21.02.2013

Neuer Papst muss über Piusbrüder entscheiden Kein Schnellschuss

Eine Entscheidung über die Einigungsbemühungen mit den traditionalistischen Piusbrüdern wird nicht mehr in diesem Pontifikat fallen. Der Vorgang werde dem künftigen Papst übergeben, betonte Vatikansprecher Federico Lombardi am Donnerstag vor Journalisten.

In einer ersten Reaktion darauf erklärte das Mutterhaus der Piusbruderschaft im schweizerischen Menzingen, es erübrige sich also, «eine Regulierung der Situation vor dem Ende dieses Pontifikats zu erwarten».

Ursprünglich hatte der Vatikan der Priesterbruderschaft St. Pius X. eine am Freitag (22. Februar) auslaufende Frist gesetzt. Bis dahin sollten sich die Piusbrüder entscheiden, ob sie ein im September 2011 nach längeren theologischen Gesprächen vorgelegtes Lehrdokument unterzeichnen und sich damit voll in die katholische Kirche integrieren wollten.

Die "Piusbruderschaft St. Pius X." entstand 1969 in Absetzung zu den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Streitpunkte sind vor allem Liturgie, Religionsfreiheit und Ökumene. Der Gründer der Bruderschaft, der französische Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991), vollzog durch die vom Papst nicht erlaubte Weihe von Bischöfen 1988 den Bruch mit Rom.

Im Bemühen um Einigung ließ Benedikt XVI. 2007 die bis zum Konzil alleinige tridentinische Messform wieder zu. 2009 hob er die Exkommunikation gegen die vier von Lefebvre geweihten Bischöfe auf. Daran schloss sich ein eineinhalbjähriger Dialog zwischen Experten des Vatikan und der Priesterbruderschaft an.

Im September 2011 legte der Vatikan den Piusbrüdern eine «Präambel» zur Unterschrift vor, die eine Verpflichtung auf das vollständige kirchliche Lehramt enthält. Nach einer Antwort Fellays im April 2012 und einer Aussprache im Vatikan erhielt Fellay die Aufforderung, offene Fragen zu klären.

(KNA)

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