Alltag in Myanmar
Alltag in Myanmar
Franziskus besucht vom 12. bis 18. Februar Mexiko
Papst Franziskus reist nach Fernost

26.11.2017

Papst Franziskus reist nach Myanmar und Bangladesch Für die Kirche ist Asien die Zukunftsregion

Wieder einmal richten sich die Blicke der katholischen Welt nach Asien. Papst Franziskus fliegt einmal mehr nach Fernost - genauer nach Myanmar und Bangladesch. Für den Vatikan könnte sich dort die Zukunft der Kirche entscheiden.

Zum dritten Mal in seiner Amtszeit reist Papst Franziskus demnächst nach Ostasien. Von diesem Sonntag bis 2. Dezember besucht er nach Nordkorea (2014), Sri Lanka und den Philippinen (2015) nun auch Myanmar und Bangladesch. Sein Vorgänger Benedikt XVI. hatte diese Weltgegend bei seinen Auslandsreisen komplett ausgespart.

"Während ich mich auf meinen Besuch in Myanmar und Bangladesch vorbereite, möchte ich ihren Völkern ein Wort des Grußes und der Freundschaft schicken. Ich kann es kaum erwarten, euch begegnen zu dürfen!", ließ er am Samstag per Twitter verbreiten. Die Visite gilt als politisch heikel, nicht zuletzt wegen der Problematik um die Minderheit der muslimischen Rohingya.

 

 

Christen Minderheit in Asien

Auf der weltkirchlichen Agenda des Argentiniers steht sie ganz oben. Nicht nur in westlichen Ministerien und Konzernvorständen, auch im Vatikan gilt Asien inzwischen als wichtigste Zukunftszone. Das katholische Startkapital allerdings ist noch bescheiden: Gerade 142 Millionen Menschen gehören bisher der Kirche an, nur etwa drei Prozent der Bevölkerung auf dem größten Kontinent. Davon leben die allermeisten Gläubigen auf den Philippinen und im kleinen Osttimor.

In vielen anderen asiatischen Ländern sind Katholiken, und Christen überhaupt, nicht nur eine kleine Minderheit, sondern haben oft mit politischer und religiöser Verfolgung oder Diskriminierung zu kämpfen.

Fundamentalistische Strömungen im Islam, etwa in Malaysia, Indonesien, Pakistan oder im Papstreiseland Bangladesch machen ihnen zu schaffen. Staatliche Repressionen knebeln sie nicht nur in sogenannten Volksrepubliken wie China und Vietnam, sondern auch in Demokratien wie Indien, wo die radikale Hindupartei BJP zu einer starken parlamentarischen Kraft angewachsen ist. Und auch der friedvolle Buddhismus kennt extremistische Gewalt gegen Christen, wie Beispiele in Sri Lanka und der ersten Station der Papstvisite, Myanmar, zeigen.

Obwohl das Christentum an der Schwelle zu Asien im Orient entstanden ist und etwa in Indien seit dem vierten Jahrhundert nachweisbar ist, gilt die Kirche oft als Hinterlassenschaft der weißen Kolonialherren oder gar als europäische Sekte. Das ist auch auf Fehler in der Missionsarbeit zurückzuführen, die sich mit der Inkulturation des Bibelglaubens in buddhistische oder konfuzianische Gesellschaften häufig schwertat.

Wachsende Kirche

Dennoch: Fast nirgendwo wächst die Kirche so dynamisch wie in Asien. Unter den Spitzenreitern ist Südkorea, wo die Zahl der Katholiken nach dem Koreakrieg (1950-1953) von rund 200.000 auf heute mehr als vier Millionen angestiegen ist. Auch in China mehren sich die Anhänger, wenngleich sich die schätzungsweise 15 Millionen Katholiken auf die von Peking kontrollierte "patriotische" Kirche und die romtreue Untergrundkirche verteilen. Seit Franziskus' Amtsantritt gab es immer wieder Berichte über eine mögliche diplomatische Annäherung.

Trotz ihrer geringen Größe spielt die Kirche in vielen asiatischen Ländern eine tragende Rolle im Bildungs- und Gesundheitsbereich. Dass sie ihre Schulen, Lazarette und Krankenhäuser für alle unabhängig von der Religion öffnet, bringt ihr viel Anerkennung ein. Daneben schwankt sie in autoritären Staaten zwischen der erzwungenen Anpassung an die Machtverhältnisse und dem Einsatz für Demokratie und Menschenrechte. Legendär wurde die gewaltlose "Rosenkranzrevolution" gegen die Marcos-Diktatur auf den Philippinen 1986, wo die Kirche freilich über großen Einfluss verfügt.

Trend dreht sich

Die Hierarchien der meisten Ortskirchen Asiens bestehen inzwischen überwiegend aus einheimischen Bischöfen und Priestern. Ihre koloniale Hypothek dürfte die katholische Kirche damit allmählich abstreifen. Vielmehr dreht sich der Trend nun um: Die vitalen ehemaligen Missionskirchen entsenden längst Geistliche in die unter massivem Priestermangel leidenden Länder Europas. Und erstmals steht nun ein Nichteuropäer an der Spitze dieser Kirche.

Franziskus hat betont, die Kirche wolle nicht durch Abwerbungen bei anderen Religionen wachsen, sondern durch die Überzeugungskraft ihrer Botschaft. Mit Myanmar und Bangladesch besucht er kommende Woche zwei Länder, die vom Buddhismus bzw. vom Islam geprägt sind und jeweils nur einige Hunderttausend Katholiken zählen, vor allem unter Minderheiten-Ethnien. Beide Ortskirchen, die auf portugiesische Missionare zurückgehen, sind auf karitativem Feld stark engagiert und unterhalten Hunderte von Schulen. Trotzdem haben auch sie mit Diskriminierungen und immer wieder mit Gewalt zu kämpfen. Die Hoffnungen der Katholiken und anderen Christen ist groß, dass der Papstbesuch hier zu mehr Toleranz und Vertrauen beiträgt.

Christoph Schmidt
(KNA)

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