Gemeinsames Gebet in Castel Gandolfo (2013)
Franziskus und Benedikt XVI. haben ein gutes Verhältnis

11.03.2016

Fragen und Antworten zum Jahrestag der Wahl von Papst Franziskus Wo wohnt der Papst - und wie lange bleibt er noch im Amt?

Wo wohnt der Papst? Wie verträgt er sich mit seinem zurückgetretenen Vorgänger? Und wie lange will er eigentlich selbst im Amt bleiben? Viele Fragen rund um Franziskus. Antworten hat er selbst schon gegeben.

Vor drei Jahren wurde Papst Franziskus an die Spitze der katholischen Kirche gewählt. Seitdem macht er manches anders als seine Vorgänger - angefangen bei der Wohnung. Fragen und Antworten rund um den Papst "vom Ende der Welt", wie er sich nach der Wahl selbst beschrieben hat.

Wo wohnt Franziskus?

Der Papst wohnt seit seiner Wahl im vatikanischen Gästehaus Santa Marta, direkt neben dem Petersdom. Das frühere Krankenhaus, dann Pilgerheim, wurde unter Papst Johannes Paul II. (1978 - 2005) zu einem Hotelbetrieb für Vatikan-Gäste und Kardinäle während des Konklaves, also der Papstwahl, umgebaut. Dort bewohnt Franziskus die Suite 201, ein Vier-Zimmer-Appartement im zweiten Stock. Die traditionelle Papstwohnung im Apostolischen Palast hoch über dem Petersplatz sei ihm zu groß und zu abgelegen, sagte Franziskus damals. Er wolle lieber "unter Menschen" sein. In Santa Marta empfängt der Papst auch häufig Gäste und feiert in der Kapelle des Gästehauses regelmäßig die Frühmesse. Die Mahlzeiten nimmt er allerdings an einem abgesonderten Tisch ein. Die Papstwohnung im Apostolischen Palast sucht er nur zum Angelus-Gebet am Sonntagmittag auf.

Wohin ist Franziskus schon gereist?

Er reise nicht gerne, sagte Papst Franziskus zu Beginn seines Pontifikats. Davon war aber bald nicht mehr viel zu spüren. Neben zahlreichen Visiten innerhalb Italiens hat Franziskus bisher zwölf Auslandsreisen unternommen. Auf seinem Programm standen Brasilien, das Heilige Land, Südkorea, Albanien, das Europäische Parlament in Straßburg, die Türkei, Sri Lanka, Philippinen, Bosnien und Herzegowina, Ecuador, Bolivien und Paraguay, Kuba, USA, Kenia, Uganda, die Zentralafrikanische Republik, nochmals Kuba und Mexiko.

Damit kommt er seiner eigenen Forderung nach, die Kirche müsse vor allem an die Ränder der Weltkirche gehen. Kerneuropa hat er bisher links liegen lassen. Im Juli besucht er den Weltjugendtag in Krakau. Eine Papstreise nach Deutschland ist aber bisher nicht im Gespräch.

Ist Franziskus ein Reformer? Verändert er die kirchliche Lehre zu Ehe und Sexualität?

Franziskus fordert mehr Barmherzigkeit der Kirche gegenüber allen, die ein Leben führen, das nicht ihrer Lehre entspricht. Damit meint er auch wiederverheiratete Geschiedene und Homosexuelle. Das hat viele auf Änderungen der kirchlichen Lehre hoffen lassen. Dazu ist es bislang jedoch nicht gekommen. Der Papst hat vielmehr angedeutet, dass er mehr Spielraum im konkreten Einzelfall für möglich hält, aber keine grundsätzliche Änderung der Lehre. Franziskus' Maxime scheint bislang zu lauten: die Seelsorge kommt vor der kirchlichen Lehre, Abweichungen im Einzelfall sind denkbar, doch am Grundsatz wird nicht gerüttelt.

Wie ist das Verhältnis zwischen Franziskus und Benedikt XVI.?

Das Verhältnis zwischen beiden gilt als gut und herzlich. Franziskus besucht seinen zurückgetretenen Vorgänger regelmäßig in dessen Altersruhesitz in den Vatikanischen Gärten, etwa vor Auslandsreisen oder zu hohen Festtagen. Anfängliche Befürchtungen, Benedikt XVI. könnte von Franziskus' Widersachern als Gegen-Papst instrumentalisiert werden, haben sich nicht bestätigt. Benedikt XVI. sei für ihn wie ein weiser Großvater, der immer für ihn da sei, wenn er Rat brauche, beschrieb Franziskus wiederholt das Verhältnis zu seinem Vorgänger. Wie Benedikt XVI. über seinen Nachfolger denkt, bleibt bisher sein Geheimnis.

Wie lange bleibt Franziskus noch im Amt?

Vor zwei Jahren antwortete der heute 79 Jahre alte Franziskus auf die Frage, wie lange sein Pontifikat wohl noch dauern werde: "Ich habe das Gefühl, dass mein Pontifikat kurz sein wird. Vier oder fünf Jahre." Franziskus hat keinen Zweifel daran gelassen, dass er wie sein Vorgänger Benedikt XVI. auch zurücktreten würde. Und zwar dann, wenn er sich körperlich und geistig nicht mehr in der Lage sähe, sein Amt auszufüllen. Allerdings gilt es als sehr unwahrscheinlich, dass Franziskus noch zu Lebzeiten des emeritierten Papstes Benedikt XVI. auf sein Amt verzichten könnte. 

(KNA)

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