen Schmerzen" verursacht, gesteht Kardinal Parolin ein. Er hoffe nun, dass alle daran mitarbeiten werden, "die Wahrheit zu suchen und für Gerechtigkeit zu sorgen". In dem Interview mit Vatican Insider geht Kardinal Parolin nicht auf die einzelnen Anschuldigungen – auch gegen seine Person – ein.

Vielmehr wiederholte die "Nummer Zwei" im Vatikan, was Papst Franziskus bei der Fliegenden Pressekonferenz auf dem Rückflug von Dublin nach Rom am Sonntagabend zu dem Dokument von Viganò sagte: "Das Dokument spricht für sich", wiederholte Kardinal Parolin die Worte des Papstes. Der Papst habe bei seiner Irlandreise "klare Worte" zum Missbrauchsthema gesagt, so Parolin.

COMECE stellen sich vor Papst Franziskus

 

Die EU-Bischofskommission COMECE stellt sich demonstrativ vor Papst Franziskus. "Angesichts der ernsthaften Angriffe auf die Kirche und den Heiligen Vater bekräftigt die COMECE ihre Unterstützung, ihre Treue und ihr Vertrauen gegenüber Papst Franziskus", erklärte COMECE-Präsident Erzbischof Jean-Claude Hollerich am Freitag in Brüssel.

 

Man verurteile Versuche, "die Kirche Christi zu spalten", und rufe alle Menschen guten Willens auf, "für die Entwicklung einer Welt der Gerechtigkeit, der Wahrheit und des Friedens zu arbeiten", so der Luxemburger Erzbischof.

Auch lateinamerikanische Bischöfe pro Papst

Auch die Episkopate von Spanien, Argentinien, Peru und Paraguay hätten dem Kirchenoberhaupt in den vergangenen Tagen mit Briefen den Rücken gestärkt, berichtete das vatikanische Internetportal Vatican News am Freitag.

Die argentinische Bischofskonferenz nannte das elfseitige Schreiben, in dem der Ex-Nuntius dem Papst vorwirft, Missbrauch durch den Washingtoner Kardinal Theodore McCarrick gedeckt zu haben, dem Bericht zufolge einen "rücksichtslosen Angriff". Sie warf dem italienischen Vatikandiplomaten vor, sich in seinem Vorgehen von "engherzigen weltlichen Interessen" leiten zu lassen.

Missbrauchsopfer: "Rückschrittliche Agenda"

Auch ein der chilenische Anti-Missbrauchs-Aktivist Juan Carlos Cruz hat sich hinter den Papst gestellt. Menschen wie Vigano nutzten die Missbrauchsdebatte für ihre eigene "rückschrittliche Agenda", um dem Papst zu schaden und ohne dass die Opfer eine Rolle spielten, schrieb Cruz (Mittwoch) auf Twitter. Cruz ist selbst Opfer eines katholischen Geistlichen und half gemeinsam mit zwei weiteren Männern, den Sexualskandal in der chilenischen Kirche aufzudecken.

Der lateinamerikanische Bischofsrat Celam versicherte Franziskus "Treue, Nähe und Zusammenarbeit", damit "die Wahrheit über alle Sünden" zu ihrem Recht komme. Die peruanischen Bischöfe erklärten, der "Wunsch, die Kirche und ihren Dienst zu destabilisieren" sei das Motiv für die Rücktrittsforderung des Ex-Nuntius.

(VN, DR, KNA)

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