Papst auf seinem Rückflug nach Rom
Papst auf seinem Rückflug nach Rom

03.12.2017

Papst: Besitz von Atomwaffen ethisch nicht vertretbar Anders als noch in 1980ern

Papst Franziskus hat sein "Nein" zu Atomwaffen erneut bekräftigt. Auch wenn in den 1980ern die Einstellungen noch eine andere war, heute seien Atomwaffen nicht mehr vertretbar.

Papst Franziskus hat erneut seine Kritik am Atomwaffenbesitz bekräftigt. Anders als noch in 1980er Jahren seien nukleare Abschreckung und der Besitz von Atomwaffen heute nicht mehr ethisch vertretbar, sagte er am Samstag auf dem Rückflug von seiner Reise nach Myanmar und Bangladesch. Als Grund nannte der Papst vor allem die "Irrationalität" von Nuklearwaffen. Man befinde sichhier "an der Grenze des Erlaubten", so Franziskus.

Mit dem heutigen Stand der Technik sei es möglich, die gesamte Menschheit - oder den größten Teil von ihr - auszulöschen. Zwar sei das keine Frage des päpstlichen Lehramtes, aber eine Frage, die ein Papst sich stellen müsse, sagte Franziskus: "Heute ist es unzulässig, Nuklearwaffen zu besitzen."

Die Veränderungen seit den 80ern

Der Papst antwortete damit auf die Frage eines mitreisenden Journalisten, was sich seit den 80er Jahren in der Welt verändert habe. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) habe noch 1982 in einem Brief an die UN-Vollversammlung geschrieben, die Politik der nuklearen AbschDerreckung sei insofern "moralisch gerechtfertigt", als sie damals einen Krieg verhindert habe und die beteiligten Partner daran arbeiteten, sie abzubauen.

Mitte Oktober hatte der Vatikan eine internationale Konferenz zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag organisiert, dem Anfang Juli in New York 134 Staaten zugestimmt hatten. Bei einer Audienz für die Konferenzteilnehmer hatte Papst Franziskus nicht nur die Anwendung von und die Drohung mit Atomwaffen verurteilt, sondern auch deren alleinigen Besitz. Diese Äußerung hatte für Diskussionen gesorgt.

Änderung der kirchlichen Lehre

Etliche, vor allem auch Katholiken in den USA, sehen in der grundsätzlichen Verurteilung von Nuklearwaffen eine Änderung der kirchlichen Lehre.

Allerdings hatten sowohl Johannes Paul II. wie auch die westdeutschen und die US-Bischöfe ihre damalige einstweilige moralische Duldung an Bedingungen geknüpft. Und schon Benedikt XVI. (2005-2013) hatte in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2006 die rechtfertigende Argumentation der Atommächte als "verhängnisvoll" und "völlig trügerisch" bezeichnet. Auch Johannes XXIII. (1958-1963) und das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hatten Atomwaffen und nukleare Abschreckung verurteilt.

(KNA)

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