Papst Franziskus auf dem Rückflug von Kolumbien
Papst Franziskus

21.09.2017

Papst: Mafia an mehreren Fronten bekämpfen Die "giftige Wurzel"

Verbrecher und Korruption bekämpfen, aber auch politisch und wirtschaftlich bessere Lebensverhältnisse schaffen: Nach Ansicht von Papst Franziskus muss der Kampf gegen die Mafia gleich an mehreren Fronten geführt werden.

Das sagte das Kirchenoberhaupt bei einer Begegnung mit der Antimafiakommission des italienischen Parlaments am Donnerstag im Vatikan.

Maßnahmen gegen Korruption seien genauso wichtig wie Aktionen gegen die Verbrecherorganisationen selbst. Korruption, die immer eine rechtfertigende Ausrede finde, sei wie eine "giftige Wurzel". Diese verhindere gesunde Konkurrenz und Investitionen, so Franziskus bei dem Treffen mit Kommissionsmitgliedern und deren Angehörigen in der Sala Clementina.

Giftige Gewinne

Um das mafiöse Unwesen umfassender zu bekämpfen, müsse zudem die Politik für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen. Wo es an Chancen und Rechten mangele, habe es die Mafia leicht, sich als Alternative zu präsentieren. Auch müssten Armut und soziale Ungleichheit wirtschaftlich bekämpft werden, durch Investitionen in Ausbildung und Arbeitsplätze sowie durch die Überwindung eines kaum demokratisch kontrollierten Finanzwesens. Im bestehenden System sei es möglich, Gewinne aus Drogen, Waffen- und Menschenhandel, Giftmüllbeseitigung oder illegalem Glücksspiel und Erpressung zu vervielfachen.

Bei der ersten offiziellen Begegnung der Antimafiakommission mit einem katholischen Kirchenoberhaupt lobte Franziskus deren Arbeit.

Sumpf der Camorra

Italien müsse stolz sein auf das bisher Geleistete. Dazu zählt der Papst Gesetze, die Staat und Bürger, Verwaltungen und Verbände verpflichten. Auch würden von der Mafia konfiszierte Güter und Immobilien oft vorbildhaft für Zwecke des Allgemeinwohls - wie Heime oder Schulen - weiterverwendet. Eigens erwähnte der Papst den Einsatz vieler Frauen, insbesondere Mütter, dafür, dass ihre Kinder nicht in den Sumpf von Camorra, 'Ndrangheta und anderen geraten.

Die Leiterin der Antimafiakommission, die Politikerin Rosaria Bindi, dankte dem Papst für klare Worte seit Beginn seines Pontifikats.

Gleichzeitig erinnerte sie an die vielen Opfer bei Polizei, Justiz, Politik und Zivilbevölkerung, die wegen ihres Einsatzes gegen Mafiaorganisationen ermordet wurden. Auch wenn mafiöses Unwesen heute teilweise weniger gewalttätig sei, so richte es gleichwohl viele Schäden an.

(KNA)

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