Franziskus fährt in das Stadion von Tuxtla Gutierrez ein...
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...und grüßt die Familien
...und grüßt die Familien

16.02.2016

Papst setzt sich für Familie als Lebensform ein Brot der Freude, Schweiß der Schwierigkeiten

Papst Franziskus hat in Mexiko zum Glauben an die Familie aufgerufen. Heutzutage gelte die Familie vielen als überholte Lebensform, die keinen Platz mehr in der Gesellschaft habe, sagte er bei einem Treffen mit Tausenden Familien in Tuxtla Gutierrez.

Unter dem Vorwand der Modernität begünstige der Zeitgeist vielmehr ein auf Isolierung gegründetes Modell ohne Gemeinschaft und Solidarität. Dies erzeugt nach seinen Worten nur Einsamkeit und innere Unsicherheit. Der Traum von Familie dürfe nicht verloren gehen, mahnte der Papst am Montag (Ortszeit) im Stadion von Tuxtla Gutierrez, der Hauptstadt des südmexikanischen Bundesstaates Chiapas. Bei dem Treffen trat auch ein wiederverheirat-geschiedenes Paar auf, mit dem der Papst betete.

Zwar sei das Familienleben oft mühsam und voller Enttäuschungen, so das Kirchenoberhaupt. Neben dem Brot der Freude und der Hoffnung gebe es auch den Schweiß der täglichen Schwierigkeiten. Aber, so der Papst wörtlich: "Mir ist eine verwundete Familie, die alle Tage versucht, die Liebe in all ihren Formen und Zeiten auszudrücken, lieber als eine Gesellschaft, die an Zurückgezogenheit krankt und an der Bequemlichkeit, die sich davor fürchtet, zu lieben. Mir ist eine Familie, die ein ums andere Mal versucht, wieder neu zu beginnen, lieber als eine narzisstische und auf Luxus und Komfort versessene Gesellschaft. Mir ist eine Familie mit einem von der Hingabe ermüdeten Gesicht lieber als geschminkte Gesichter, die nichts wissen von Zärtlichkeit und Mitgefühl."

Papst fordert Hilfen für bedürftige Eltern und Kinder

Franziskus forderte auch mehr staatliche Hilfe für bedürftige Familien. Notwendig seien Gesetze, die ihnen das Existenzminimum und würdige Arbeit garantierten, damit sich die Menschen entfalten könnten. Materielle Unsicherheit bedrohe nicht nur den Körper, sondern auch die Seele, besonders wenn noch Kinder zu versorgen seien, unterstrich der Papst. Daneben braucht es aus seiner Sicht aber auch den persönlichen Einsatz füreinander sowie den "Schwung", das eigene Leben zu meistern.

Die Quelle dieses inneren Antriebs finden die Menschen nach Franziskus' Worten in Gott. Dieser habe sich ihnen in seinem Sohn Jesus offenbart und damit eine neue Dynamik in die Welt gebracht. "Ich danke Gott für seine pulsierende Gegenwart in euren Familien", sagte der Papst.

Päpstliches Programm am Dienstag

Mit einem Besuch im Bundesstaat Michoacan setzt Papst Franziskus am Dienstag seine Mexiko-Reise fort. In der Stadt Morelia stehen eine Messe mit Priestern, Ordensleuten und Seminaristen und ein Treffen mit Jugendlichen auf dem Programm. Wie bei solchen Treffen üblich, dürfte Franziskus auch bei dieser Gelegenheit einen spontanen Dialog mit den Teilnehmern beginnen. Am Abend kehrt er nach Mexiko-Stadt zurück, wo er während seiner Pastoralreise in der diplomatischen Vertretung des Vatikan wohnt.

Unmittelbar vor dem Besuch von Papst Franziskus in Michoacan haben Polizei und Armee in einer groß angelegten Aktion einen großen Sicherheitsring um die Hauptstadt Morelia gezogen. Wie die Tageszeitung "Jornada" berichtet, sind dabei Einsatzkräfte aus der Armee, der Marine, der Bundespolizei und der Polizei des Bundesstaates im Einsatz. Die Region Michoacan gilt als Hochburg des Drogenhandels und Schauplatz von Auseinandersetzungen rivalisierender Drogenkartelle. Laut "Jornada" wurden in dem Bundesstaat seit 2006 mindestens 5.500 Menschen ermordet.

(KNA)

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