Osternacht im Kölner Dom
Osternacht im Kölner Dom
Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen
Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen
Heinrich Bedford-Strohm
Heinrich Bedford-Strohm
Reinhard Kardinal Marx
Kardinal Reinhard Marx predigt
Schwingt nicht gerne die moralische Keule: Bischof Genn
Bischof Felix Genn
Rainer Maria Kardinal Woelki
Rainer Maria Kardinal Woelki
Bischof Georg Bätzing
Bischof Georg Bätzing
Haben sich dem zivilgesellschaftlichen Bündnis gegen die AfD in Sachsen-Anhalt angeschlossen: Bischof Gerhard Feige und
Bischof Gerhard Feige

05.04.2021

Osterpredigten: Hoffnung und Mut in der Pandemie Katholische Bischöfe sparen auch Missbrauchsthema nicht aus

Beim zweiten Osterfest in der Corona-Pandemie heben die Kirchen die Hoffnungsbotschaft des wichtigsten christlichen Festes hervor. Auch Ministerpräsident Laschet zeigt sich gewiss: "Am Ende siegt das Leben." Gefeiert wird online oder in der Kirche.

Die christlichen Kirchen haben ihre Ostergottesdienste das zweite Jahr in Folge unter Corona-Bedingungen gefeiert und dabei den Glauben als Quelle für Hoffnung und Mut in der Pandemie hervorgehoben. Die Auferstehung Jesu stehe für den Sieg Gottes über Tod und Finsternis, sagten leitende Theologen in NRW in ihren Predigten zum wichtigsten christlichen Fest. Die Gemeinden feierten die Gottesdienste online oder mit Hyienekonzept in der Kirche, etwa im Kölner Dom.

Botschaft der Auferstehung gibt Hoffnung in Pandemie

Die Welt sehne sich nach Befreiung von der Corona-Pandemie, sagte der lippische Landessuperintendent Dietmar Arends am Ostersonntag in Detmold. Er bitte Gott, "dass er uns durch diese Zeit begleitet, dass er uns die Kraft gibt, die wir brauchen". Ostern mache auch mit Blick auf die Pandemie Hoffnung, weil Gott selbst die Mächte des Todes überwinde. In einem Gottesdienst am Ostermontag erklärte Arends, pandemiebedingte Angst, Schmerz, innere Erschöpfung und Wut spielten sich in der Seele der Menschen ab, daher sei es gut, wenn es offene Kirchen als Zufluchtsorte gebe.

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck sagte im Essener Dom, auch in der Pandemie zeige sich, dass es sich lohne, auf den Gekreuzigten und Auferstandenen zu setzen und zu glauben, zu hoffen und zu lieben. An Ostern werde aus Dunkelheit Licht und aus dem Erschrecken Glaube. "Wir feiern, dass das leere Grab nicht das Ende ist, die Botschaft der Auferstehung uns Hoffnung gibt und die Begegnung mit dem Auferstandenen in unseren Erfahrungen von Frieden und Liebe, von Gemeinschaft und Sendung, die Kraft zum Zeugnis schenkt."

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, lobte den Einsatz von Frauen in der Corona-Krise. Unzählige Frauen bezeugten das Licht der Auferstehung, indem sie täglich für andere da seien und Licht in deren Leben brächten, sagte er bei einem Gottesdienst in Landshut.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx rief dazu auf, trotz der Krisen in Gesellschaft und Kirche die Botschaft der Hoffnung nicht aus den Augen zu verlieren. "Wir werden uns in dieser Krise nicht bewähren, wenn jeder sein Leben gewinnen will, sondern nur, wenn wir das 'österliche Gesetz' im Blick behalten: Leben geben und so Leben gewinnen, das heißt eben, sein Leben teilen und einsetzen im Geist der Solidarität und so Zukunft ermöglichen", mahnte der Erzbischof. Für die Kirche hofft er auf einen Wendepunkt: Manchmal komme es ihm so vor, dass an Traditionen festgehalten werde aus Angst vor dem Neuen.

Ostern als Mutmacher in aktueller Situation

Nach den Worten des Aachener Bischofs Helmut Dieser kann Ostern in der aktuellen Situation "Mut machen, nicht aufzugeben, nicht irrational und zynisch zu werden". Die Pandemie dürfe "uns nicht vollkommen beherrschen, so dass wir nichts mehr entgegenzusetzen hätten gegen die Depression, gegen die Existenzängste, gegen all die Verluste und Ausfälle, die besonders die Generation der Kinder und der Heranwachsenden erleiden".

Der Münsteraner Bischof Felix Genn sagte, Christus "umschreite" alles, "was in dieser Welt tot ist, was den Lebensmut verloren hat, was durch Traurigkeit und Kummer geknickt, zertreten und misshandelt worden ist", um es "heimzuholen". Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker formulierte, Gott lege Widerspruch gegen den Tod ein und breche damit auch "der Versuchung zur Sinnlosigkeit die Spitze ab".

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki sieht die Christen eingeladen und berufen, "als österliche Menschen" und "im Lebenswasser der Liebe" zu leben. "Die Liebe nämlich ist das deutlichste Erkennungszeichen von Ostern", sagte er im Kölner Dom.

Themen in Predigten: Reformdebatte und sexueller Missbrauch durch Kleriker

Thema einiger Predigten war auch sexueller Missbrauch durch Kleriker. Der Schatten dieser Vorgänge werde immer bleiben, "auch wenn wir noch so viel aufarbeiten, noch so viel tun, um den Schaden und die Verwundungen wieder gutzumachen und zu heilen", sagte der Münsteraner Bischof Genn.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, bedauerte im Limburger Dom Skandale und Unbeweglichkeit in der katholischen Kirche. Er leide an der Kirche, "wenn sie durch Skandale gläubige Menschen ins Wanken bringt oder durch erstarrte Strukturen und mangelnde Veränderungsbereitschaft vielen den Zugang zum Glauben blockiert", sagte der Limburger Bischof am Ostersonntag.

Ruhrbischof Overbeck räumte ein: "Was wir heute von der Kirche und im Glauben oft erleben, hat viel mit Entsetzen und Schrecken, mit Flucht und mit Furcht zu tun." Davon zeugten "die Skandale der letzten Wochen, die Verweigerung, sich dem Leben in seiner Pluralität zu stellen", fügte er auch vor dem Hintergrund der Reformdebatten in der katholischen Kirche hinzu.

Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige sieht in der Corona-Krise einen Ansporn zur Kritik an "Verkrustungen" in der Kirche. "Wie viele verschanzen sich doch hinter Lehrsätzen und Gewohnheiten", sagte Feige. "Manchmal regt uns das Evangelium als das eigentliche Gewissen unserer Kirche viel zu wenig auf oder an", so der Bischof. Christen müssten ihre "gewohnten Bahnen und Überzeugungen verlassen, um Gott auch außerhalb davon zu suchen".

Laschet: "Am Ende siegt das Leben"

NRW-Ministerpräsident Laschet bedauerte, dass Ostern wegen der Pandemie das zweite Jahr in Folge nicht wie gewohnt gefeiert werden konnte. Dennoch feierten Christen an Ostern den Sieg des Lebens über den Tod, sagte der CDU-Chef in seiner Osteransprache. "Den Sieg über das tödliche Corona-Virus können wir in diesen Tagen noch nicht feiern." Er sei aber gewiss: "Am Ende siegt das Leben."

(epd, KNA)

Die neue App von DOMRADIO.DE

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Tageskalender

Radioprogramm

 21.04.2021
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Spionage und Geheimdienste in der Kirche
  • Geburtstag von Queen Elizabeth II.
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Himmelklar Podcast

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!