Papstreise
Papstreise

25.06.2017

Das Programm von Franziskus zeigt politische wie soziale Aspekte Papst auf Friedensmission in Kolumbien

Wenn der Papst im September Kolumbien besucht, geht es keineswegs um die Feier des Friedensvertrags zwischen Regierung und Rebellen. Das Reiseprogramm deutet an, wie viel Versöhnungsarbeit noch zu leisten ist.

Papst Franziskus löst ein Versprechen ein. Er hatte Kolumbien einen Besuch zugesagt, wenn der Friedensprozess mit der Guerilla-Organisation FARC dort glücklich abgeschlossen sei. Entsprechend steht bei der Reise unter dem Motto "Tun wir den ersten Schritt" vom 6. bis 11. September die Versöhnung im Zentrum. Allerdings geht es um mehr als um das Ende des bewaffneten Konflikts.

Von dem Besuch, dem dritten eines Papstes überhaupt, erwarten sich Kirchenvertreter in Kolumbien Impulse für eine Erneuerung der Gesellschaft. Darunter wären Botschaften gegen Drogenhandel und soziale Ungleichheit zu nennen, bei der das Land international auf den vordersten Plätzen rangiert; und gegen Konsumgeist und Egoismus, der auch unter den 80 Prozent Katholiken grassiert.

Hauptthema: Versöhnung

Nicht zuletzt gibt es nach der erbitterten Kontroverse um das Ob und Wie des Friedens mit der FARC auch innerhalb der Kirche Wunden zu heilen. Noch nie, sagt ein hoher kolumbianischer Geistlicher, sei die Bischofskonferenz so gespalten gewesen. Es ging um Straflosigkeit für ehemalige Kämpfer und um deren soziale Eingliederung - kurz: um Barmherzigkeit, ein Kernthema des Papstes.

So will Franziskus laut dem nun veröffentlichten Programm nach einer Rede vor Vertretern aus Politik und Gesellschaft und einem privaten Gespräch mit Präsident Manuel Santos am 7. September mit den 98 Bischöfen Kolumbiens zusammenkommen. Danach ist ein Treffen mit dem Leitungskomitee des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM geplant.  Dessen Sitz ist Bogota, und an der Spitze steht derzeit Bogotas Kardinal Ruben Salazar Gomez. Franziskus selbst spielte bei der letzten Vollversammlung 2007 in Aparecida (damals noch als Erzbischof von Buenos Aires) eine maßgebliche Rolle.

Versöhnung ist das Hauptthema des folgenden Besuchstags - und damit auch den zeitlichen Mittelpunkt der Reise: Angekündigt ist ein "großes Gebetstreffen zur nationalen Versöhnung" in Villavicencio.

Hunderttausende Menschen erwartet

Die Bezirkshauptstadt in der Kornkammer Kolumbiens litt hart unter dem Guerilla-Konflikt. Dass die Veranstaltung nicht als Messe geplant ist, unterstreicht die Absicht, alle gesellschaftlichen Gruppen einzubinden. Dazu passt der Veranstaltungsort: Der Parque Las Malocas ist besonders indigenen Kulturen gewidmet.

Was Villavicencio für die Agrarwirtschaft, ist Medellin für Kolumbiens Katholizismus: Hier wachsen Berufungen. Historisch ist die zweitgrößte Stadt des Landes mit der Bischofsversammlung von 1968 verbunden, in der sich die lateinamerikanischen Kirchenführer zu einer «Option für die Armen» bekannten. Zu einer Messe am 9. September auf dem Flughafen werden Hunderttausende Menschen erwartet.

Papst soll Grundstein segnen für Obdachlosenunterkünfte 

Nachmittags wird Franziskus in der Stierkampfarena La Macarena vor Priestern, Ordensleuten und kirchlichen Laienmitarbeitern sprechen. Zuvor besucht er das traditionsreiche Kinderheim Hogar San Jose, eine Einrichtung für minderjährige Gewaltopfer.

Das schlägt einen Bogen zum letzten Programmtag in Cartagena: eine Hafen- und Touristenmetropole am Pazifik, wo abseits der Vorzeigeviertel Hunderttausende in bitterer Armut leben. Der erste Termin gilt Sozialprojekten und der Begegnung mit Armen. Unter anderem soll der Papst den Grundstein für Obdachlosenunterkünfte segnen.

Angespannte Sicherheitslage in Kolumbien

Symbolträchtig dann ein Besuch an der Wallfahrtsstätte des Nationalheiligen Petrus Claver (1580-1654) in der Altstadt am offenem Meer. Hier leistete der Missionar Claver, Jesuit wie Franziskus, Sklaven geistlichen Beistand. Inzwischen gilt er als Patron der Menschenrechte. Seine Schlussmesse feiert der Papst im Hafenareal an der Bucht von Cartagena - als solle das noch einmal seine stete Forderung an die Kirche illustrieren, an die Ränder zu gehen, sozial wie geografisch.

Es fällt auf, dass die Transfers im Flugzeug oder Hubschrauber ausschließlich über Militärbasen durchgeführt werden. Darin scheint sich eine erhöhte Sorge der Gastgeber um die Sicherheit des Papstes zu spiegeln. Hinweise auf Gespräche mit Vertretern der FARC-Guerilla fehlen im Programm. Dennoch hoffen viele, dass sich Franziskus zu konkreten politischen Entwicklungen äußert - auch zur Krise im Nachbarland Venezuela.

Burkhard Jürgens und Tobias Käufer
(KNA)

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