22.06.2013

Ein "Zug der Kinder" fährt zum Papst Franziskus und der Lokomotivführer

250 Kinder haben den Vatikan vorübergehend in einen Jungbrunnen verwandelt: Papst Franziskus empfing am Bahnhof des kleinsten Staates der Welt die kleine Passagiere, die mit einem Sonderzug der italienischen Eisenbahn angereist waren.

Die Kinder zwischen sechs und zehn Jahren kamen aus Mailand, Florenz und Bologna. Sie stammen überwiegend aus sozial schwierigen Verhältnissen, viele von ihnen aus Einwandererfamilien. Nach dem Angelus-Gebet begrüßte Franziskus die kleinen Gäste vor dem Bahnhof hinter dem Petersdom und wechselte ein paar Worte mit einigen von ihnen. Die Kinder wurden von rund 200 Eltern und Betreuern begleitet.

Der Hochgeschwindigkeitszug vom Typ "Silberpfeil" war am Sonntagmorgen in Mailand abgefahren und kam nach Zwischenstopps in Bologna und Florenz, wo jeweils weitere Kinder zustiegen, gegen elf Uhr im Vatikan an. Es handelt sich um eine Initiative der staatlichen Eisenbahn Italiens und des päpstlichen Kulturrates.

Nach dem Empfang durch den Papst fuhren die Kinder wieder über Bologna und Florenz nach Mailand zurück. Auf vatikanischem Gelände wurde der "Silberpfeil" von einer Diesellok gezogen. Der Vatikan verfügt nicht über elektrische Hochspannungsleitungen.

Papst: Heute gibt es mehr Märtyrer als im Urchristentum

Später gedachte Papst Franziskus der verfolgten Christen in aller Welt. Auch heute gebe es in vielen Teilen der Welt christliche Märtyrer, sagte der Papst auf dem Petersplatz. Gegenwärtig sei die Zahl der Männer und Frauen, die wegen ihres Glaubens getötet würden, sogar höher als in den ersten Jahrhunderten des Christentums. Zugleich hob Franziskus hervor, dass auch Nichtchristen, die für die Wahrheit stürben, Märtyrer seien. Christus habe gesagt, "ich bin die Wahrheit", so Franziskus. Wer für die Wahrheit eintrete, diene daher auch Christus.

Das Martyrium sei der Extremfall eines Lebens, das für Christus hingegeben werde, erklärte der Papst. Es gebe jedoch auch ein "tägliches Martyrium", das nicht mit dem Tod ende. Als Beispiele nannte er Väter und Mütter, die sich aufopferungsvoll um ihre Familie kümmern, und Jugendliche in der Altenpflege. Auch Priester und Ordensleute, die sich ganz in den Dienst des Gottesreiches stellten, erlebten ein solches tägliches Martyrium.

(KNA, DR)

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