Papst Franziskus
Papst Franziskus

03.05.2015

Papst fordert mehr Schutz von Kindern vor Gewalt Wider die Gleichgültigkeit

Papst Franziskus hat einen besseren Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch und Gewalt gefordert. Anlass war ein italienischer Tag für minderjährige Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch.

"Wir alle müssen uns darum bemühen, dass jeder Mensch, vor allem die Kinder, stets verteidigt und geschützt werden", sagte der Papst am Sonntag zum Abschluss seines Mittagsgebets auf dem Petersplatz. Der Tag für minderjährige Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch geht auf die Kinderschutzorganisation "Meter" zurück und wurde 1995 eingeführt. Mitglieder der von dem katholischen Priester Fortunato Di Noto gegründeten Organisation waren unter den Gästen auf dem Petersplatz.

Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella rief zum Engagement gegen "Schweigen, passive Duldung und Gleichgültigkeit" gegenüber Pädophilie und Gewalt gegen Kinder auf. Ebenso wie Papst Franziskus dankte Mattarella der Organisation "Meter" für ihren Einsatz. Die katholische Kirche sei "besonders sensibel" für diese Problematik, so der Staatspräsident in einer am Sonntag verbreiteten Botschaft.

Papst: Christen sollte man wie Bäume an ihren Früchten erkennen

Beim Mittagsgebet hatte Franziskus zuvor gläubige Christen mit Bäumen verglichen: Man solle sei an ihren Früchten erkennen. Dazu zählten Liebe, Freude und Friede, ebenso wie Langmut, Freundlichkeit und Güte. Auch an Treue und Selbstbeherrschung könne man erkennen, dass jemand ein "wahrer Christ" sei, so Franziskus weiter. Diese Früchte des Heiligen Geistes könne jeder empfangen, der mit Jesus "innig vereint" sei. Sie verwandelten den ganzen Menschen und kämen dem Nächsten und der Gesellschaft insgesamt zugute, erklärte der Papst von einem Fenster des Apostolischen Palasts aus vor mehreren zehntausend Menschen.

Franziskus machte zugleich deutlich, dass ein Christ kein Einzelkämpfer sein könne. Ebensowenig wie eine Rebe ohne den Weinstock Frucht bringe, könne ein Christ nicht ohne Christus und die Kirche existieren, erklärte der Papst. Die Reben seien nicht selbstständig, sondern hingen völlig vom Weinstock ab, "in dem sich die Quelle ihres Lebens befindet". Er verwies auf das biblische Gleichnis Jesu von dem Weinstock und den Reben. Darin beschreibt sich Jesus selbst als Weinstock und die Jünger als Reben. "Jeder von uns ist eine Rebe des einzigen Weinstocks", so der Papst. "Alle zusammen sind wir berufen, die Früchte dieser gemeinsamen Zugehörigkeit zu Christus und zur Kirche zu bringen."

Besuch der Pfarrei am beliebtesten Badestrand Roms

Am Sonntagnachmittag besuchte er die Gemeinde "Santa Maria Regina Pacis" in Ostia unweit des beliebtesten Badestrands bei Rom. "Heute ist ein Tag der Versuchung, man könnte bei dieser Sonne an den Strand gehen, aber im Leben muss man wählen", sagte der Papst zur Begrüßung von rund 50 Pfadfindern der Pfarrei in Anspielung auf die sommerlichen Temperaturen um die 25 Grad.

Nach weiteren Treffen mit Alten, Kranken und jungen Familien feierte Franziskus in der Kirche der Gemeinde einen Gottesdienst. Wie bei früheren Pfarreibesuchen nahm er auch einem Gläubigen die Beichte ab.

In seiner Predigt wandte sich Franziskus gegen Heuchelei unter Christen. Man könne nicht sonntags in die Kirche gehen und sonst wie ein Heide leben, so der Papst.

Vor dem Besuch traf Franziskus außerhalb des offiziellen Programms mit einer Gruppe von Ordensfrauen der "Kleinen Schwestern Jesu von Charles de Foucauld" zusammen, die auf einem Kirmesgelände mit Schaustellern zusammenleben.

Es war sein dritter Pfarreibesuch in diesem Jahr und der elfte seit Beginn des Pontifikats.

Ostia ist der beliebteste Badeort der Römer. An Sommerwochenenden strömen sie zu Tausenden an den Sandstrand des römischen Außenbezirks. Vom Stadtzentrum aus führt eine eigene Straßenbahnlinie direkt zum Strand. Einige Gegenden Ostias gelten als soziale Brennpunkte. Der Migrantenanteil in dem Stadtbezirk ist hoch.

Die Kirche "Santa Maria Regina Pacis" wurde 1928 geweiht. Heute ist sie die Titelkirche eines engen Beraters von Papst Franziskus, des kongolesischen Kardinals Laurent Monsengwo Pasinya. Der Erzbischof von Kinshasa, der dem Kardinalsrat zur Kurienreform angehört, ist damit eine Art Schirmherr der Kirche. Zur Pfarrei "Santa Maria Regina Pacis" zählen rund 20.000 Katholiken. Die Gemeinde in Ostia wird von Pallottinerpatern betreut.

(KNA)

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