Papst Franziskus in einer Haftanstalt
Papst Franziskus in einer Haftanstalt
Am Gründonnerstag hat Papst Franziskus Ex-Mafiosi die Füße gewaschen.
Am Gründonnerstag hat Papst Franziskus Ex-Mafiosi die Füße gewaschen.
Bewegende Momente für die Häftlinge
Bewegende Momente für die Häftlinge

14.04.2017

Papst wäscht Mafia-Kronzeugen die Füße Zu Besuch bei Schwerverbrechern

Papst Franziskus hat zu Beginn zum Beginn der Ostertage am Gründonnerstag bei der Abendmahlsmesse im Gefängnis von Paliano südöstlich von Rom erstmals Mafia-Kronzeugen die Füße gewaschen.

Die Fußwaschung sei "keine folkloristische Zeremonie", sagte er in seiner frei gehaltenen Predigt vor den Häftlingen in der Gefängniskapelle. Sie erinnere vielmehr an das, was Jesus Christus getan habe.

Gastgeber hätten in der Antike vor Gastmählern ihren Gästen durch Sklaven den Staub der Straße von den Füßen waschen lassen. Jesus Christus sei gekommen, um sich zum Sklaven für die Menschen zu machen. So habe er seinen Jüngern beim Abendmahl die Füße gewaschen.

"Ich möchte das gleiche tun, was er getan hat", sagte der Papst in seiner Predigt. Als die Jünger darum gestritten hätten, wer der wichtigste von ihnen sei, habe Jesus ihnen geantwortet, dass derjenige, der der Bedeutendste sein wolle, sich zum Sklaven der anderen machen müsse.

Zellenbesuche im Hochsicherheitstrakt

Bei der Abendmahlsmesse, die an die Einsetzung von Priestertum und Eucharistie erinnert, wusch Franziskus zwölf Häftlingen die Füße, darunter drei Frauen und einem Muslim, der im Juni getauft werden wird. Zwei der Häftlinge sitzen lebenslange Haftstrafen ab.

Vor der Messe war das Kirchenoberhaupt in dem Hochsicherheitsgefängnis mit 70 Häftlingen zusammengetroffen. Zwei Gefangene, die sich in Isolationshaft befinden, besuchter er in ihren Zellen. Die Gefangenen überreichten ihm österliche Kuchen aus der Gefängnisbäckerei, Biogemüse aus dem eigenen Garten und Produkte aus Olivenholz, die sie in der Werkstatt der Haftanstalt fertigten.

Das Gefängnis in der Renaissance-Festung von Paliano war ursprünglich für Kronzeugen der linksextremen Terrorgruppe Rote Brigaden eingerichtet worden. Derzeit sitzen ehemalige Mafia-Angehörige dort ein, die als Kronzeugen mit der Justiz zusammenarbeiten.

Am Rande der Gesellschaft

Franziskus feiert den Abendmahlsgottesdienst seit seinem Amtsantritt 2013 in Gefängnissen, Behinderten- oder Flüchtlingseinrichtungen. Dabei wusch er auch Frauen und Nicht-Christen unter den Häftlingen die Füße. Das Gefängnis von Paliano liegt in der abgelegenen Region Ciociaria. Sie steht für die Peripherie und die dort lebenden Menschen, die Franziskus in den Mittelpunkt seines Pontifikats stellt.

Am Karfreitag wird Franziskus am Kolosseum den Kreuzweg beten. Die Meditationen zu der Prozession am römischen Amphitheater ließ er in diesem Jahr erstmals von einer Frau verfassen. Die französische Theologin und Ratzinger-Preisträgerin Anne-Marie Pelletier ist in Kirchenkreisen für ihre Forschungen auch zur Rolle der Frau in der Kirche bekannt.

Gläubige lud Franziskus zu einem anderen Kreuzweg ein, der im römischen Vorstadtviertel Garbatella stattfindet, an dem er selbst jedoch nicht teilnimmt. Ehemalige Prostituierte, Polizistinnen und Staatsanwältinnen gedenken dabei der Frauen, die als Opfer von Menschenhändlern zu Sexarbeit gezwungen werden.

 

(epd)

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