Ehepaar Poroschenko beim Papst
Ehepaar Poroschenko beim Papst

20.11.2015

Papst trifft mit ukrainischen Präsidenten zusammen "Ukraine-Konflikt mit politischen Mitteln lösen"

Papst Franziskus hat sich bei einer Begegnung mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko für eine politische Lösung des Konflikts ausgesprochen - und eine Einladung in die Ukraine erhalten.

Die Gesprächspartner betonten, politische Lösungen unter Einbeziehung aller Beteiligten müssten den Vorrang haben, wie der Vatikan am Freitag im Anschluss an die Begegnung mitteilte. Dazu gehöre zuerst die vollständige Umsetzung der Abkommen von Minsk. Den Angaben zufolge äußerten sich Papst und Poroschenko besorgt über Schwierigkeiten bei der humanitären Notversorgung, insbesondere hinsichtlich des Zugangs von Hilfsorganisationen zu den Kampfzonen.

Papst überreicht Medaille als Zeichen des Friedenswunsches

Beide hoben zudem die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Konflikts auf das gesamte Territorium hervor. Als Geschenk überreichte Franziskus seinem Gast eine Medaille mit der Abbildung eines Olivenzweigs. "Das ist mein Friedenswunsch für die Ukraine", so der Papst.

Nach der Audienz konferierte Poroschenko den Angaben zufolge auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Außenminister Paul Richard Gallagher. In allen Gespräch sei die wichtige Rolle der Kirchen für die Gesellschaft des Landes hervorgehoben worden, insbesondere der ukrainisch-katholischen Kirche und der lateinischen Kirche.

Das Minsker Abkommen vom Februar 2015, das auf Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Francois Hollande zustande kam, sieht eine Waffenruhe in der Ostukraine, eine Pufferzone, einen Gefangenenaustausch und eine Frontüberwachung durch die OSZE vor.

Poroschenko lädt Franziskus in die Ukraine ein

Staatspräsident Poroschenko hat Papst Franziskus nach eigenem Angaben zu einem Besuch in sein Land eingeladen. Das teilte er am Freitag nach einer Papstaudienz im Vatikan bei Facebook mit. "Er nahm die Einladung an", so Poroschenko.

Der Staatspräsident sprach sich bei der Begegnung mit dem Papst außerdem für die Seligsprechung des griechisch-katholischen Großerzbischofs Andrej Alexander Scheptyzkyj (1865-1944) aus. Im Juli hatte die Heiligsprechungskongregation Scheptyzkyj den sogenannten heroischen Tugendgrad mit Billigung des Papstes zugesprochen - eine wichtige Etappe für die Erhebung zur Ehre der Altäre. Er hatte als Großerzbischof von Lemberg Juden vor dem Holocaust gerettet, zugleich aber auch die Aufstellung einer ukrainischen SS-Division begrüßt.

Poroschenko warb den Angaben zufolge zudem für die Eröffnung eines Seligsprechungsverfahrens für den griechisch-katholischen Bischof Stepan Czmil (1914-1979). Czmil sei der "geistliche Mentor des Papstes in Argentinien" gewesen, schrieb er bei Facebook.

Als bislang einziger Papst hatte Johannes Paul II. (1978-2005) die Ukraine 2001 besucht. Rund 70 Prozent der 45 Millionen Ukrainer bekennen sich zum orthodoxen Christentum. Der mit Rom verbundenen griechisch-katholischen Kirche gehören etwa fünf Millionen und der römisch-katholischen Kirche rund eine Million Menschen an.

(KNA)

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