Ingo Brüggenjürgen in Rom
Ingo Brüggenjürgen in Rom

16.12.2016

domradio.de-Chefredakteur über den runden Papstgeburtstag Caritasdirektor auf dem Papststuhl?

Auf dem Papststuhl sitze leider eine Art "politisch agierender besserer Caritasdirektor", so grantelt man in streng konservativen Kreisen. Die große Mehrheit der Glübigen und auch Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen meint dagegen: Viva el Papa! Ad multos annos!

Papst Franziskus kommt in die Jahre. Wenn Jorge Bergoglio jetzt auf seine 80 Lebensjahre zurückschaut, dann steht fest: Am Ende ist der Papst vom anderen Ende der Welt offenbar noch lange nicht. Unermüdlich rackert und ackert er. Selbst an seinem Geburtstag gibt es einen vollen, völlig normalen Dienstkalender. Eine große Sause mit klassischem Festkonzert für den klerikalen Hofstaat hätte bei diesem Papst auch verwundert. Wie bei seinem ersten Auftritt auf dem Balkon vor der Weltöffentlichkeit überrascht Franziskus immer noch und immer wieder neu: Denn dieser Papst erregt, bewegt und belebt – nicht nur seine Kirche!

Gerade bei denen, die sonst wenig von der Katholischen Kirche halten, punktet der Papst. Ob er den syrischen Kriegstreibern eindrücklich ins Gewissen redet oder ob er sich den weltfremden Klerikalismus vornimmt und sich eine arme Kirche wünscht. Franziskus baut an den Rändern der Gesellschaft zuallererst die Kirche Jesu auf, die die Armen und Notleidenden im Blick hat. Die sich weltweit für die Bewahrung der Schöpfung, für Frieden und Gerechtigkeit stark macht und dem Turbo-Kapitalismus den Kampf ansagt. Durch seine universalgültige, liebevolle Menschlichkeit erreicht der Mann im schlichten Weiß die Weltöffentlichkeit, die sich in unruhigen Krisenzeiten nach einem unabhängigen, glaubwürdigen, menschlichen Übervater sehnt: Selbsternannte Weltverbesserer wie die Trumps, Putins, Erdogans, Assads und Kim Jong-uns gibt es schließlich schon genug! Da erscheint vielen Papst Franziskus wie ein Geschenk des Himmels. "Der Heilige Geist hat uns wirklich bewegt, den Richtigen zu wählen!" freute sich direkt nach dem Konklave schon der damalige Kölner Erzbischof Kardinal Meisner…

Ja, auch innerkirchlich sammelt der Papst seitdem viele Pluspunkte, weil er bis jetzt keinen Jota an der kirchlichen Lehre verändert hat, wohl aber die Barmherzigkeit stärker in die Mitte gestellt hat. Klar, es gibt auch die ewigen Bedenkenträger, die den ach so guten alten Zeiten hinterher trauern: Damals, als es noch keine päpstlichen Interviews gab, bei denen sich hinterher jedes Mal der halbe Vatikan verwundert die Augen reibt, während die andere Hälfte umständlich zu erklären versucht, was der Papst nun schon wieder gemeint habe. Die Menschen aber verstehen und lieben ihren Buongiorno-Papst. Gerade weil er in einfachen Worten immer wieder neu die Frohe Botschaft Jesu erdet.

Nur einige innerkirchliche Altvordere meinen, Franziskus übertreibe es ein wenig mit der Barmherzigkeit. Auf dem Papststuhl sitze leider eine Art "politisch agierender besserer Caritasdirektor", so grantelt man in streng konservativen Kreisen. Es sei höchste Zeit, dass der einzig wahre Papst Benedikt XVI. wieder an die Macht komme und endlich wieder für den einzig wahren Glauben, für Ruhe und Ordnung, sorge. Es verwundert schon, dass genau jene, die früher immer und überall Gehorsam gegenüber dem Papst in Rom einforderten, heute (nicht nur) hinter vorgehaltener Hand grummeln. Diesen Kritikern, es sind wohl längst nicht so viele wie sie es selber gerne in ihren digitalen Netzwerken verkünden, darf man getrost die Worte des Kölner Kardinals Woelki ans Herz legen: "Franziskus will noch etwas bewegen. Der wird schon noch ein paar Jahre weitermachen." Die vielen, die sich in und außerhalb der Kirche über Papst Franziskus freuen, werden da ohne Wenn und Aber zustimmen. Also: Viva el Papa! Ad multos annos!

(DR)

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