22.09.2013

Weitere wichtige Personalentscheidungen an der römische Kurie Der Papst setzt auf Diplomaten

Nach der Benennung eines neuen Kardinalstaatssekretärs hat Papst Franziskus am Samstag weitere wichtige Personalentscheidungen für die römische Kurie getroffen.

Franziskus berief Erzbischof Beniamino Stella (72), den Leiter der päpstlichen Diplomatenschule, zum neuen Präfekten der Kleruskongregation. Den bisherigen Amtsinhaber Kardinal Mauro Piacenza (69) versetzte er auf den ehrenvollen, aber wenig einflussreichen Posten des Apostolischen Großpönitentiars.

Als Leiter der Kleruskongregation ist Stella eine Art Personalchef für einen Großteil der rund 280.000 katholischen Weltpriester und damit einer der wichtigsten Männer an der Kurie. Stellas Nachfolger als Leiter der Diplomatenschule wiederum ist Giampiero Gloder (55), bislang im vatikanischen Staatssekretariat Büroleiter mit "besondern Aufgaben".

Auffällig ist, dass Franziskus mit Stella einen weiteren kirchlichen Diplomaten in eine Spitzenposition beruft. Der künftige Kardinalstaatssekretär, Erzbischof Pietro Parolin (58), der am 15. Oktober sein Amt antritt, war zuvor päpstlicher Botschafter in Venezuela. Stella war zwar seit 2007 als Leiter der päpstlichen Diplomatenschule in Rom. Die hinter dem Pantheon in der römischen Innenstadt gelegene "Pontificia Accademia Ecclesiastica" ist jedoch weit genug vom Vatikan entfernt, um nicht "Teil des Systems" zu sein.

Zuvor hatte sich Stella auf einem besonders heiklen Außenposten der vatikanischen Diplomatie bewährt: Von 1992 bis 1999 vertrat er den Heiligen Stuhl als päpstlicher Botschafter in Kuba. Als solcher bereitete er den historischen Besuch von Johannes Paul II. (1978-2005) in dem kommunistischen Land im Jahr 1998 vor.

Über eine Ablösung Piacenzas war seit längerem spekuliert worden. Zum einen war kaum zu übersehen, dass zwischen dessen Priesterbild und dem von Franziskus Welten lagen. Piacenzas sehr stark auf Frömmigkeit und kultische Handlung fixierte Vorstellung von einem Geistlichen passten nicht recht zu Franziskus Kirche für die Armen. Zum anderen hat sich der einstige Doktorand von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone mit seinem Wirken an der Kurie nicht nur Freunde gemacht.

Franziskus dürfte darüber bestens informiert gewesen sein. Schließlich war Kardinal Claudio Hummes, sein enger Freund, der mit ihm am Wahltag auf den Balkon des Petersdoms trat, als Präfekt der Kleruskongregation einige Zeit Vorgesetzter von Piacenza. Der Italiener war zu dieser Zeit Sekretär, also "zweiter Mann" in der Hierarchie der Kurienbehörde. 

Neuer Generalsekretär der Weltbischofssynode

Auch die Bestätigung von Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller (65) im Amt war seit längerem erwartet worden. Müller war von Franziskus nach der Wahl wie alle anderen Leiter von Kurienbehörden zunächst nur vorübergehend im Amt bestätigt worden. Manche Beobachter wunderten sich allerdings darüber, dass der ehemalige Regensburger Bischof nicht schon früher von Franziskus "entfristet" wurde. Ebenfalls im Amt bestätigte der Papst den Präfekten der vatikanischen Missionskongregation, Kardinal Fernando Filoni (67). Mit diesem einflussreichen Amt ist die Verantwortung die Ortskirchen in den ehemaligen Missionsgebieten in Afrika und Teilen Asiens verbunden.

Eine weitere Personalie erscheint insbesondere vor dem Hintergrund des jüngst veröffentlichten Interviews mit Franziskus von besonderer Bedeutung: Der Papst ernannte Erzbischof Lorenzo Baldisseri (72) zum neuen Generalsekretär der Weltbischofssynode. Baldisseri ist Nachfolger von Erzbischof Nikola Eterovic (62), der als päpstlicher Botschafter nach Berlin wechselt. Franziskus hatte schon früher angekündigt, dass er diese Bischofsversammlungen als kollegiales Gremium zur Leitung der Weltkirche stärken wolle. Bislang seien die Weltbischofssynoden zu "starr" verlaufen, beklagte er jetzt in dem Gespräch mit der Jesuiten-Zeitschrift "Civilta Cattolica". Diesen Wunsch des Papstes zu erfüllen, wird Baldisseris Aufgabe sein. Dass der Italiener von Organisation etwas versteht, hat er als Sekretär des Konklaves bewiesen. Er machte seine Aufgabe offenbar so gut, dass man ihm anschließend die rote Scheitelkappe eines Kardinals aufs Haupt setzte.

Thomas Jansen
(KNA)

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