Stadtviertel in Havanna
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Castro zu Besuch beim Papst
Castro zu Besuch beim Papst

15.05.2015

Kuba freut sich auf Papstbesuch Heiße Tage in Havanna

Die katholische Kirche in Kuba freut sich über die angekündigte Papst-Reise auf die Karibikinsel im September. Franziskus hat bei der Annäherung zwischen den USA und Kuba eine entscheidende Rolle gespielt. Auch Staatspräsident Castro schätzt Franziskus.

Der neue Sitz der Kubanischen Bischofskonferenz in Havanna ist seit wenigen Tagen noch mehr in den Fokus internationaler Medien gerückt. Seit Montag steht fest: Papst Franziskus wird vom 19. bis 22. September nach Kuba reisen. Auf dem Besuchsprogramm stehen neben der Hauptstadt Havanna auch die Städte Holguin und Santiago de Cuba. Damit wird der Besuch von Franziskus weiter aufgewertet. Der Vatikan hatte im April überraschend mitgeteilt, dass Franziskus unmittelbar vor seiner USA-Reise Ende September auch Kuba besuchen wolle. Beobachter hatten zunächst nur mit einem kurzen Abstecher auf die Karibikinsel gerechnet. Die USA-Reise wird voraussichtlich vom 22. bis 27. September stattfinden.

Offene Arme für den Papst

«Papst Franziskus wird hier in Kuba mit offenen Armen empfangen», sagt Bischof Jose Felix Perez im Gespräch mit der KNA in Havanna. «Er hat eine bedeutende Rolle beim Annäherungsprozess zwischen den USA und Kuba gespielt.» Daher sei es nur logisch, dass sich das lateinamerikanische Kirchenoberhaupt auch vor Ort dafür einsetzen wolle, dass der Dialog voranschreite. «Wir liegen ganz auf der Wellenlänge des Papstes. Der Dialog ist der beste Weg, Differenzen zu beseitigen und Hindernisse zu überwinden. Das gilt auch für alle Probleme in Kuba.»

Der anstehende Besuch von Papst Franziskus wird nach Einschätzung des italienischen Kardinals Beniamino Stella den diplomatischen Annäherungsprozess zwischen Kuba und den USA weiter voranbringen. Der Kuba-Aufenthalt des ersten lateinamerikanischen Kirchenoberhauptes werde «Spuren der Hoffnung und der Liebe» hinterlassen, sagte Stella während eines Besuches auf der kommunistisch regierten Karibikinsel. Stella hatte bereits in seiner Funktion als Nuntius die Kuba-Visite von Johannes Paul II. 1998 mit vorbereitet. Dessen Nachfolger Benedikt XVI. hatte im März 2012 Santiago de Cuba mit der Wallfahrtsstätte El Cobre sowie Havanna besucht.

Treffen von Papst Franziskus und Raul Castro

Der anstehende Papst-Besuch stand auf im Fokus des langen Gesprächs von Kubas Staatspräsident Raul Castro und Franziskus am vergangenen Sonntag im Vatikan. Anschließend erklärte Castro, dies sei der wichtigste Staatsbesuch seines Lebens gewesen. Castro schätzt den Argentinier sehr: «Wenn der Papst so weitermacht, dann kehre ich zur katholischen Kirche zurück». Das habe er Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi versichert, den er später auch noch traf. Und Castro fügte hinzu: Obwohl die Kommunistische Partei auf Kuba niemals Gläubige aufgenommen habe.

Inzwischen aber spürt auch die katholische Kirche das wachsende Vertrauen der regierenden Kommunisten. Spatenstiche für kirchliche Bauten häufen sich. Es sind die ersten seit der gewaltsamen Vertreibung vieler Würdenträger in den Nachwehen der Revolution vor einem halben Jahrhundert. Eine Aufarbeitung dieser dunklen Epoche hat es bis heute nicht gegeben. Nun kehrt die Kirche in das gesellschaftliche Leben der Insel zurück. «Die Menschen sehen in der Kirche auch ein Zeichen der Hoffnung», sagt die katholische Ordensschwester Yvetty Guzman, die sich für ein Projekt des Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat engagiert. «Der Staat ist offener gegenüber der Kirche als früher», sagt die Dominikanerin. Und seit die Nachricht über den «Enteisungsprozess» zwischen Havanna und Washington bis in die Gemeinden dringe, blickten viele Menschen in Kuba der Zukunft zuversichtlicher entgegen.

Bedeutung der Kirche wächst

Die Bedeutung der Kirche auf Kuba ließ auch Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande dieser Tage durchblicken. Kardinal Jaime Ortega y Alamino (78), katholischer Erzbischof von Havanna, erhielt am Montag aus seinen Händen den Orden der Französischen Ehrenlegion für sein Engagement als politischer Vermittler. Hollandes Besuch war der erste eines französischen Staatspräsidenten seit der kubanischen Unabhängigkeit 1898. Ortega ist die prägende Gestalt in der Kirche Kubas und seit 1981 Erzbischof von Havanna. In den vergangenen Jahren trat er auch als Vermittler für die Freilassung politischer Gefangener hervor. Immer wieder äußern sich der Kardinal und andere Kirchenvertreter kritisch zu den gesellschaftlichen Zuständen im Land, vermeiden jedoch eine Fundamentalopposition.

Tobias Käufer
(KNA)

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