Abholzung im Amazonasgebiet
Abholzung im Amazonasgebiet
Papst Franziskus
Papst Franziskus
Vertreter indigener Völker bei einem Gottesdienst
Vertreter indigener Völker bei einem Gottesdienst

15.10.2017

Papst beruft Bischofssynode für Amazonas-Gebiet "An der Lunge des Planeten"

Papst Franziskus hat für Oktober 2019 eine Amazonien-Synode in Rom angekündigt. Das Sondertreffen katholischer Bischöfe aus aller Welt soll sich vor allem mit neuen Wegen der Glaubensverkündigung an indigene Völker befassen.

Diese würden oft vergessen und seien von den Umweltproblemen im Amazonasgebiet bedroht, sagte der Papst am Sonntag bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Die riesigen Urwälder Lateinamerikas nannte er "eine Lunge von herausragender Bedeutung für unseren Planeten".

In den vergangenen Monaten hatte Franziskus mehrfach die Idee eines weltweiten Bischofstreffens für die Amazonasregion geäußert, zuletzt Ende September im Gespräch mit ecuadorianischen Bischöfen im Vatikan.

Vorbereitungen bereits angelaufen

Zuvor hatte er im Mai vor peruanischen Bischöfen den gleichen Vorschlag geäußert. Die Ecuadorianische Bischofskonferenz arbeitet nach eigenen Angaben bereits an der Vorbereitung der Synode. Im Hintergrund steht demnach des Rohstoffabbau in Amazonien, der große Umweltschäden anrichtet und indigene Völker entwurzelt.

Der Generalsekretär der Ecuadorianischen Bischofskonferenz, Rene Coba Galarza, sagte nach einer Begegnung mit Franziskus am 25. September, dem Papst gehe es um eine christliche Verkündigung in Respekt vor den indigenen Völkern. Das Evangelium müsse vermittelt werden, ohne die Überzeugungen und die Weltsicht der Amazonas-Stämme mit Füßen zu treten, gab Coba die Auffassung des Papstes wieder. Die katholische Kirche müsse diesen Völkern ihre Hilfe anbieten, aber dabei deren Identität achten.

Bei seinem Besuch in Kolumbien Anfang September mahnte Franziskus persönlich die Bischöfe des Landes, "die Kirche in Amazonien nicht sich selbst zu überlassen". Die Biodiversität (biologische Vielfalt) der Region sei ein Prüfstein für eine materialistische Gesellschaft, ob sie in der Lage sei, das zu bewahren, was sie unentgeltlich empfangen habe, so der Papst.

Aufruf zum Kampf gegen Armut

Weiter hat Papst Franziskus bei seinem Mittagsgebet an den Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut erinnert, der am Dienstag begangen wird. Armut sei kein Verhängnis, sondern habe Ursachen, die erkannt und beseitigt werden müssten, sagte Franziskus auf dem Petersplatz. Es gehe um "die Würde unzähliger Brüder und Schwestern".

Der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut geht auf eine Kundgebung der Menschenrechtsbewegung "ATD Vierte Welt" zurück, die am 17. Oktober 1987 auf dem Platz der Menschenrechte in Paris einen Gedenkstein für die Opfer von Hunger und Armut enthüllten. Initiator war der katholische Armenpriester und ATD-Gründer Joseph Wresinski (1917-1988). Die Generalversammlung der Vereinten Nationen nahm den Aktionstag 1992 in ihren Kalender auf. ATD steht für "Aide a toute detresse", deutsch "Hilfe in aller Not".

Treffen mit argentinischen Menschenrechtlerinnen

Papst Franziskus hat am Sonntag zudem Vertreterinnen der "Madres de Plaza de Mayo" getroffen, die das Schicksal vermisster und verschwundener Personen während der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) aufklären wollen. Nach einem Gottesdienst auf dem Petersplatz begrüßte er eine Gruppe der Aktivistinnen und richtete einige Worte an sie.

In der Vergangenheit war seitens der "Mütter des Platzes der Mairevolution" auch Kritik an Franziskus laut geworden. Der Vorwurf lautete, der frühere Erzbischof von Buenos Aires und heutige Papst stelle sich nicht deutlich genug hinter die Opfer der Militärdiktatur.

Zwischen 1976 und 1983 wurden laut Schätzungen 500 Kinder, die von Frauen in Geheimgefängnissen oder Folterlagern zur Welt gebracht wurden, zur Adoption an regimenahe Familien gegeben. Um solche Kinder heute ausfindig zu machen, könnten nach Auffassung der "Madres de Plaza Mayo" auch Kirchenarchive und Taufregister helfen.

(KNA)

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