Fußballtrikot mit Papst-Porträt
Fußballtrikot mit Papst-Porträt
Italiens Kapitän Buffon beim Papst
Italiens Kapitän Buffon beim Papst
Franziskus mit einem Wimpel von San Lorenzo
Franziskus mit einem Wimpel von San Lorenzo

19.06.2016

Papst Franziskus verpflichtet die alte Heimat Italien zu EM-Sieg Der Capitano aus dem Vatikan

Die Sache war nicht klar: Verpflichtet der Karlspreis einen Argentinier, die Fußball-EM zu verfolgen? Ganz egal ist sie ihm offenbar nicht - denn jetzt hat sich Papst Franziskus auf das Land seiner Vorfahren festgelegt.

Kaum rollen endlich EM-Erfolge, da kommt der Druck von anderer Seite. Papst Franziskus hat Italiens Nationalmannschaft am Samstag seiner Unterstützung versichert. Dem Seelsorger der "Squadra Azzurra", Massimiliano Gabbricci, gab er auf dem Petersplatz seinen Segen mit - und setzte dann nach: "Dass sie jetzt aber nicht als Verlierer heimkommen!" 

Gabbricci, der neben der Nationalelf auch den AC Florenz geistlich betreut, hatte mit Pilgern seines florentinischen Heimatbistums eine Generalaudienz besucht und anschließend den Papst begrüßt. Zum Achtelfinale der "Azzurri" will Gabbricci in der kommenden Woche nach Frankreich reisen. Den Einzug hat sich Italien am Freitag bereits mit einem knappen 1:0-Sieg kurz vor Schluss gesichert - gegen das protestantische Schweden.

Papst kickte als Kind auf der Straße

Für den Papst aus Argentinien ist die Frage, wie das Runde ins Eckige gelangen kann, keineswegs ein bloßes ontologisches Problem.

Franziskus hat das Straßenkicken noch vor der Theologie gelernt: an der Membrillar Nummer 531, neben seinem Geburtshaus im Herzen von Buenos Aires. Der Straßenzug im Stadtteil Flores ist heute die erste Station der sogenannten päpstlichen Stadtführung.

Der Musiker Mario Valdez, der 1948 gemeinsam mit Jorge Bergoglio die fünfte Klasse besuchte, erzählt: "Rechts, an der Ecke, wo heute ein kleiner Spielplatz ist, da hat der Papst als kleiner Junge jeden Nachmittag gekickt. Literatur und Fußball, das waren seine Leidenschaften - in dieser Reihenfolge."

Begnadeter Techniker

Dabei behauptet ein weiterer Schulfreund, Nestor Carabajo, der kleine Jorge sei nie ein begnadeter Techniker gewesen, aber dafür schon damals ein Taktiker vor dem Herrn. Oft habe er die Mannschaften aufgestellt und die Marschrichtung vorgegeben. Und wenn auch Päpste die große Liebe kennenlernen: Für Franziskus ist es - außer seiner eigentlichen Berufung natürlich - Atletico San Lorenzo de Almagro aus Buenos Aires.

Jorge Mario Bergoglio, Jahrgang 1936, ist schon seit sieben Jahrzehnten Anhänger des Stadtclubs San Lorenzo, der 1908 von einem Salesianerpater gegründet wurde. Seit dem 100. Vereinsjubiläum im Jahr 2008 ist der heutige Papst auch Ehrenmitglied. Grundstein seiner unverbrüchlichen Liebe war das Meisterjahr 1946 - und ein Stadionbesuch mit seiner Familie.

Ehrenmitglied bei "San Lorenzo"

Bis heute zahlt "Mitglied 88235" per Einzugsermächtigung seine Beiträge, wie die Club-Führung versichert. Noch als Kardinal von Buenos Aires hat Bergoglio die Kapelle des neuen "Gasometer-Stadion" in "seinem" Stadtteil Flores geweiht. Spendiert wurde sie übrigens von Hollywood-Star Viggo Mortensen, der Teile seiner Kindheit in Argentinien verbrachte.

Ob er, der sich zu Beginn seiner Amtszeit als "Papst vom anderen Ende der Welt" bezeichnete, sich nun aber tatsächlich für ein Fußballturnier im Alten Europa interessieren würde, war keineswegs ausgemacht. Immerhin hatte Franziskus schon 2014 das historisch wohl einmalige WM-"Finale der Päpste" zwischen Deutschland und Argentinien ausgelassen. Die Geschichte gab ihm freilich damals Recht - ersparte er sich doch so die Niederlage seines Heimatlandes.

Daumendrücken für Italien

Der jüngst verliehene Aachener Karlspreis an Papst Franziskus für Verdienste um die europäische Idee enthält nicht notwendig eine Verpflichtung zum EM-Gucken. Doch nun hat Franziskus eben doch durchblicken lassen, dass er Italien, dem Land seiner Vorfahren, die Daumen drückt.

Sein Segen könnte der in die Jahre gekommenen Truppe um Keeper Gigi Buffon noch von Nutzen sein - denn die EM-Bilanz des vierfachen Weltmeisters fällt bislang eher bescheiden aus: Bei der Euro 2004 schied Italien in der Vorrunde aus, 2008 im Viertelfinale. Bei der vorigen EM 2012 ging man im Finale gegen Spanien mit 0:4 unter. Den EM-Titel gewannen die Blauen nur einmal: 1968. Nach einem 1:1 im Finale gegen Jugoslawien ging das Wiederholungsspiel mit 2:0 an die "Squadra Azzurra".

Alexander Brüggemann
(KNA)

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