Weist dem deutschen Episkopat den Weg: Kardinal Meisner
Der Kölner Kardinal Meisner

24.02.2013

Kardinal Meisner beim Konklave Erfahren auf dem vatikanischen Parkett

Kardinal Joachim Meisner wird im Dezember 80 Jahre alt - und befindet sich damit gleichsam auf der Zielgeraden seiner Amtszeit. Der plötzliche Papstrücktritt bescherte Meisner nun überraschend eine ungeahnte neue Sonderaufgabe.

Als Schlussspurt hatte sich der Kölner Erzbischof ein besonderes Projekt vorgenommen: Den Nationalen Eucharistischen Kongress im Juni in Köln - ein Weltjugendtag für Erwachsene, zu dem 60.000 Teilnehmer aus allen deutschen Diözesen erwartet werden. Nun gilt es, einen Kandidaten für den Stuhl Petri zu finden und den neuen Papst zu wählen.

Unter den 117 Kardinälen, die einen Nachfolger für Benedikt XVI. bestimmen, hat der Kölner Erzbischof ein besonderes Gewicht. Das liegt nicht nur daran, dass er eine der reichsten und bedeutendsten Diözesen der Welt leitet. Meisner bringt nicht weniger als 30 Jahre Erfahrung als Kardinal mit und ist damit - neben dem bereits emeritierten Brüsseler Erzbischof Godfried Danneels - der dienstälteste Purpurträger unter den Papstwählern. Er ist also ein "alter Hase" auf vatikanischem Parkett. Als Mitglied mehrerer römischer Kongregationen und Räte kennt er das Spiel in Rom - und auch relativ viele Kirchenvertreter aus allen Erdteilen. Dagegen müssen sich in jüngerer Zeit ernannte Kardinäle erst einmal mühsam einen Überblick verschaffen.

Wie sehr Meisner mit dem Vatikan vernetzt ist, zeigt nicht zuletzt der jüngste Konflikt um die "Pille danach". Er nahm das generelle Nein zu den Pillen zurück und preschte zur Überraschung seiner Amtskollegen in Deutschland damit vor - aber nicht ohne seine neue modifizierte Position mit den zuständigen römischen Stellen abgestimmt zu haben. Die neu gewonnene Ausrichtung, die im Falle einer Vergewaltigung schwangerschaftsverhütende Mittel für ethisch vertretbar hält, hat in der katholischen Kirche auch weit über Deutschland hinaus starke Beachtung gefunden.

Gesucht: Kandidat mit vitaler Gesundheit

Es ist zu erwarten, dass Meisner auch beim Konklave eine aktive Rolle spielen wird - wie schon beim zurückliegenden im Jahr 2005. Er selbst ließ durchblicken, dass er bereits bei der Beerdigung von Johannes Paul II. im damaligen Kardinaldekan Joseph Ratzinger die Kontinuität im Papstamt sah. Nachdem sich dann vor den entscheidenden Abstimmungen ein Votum für ihn abzeichnete, besuchte Meisner seinen deutschen Landsmann in dessen Wohnung, wie er im Buch "Die Fürstin und der Kardinal" verrät. Beim Abschied bat Meisner ihn inständig: "Wenn Du gewählt wirst, musst Du Ja sagen!"

Ratzinger sagte "Ja". Nun, acht Jahre später, macht er mit seinem Rücktritt deutlich, dass auch Päpste Menschen sind und ihnen die Kräfte für ihr Amt schwinden können. Meisner zieht daraus die Konsequenz, auf jeden Fall nach einem Kandidaten mit vitaler Gesundheit Ausschau zu halten: "Nicht älter als 70, würde ich sagen." Maßstab sind für ihn aber immer noch die beiden letzten Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI., mit denen ihn ein intensives persönliches Verhältnis verband. Beide hätten sich herrlich ergänzt, so Meisner. "Insofern wäre eine Mischung aus Wojtyla und Ratzinger gar nicht schlecht."

Andreas Otto
(KNA)

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