Der Papst zu Gast in der EU
Der Papst wird von Schulz begrüßt

26.11.2014

EU-Parlamentspräsident lobt Papstrede "Reformiert eure Institution"

Papst Franziskus hat vor dem EU-Parlament in Straßburg eine bewegende Grundsatzrede gehalten - für den Parlamentspräsidenten Martin Schulz (58) war diese "historisch".

KNA: Herr Schulz, Sie wirkten sehr glücklich nach der Rede des Papstes. Stimmt dieser Eindruck?

Schulz: Ich glaube, dass das eine historische Rede war. Der Papst hat eigentlich zwei Botschaften vermittelt: Setzt die Würde des Menschen in den Mittelpunkt eures Handelns, denn das ist die Seele Europas. Um sie aber glaubwürdig zu machen, reformiert eure Institution - weil eure Institution von vielen Menschen immer mehr als anonyme Macht wahrgenommen wird, die mit dieser Seele nichts mehr zu tun hat.

Das ist, was auch ich denke. Deshalb fand ich auch ein zweites Element so beeindruckend. Ich bin schon sehr lange Abgeordneter hier, und ich habe noch nie einen Mann gesehen, der so viel Beifall für seine Rede von allen unterschiedlichen politischen Gruppierungen bekommen hat. Man könnte jetzt sagen, der Papst war so unkonkret, dass sich jeder damit identifizieren konnte. Aber es war das genaue Gegenteil der Fall: Er war ganz konkret. Damit ist der Beweis angetreten, dass der Papst die Herzen der Menschen hier erreicht hat.

KNA: Hat er auch Ihr Herz erreicht?

Schulz: Ganz sicher. Aber das hat er schon vorher, nicht erst heute.

Er ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Ich hatte ja auch die Gelegenheit, seiner Begegnung mit Frau Schmidt beizuwohnen - der Frau, bei der er vor fast 30 Jahren mal für zwei Monate als Gast gewohnt hat. Ich bin mit ihm über den Flur gegangen. Er wusste ja nicht, dass Frau Schmidt hier war. Plötzlich hat er sie gesehen; das war ein wirklich berührender Moment. Er sagt: Das gibt's doch nicht.

Er hat sie wiedererkannt. Das war für mich schon ein Beweis dafür, dass der Mann eine enorme Ausstrahlung hat.

KNA: Man hatte den Eindruck, dass auch die anderen Parlamentarier über die Parteien hinweg von der Rede beeindruckt waren. Kann das Auswirkungen haben auf künftige Debatten?

Schulz: Das hoffe ich sehr. Allerdings ist der parlamentarische Alltag ja oft so, dass man sich bei solchen feierlichen Anlässen zwar berühren lässt, das aber nicht sofort in die Gesetzgebungsarbeit umsetzt. Übrigens war das ja einer seiner Appelle: Ihr seid als Gesetzgeber auch verpflichtet, das, was ich euch hier sage, auch aufzugreifen.

Ich glaube schon, dass diese Rede Wirkung hinterlässt. Er hat ja etwas beschrieben, was jeder spürt - und er hat dem heute eine Stimme gegeben. Er hat uns gesagt: Ihr müsst sehen, dass ihr nicht ein großes Potenzial verspielt mit dieser Idee von Europa, auf die die Welt zum Teil mit Neid schaut. Deshalb habt ihr eine hohe Verantwortung. Dass das heute einmal so klar ausgedrückt wurde, fand ich hilfreich.

KNA: Was haben Sie dem Papst persönlich gesagt, als Sie ihn begrüßten oder zum Abschied?

Schulz: Als ich ihn eben begrüßte, habe ich mich bedankt, dass er gekommen ist. Das ist eine ganz große Ehre für das Europäische Parlament. Und als ich ihn verabschiedete, habe ich ihm gesagt: Sie sind ein Mann, der Orientierung gibt in Zeiten der Orientierungslosigkeit. Das haben wir heute gespürt.

Kerstin Bücker
(KNA)

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