Franziskus entzündet eine Kerze in der Markuskathedrale in Kairo
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Papst Franziskus besteigt auf dem Flughafen Rom Fiumicino ein Flugzeug der Alitalia.
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Ägyptens Ministerpräsident Sherif Ismail begrüßt Papst Franziskus
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Papst Franziskus (r) begrüßt Imam Ahmad Mohammad al-Tayyeb
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Papst Franziskus und Abdel Fattah al-Sisi
Papst Franziskus und Abdel Fattah al-Sisi
Franziskus mit dem Papst der koptischen Christen, Tawadros II.
Franziskus mit dem Papst der koptischen Christen, Tawadros II.
Große Abschlussmesse in Kairo
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Franziskus begrüßt während seiner Ägyptenreise eine Ordensschwester
Franziskus begrüßt während seiner Ägyptenreise eine Ordensschwester
Auf dem Balkon der Nuntiatur in Kairo
Auf dem Balkon der Nuntiatur in Kairo

30.04.2017

Papstbesuch in Ägypten beendet Appelle gegen religiösen Hass

Papst Franziskus hat seinen zweitägigen Ägypten-Besuch beendet. Präsident Abdel Fattah al-Sisi verabschiedete das Kirchenoberhaupt am Samstag. Im Fokus des Besuchs stand u.a. der Einsatz der Religionen für Frieden und gegen Extremismus.

Der Besuch fand drei Wochen nach den verheerenden islamistischen Anschlägen auf zwei koptische Kirchen in Tanta und Alexandria mit 45 Toten statt und war von hohen Sicherheitsvorkehrungen begleitet.

Während seines Besuchs in der ägyptischen Hauptstadt rief der Papst in mehreren Reden zu Frieden und interreligiöser Versöhnung auf. Zusammen mit dem Großscheich der islamischen Al-Azhar-Universität, Ahmad al-Tayyeb, verurteilte er am Freitag bei einer durch die Hochschule organisierten internationalen Friedenskonferenz Hass und Extremismus im Namen der Religion. Zugleich forderte er den Einsatz für Menschenwürde, Menschenrechte und Religionsfreiheit.

Trotz der Terrorgefahr verzichtete das Kirchenoberhaupt auf ein gepanzertes Fahrzeug und fuhr wie üblich in einem Kleinwagen durch Kairo. Franziskus ist erst der zweite Papst der Neuzeit, der das arabische Land besucht. Beobachter werteten die Reise als wichtigen Impuls für den Dialog zwischen Vatikan und islamischer Welt.

Ökumenischen Weg gestärkt

Franziskus traf auch den ägyptischen Präsidenten al-Sisi und das Oberhaupt der koptischen Christen, Patriarch Tawadros II. Mit ihm zusammen unterzeichnete er eine ökumenische Erklärung. Darin wird das Leiden verfolgter Christen aller Konfessionen als "Zeichen und Werkzeug der Einheit" bezeichnet. Außerdem erinnerte der Papst an die koptischen Terroropfer: "Eure Leiden sind auch unsere Leiden, und ihr unschuldiges Blut vereint uns."

Franziskus hob auch die zentrale Rolle Ägyptens im Kampf gegen Extremismus und Gewalt im Nahen Osten hervor. Die Regierung habe die einzigartige Aufgabe, den Frieden in der Region zu stärken, sagte der Papst bei einem Treffen mit al-Sisi. Jede Ideologie des Bösen und der Gewalt müsse zurückgewiesen werden, forderte der Papst bei seinem Besuch eindringlich. Ausdrücklich würdigte Franziskus die wiederholten Aufrufe al-Sisis zu Toleranz und einem friedlichen Zusammenleben. Ägypten müsse als Wiege der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam endlich aus der "langen Nacht des Leids" aufwachen.

Kritik an Pauschalisierungen

Großscheich al-Tayyeb rief dazu auf, Religion von einem falschen Verständnis zu reinigen, das sich auf sie beruft und "kleine Gruppen" zur Gewalt verführe. Er wandte sich zugleich gegen eine Verunglimpfung des Islam. Man könne nicht eine ganze Religion für die Taten einer fanatischen Minderheit verantwortlich machen.

Die internationale Friedenskonferenz in der Azhar-Universität war ein christlich-muslimisches Gipfeltreffen, wie es zuvor noch nie stattgefunden hatte. Denn außer dem Papst waren auch das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christenheit, Patriarch Bartholomaios I., sowie Spitzenvertreter der katholischen und orthodoxen Kirchen im Nahen Osten gekommen. Das Besondere war nicht zuletzt, dass die Einladung von muslimischer Seite ausging.

"Nächstenliebe darf einziger Extremismus sein"

Bei einer Messe am Samstag rief Franziskus zu einer "Kultur des Dialogs, des Respekts und der Brüderlichkeit" auf. "Der einzige erlaubte Extremismus für Gläubige ist die Nächstenliebe", sagte er bei der Feier in einem Stadion im Osten Kairos. Jegliche andere Art von Extremismus "kommt nicht von Gott und gefällt ihm nicht", so der Papst vor rund 15.000 Gläubigen. Die ägyptischen Christen rief Franziskus zur Feindesliebe auf. Dies sei die Stärke der Christen und ein Schatz. Bei einer Rundfahrt durch die Menge in im offenen Wagen wurde der Papst von einer großen Anzahl Sicherheitsleute abgeschirmt.

Zum Schluss seiner Reise traf Franziskus mit katholischen Priestern und Ordensleuten zusammen. Er appellierte an sie, "Aussäer der Hoffnung, Brückenbauer und Arbeiter des Dialogs und der Eintracht" zu sein. Anschließend flog Franziskus zurück nach Rom. Es war die 18. Auslandsreise des Papstes.

(KNA)

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