19.03.2013

Adveniat-Bischof Overbeck zu Papst Franziskus "Wir sind Weltkirche geworden"

Zur Amtseinführung von Papst Franziskus ebenfalls in Rom ist Franz-Josef Overbeck, der unter den deutschen Bischöfen für Lateinamerika Zuständige. Im domradio.de-Interview spricht der Ruhrbischof über seine Erwartungen an das neue Pontifikat.

domradio.de: Bischof Franz-Josef Overbeck, Sie sind der zuständige Bischof für Lateinamerika - und freuen sich auch deshalb ganz besonders über diesen neuen Papst und seine Amtseinführung?

Overbeck: Ich habe lachend gesagt: Wir sind Papst gilt nicht nur für die Deutschen, sondern auch für Lateinamerika - und deswegen natürlich auch für Adveniat.

domradio.de: Kannten Sie Jorge Bergoglio schon als Bischof?

Overbeck: Ich kannte ihn noch nicht persönlich. Aber unser Geschäftsführer, Prälat Klaschka, hat ihn verschiedene Mal erlebt, das gilt auch für andere Mitarbeiter. Die Kontakte sind also vorhanden - und mit ihnen auch einen guten Einblick in die Persönlichkeit des neuen Papstes.

domradio.de: In Buenos Aires hat er sich den Titel "Kardinal der Armen" verdient, auch jetzt hat er wieder eine Kirche nicht nur für die Armen, sondern auch eine arme Kirche gefordert. Wie bewerten Sie das?

Overbeck: Er hat sich den Namen Franziskus gegeben und damit ein Programm: Wenn wir die Einfachheit des Lebens des Heiligen Franziskus selber sehen, der mit dieser Radikalität die Kirche auf neue Wege geführt hat und damit gleichzeitig die Tiefe seiner Beziehung zu Gott, dann sehen wir, dass beides zusammengehört. Und das wird sicherlich auch das Programm des Papstes selber sein, zu sagen: Für die Armen sind wir nicht nur da, sondern wir lieben sie und leben mit ihnen.

domradio.de: Was bedeutet es für die Weltkirche, dass Südamerika durch den neuen Papst mehr in den Mittelpunkt rückt?

Overbeck: Wir sind Weltkirche geworden, und das auf eine sehr handfeste Weise. Und das ist gut so. Weil wir eben bis in unser oberstes irdisches Amt, das wir in der Kirche haben, sagen können: Die Grenzen, die wir bisher kannten, gibt es nicht mehr.

domradio.de: Der Papst hat gesagt: Kirche ist keine Institution, sondern Kirche geht es in erster Linie um die Vermittlung des Glaubens. Trotzdem leben wir in ungerechten Strukturen. Wird das während seines Pontifikats auch noch mal verstärkt in den Blick rücken?

Overbeck: Unter Papst Benedikt hat es das große Thema Glaube und Vernunft gegeben. Ich vermute, dass es jetzt heißen wird: Glaube und Gerechtigkeit. Und das mit all den Optionen und Perspektiven, die damit verbunden sind, in einer sehr pluralen, aber auch sehr von verschiedenen Wirtschaftssystemen und vielen Ungerechtigkeiten gezeichneten Welt.

domradio.de: Was wünschen Sie sich jetzt für Adveniat?

Overbeck: Der erste Wunsch ist schon in Erfüllung gegangen: Der Weltjugendtag findet in Lateinamerika statt. Und das bedeutet, der erste große Besuch des Papstes wird nach Lateinamerika gehen.

domradio.de: Und was wünschen Sie sich ganz persönlich von diesem Papst, auch für die deutsche Kirche?

Overbeck: Jeder Papst hat eine große Kraft und hoffentlich eine große spirituelle Kraft. Das geht auch von Papst Franziskus aus. Und ich wünsche Doppeltes: einerseits eine lebendige Verbindung mit ihm und gleichzeitig eine Stärkung der Ortskirchen, und zum anderen einen guten Impuls durch das, was er mit seinem Namen gewählt hat, nämlich ein Leben mit für die Armen zu führen. Das erste Wort Jesu nach dem Lukas-Evangelium ist ein Zitat aus dem Propheten Jesaja und heißt "Ich bin gekommen, den Armen das Evangelium zu verkünden". Es gibt nichts Besseres als dieses Wort.

Das Gespräch führte domradio.de-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen.

(DR)

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Aktuell: Statement zur Missbrauchs-Studie.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

DOMRADIO in Berlin und Brandenburg

Ab sofort auf DAB+ auch in Berlin und Brandenburg: Das Kölner DOMRADIO!

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 19.09.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Versteigerung Kardinal Meisners Nachlass
  • Kompromiss im Fall Maaßen?
  • "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" - Wohnungslosigkeit in Städten wie Köln
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Bücherplausch: Von einer Marinetaucherin und dem Erwachsenwerden
  • Korea-Gipfel: Kim und Moon unterzeichnen Vereinbarung
  • Verwandlung: Blutwunder in Neapel
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Bücherplausch: Von einer Marinetaucherin und dem Erwachsenwerden
  • Korea-Gipfel: Kim und Moon unterzeichnen Vereinbarung
  • Verwandlung: Blutwunder in Neapel
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Lukasevangelium
    20.09.2018 07:50
    Evangelium

    Lk 7,36–50

  • Reims: Glasfenster von Wolfgang Knoebel
    20.09.2018 09:10
    Anno Domini

    Kathedrale in Flammen

  • Matthäusevangelium
    21.09.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 9,9–13

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen