Kreuzweg durch die Via Dolorosa
Kreuzweg durch die Via Dolorosa
Georg Röwekamp
Georg Röwekamp

28.03.2018

Verein vom Heiligen Lande zu Kar- und Ostertagen in Jerusalem "Ein bisschen Volksfest"

Jerusalem und das Heilige Land erwarten in den Kar- und Ostertagen zahlreiche Besucher. Georg Röwekamp vom Verein vom Heiligen Lande spricht von einem Boom des Pilgerwesens. Er hoffe, dass die Lage ruhiger bleibe als viele es ausmalen.

DOMRADIO.DE: Wie sieht es denn in Jerusalem in diesen Tagen aus? Sind schon viele Pilger dort?

Dr. Georg Röwekamp (Leiter des Jerusalembüros des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande): Das kann man wirklich so sagen. Und es ist - anders als in früheren Jahren - so, dass wir eigentlich seit Anfang des Jahres Hochsaison haben. Das steigert sich nochmal, gerade in diesen Tagen vor Ostern und über Ostern, weil wirklich auch Pilger aus aller Welt kommen. Wir erleben einen Boom des Tourismus, des Pilgerwesens, wie es ihn so noch nicht gegeben hat. Auch aus Asien oder aus Süd- und Mittelamerika kommen immer mehr Pilger. 

DOMRADIO.DE: Kommen auch viele deutsche Pilgergruppen?

Röwekamp: Ja. Es ist so lange ruhig geblieben, dass sich der Pilger-Tourismus aus Deutschland sehr erholt hat und man viel Deutsch in den Altstadt-Gassen und überhaupt in der Stadt hört.

DOMRADIO.DE: Jetzt wird es wahrscheinlich am Karfreitag das erste Mal so richtig eng werden in den Gassen, auf der Via dolorosa. Kann man sich da in der Stadt überhaupt noch bewegen?

Röwekamp: Es wird sicher sehr voll werden. Das ist aber in den vergangenen Jahren schon so gewesen. In diesem Jahr ist sicher nochmal eine der Besonderheiten, dass nicht nur - wie an jedem Freitag - der Karfreitag mit dem Mittagsgebet der Muslime zusammenfällt, sondern dass dies auch der Vortag des Pessachfestes ist. Übrigens genau so, wie es vor gut 2000 Jahren, am Todestag Jesu, gewesen ist. Auch da begann am Tag danach das große Fest. Das war genau die Situation - Freitag: der Todestag Jesu; Samstag: der Beginn des Pessachfestes.

DOMRADIO.DE: Und es wird eben auch der palästinensische sogenannte "Tag des Bodens" begangen. Deswegen warnen viele sogar vor einem Besuch der Jerusalemer Altstadt. Wie schätzen Sie die Sicherheitslage ein?

Röwekamp: Dieser Tag fällt immer auf den 30. März und das ist tatsächlich dann nochmal ein besonderes Zusammentreffen. Wir müssen sehen, wie sich das entwickelt. Wir hatten natürlich in den letzten Monaten immer mal wieder Sorge, dass es unruhig werden würde. Am Ende blieb es dann doch friedlicher als manche befürchtet hatten. Und ich persönlich hoffe das auch für dieses Mal, dass es am Ende dann doch nicht so schlimm kommt, wie manche Leute gern ein Horrorszenario ausmalen. 

DOMRADIO.DE: Gibt es denn mehr Sicherheitskontrollen als sonst?

Röwekamp: Das ist tatsächlich über diese Feiertage so. Die Präsenz der Sicherheitskräfte ist nochmal erhöht. Aber daran ist man in Jerusalem in besonderen Zeiten einfach auch schon ein bisschen gewöhnt.

DOMRADIO.DE: Die Grabeskirche war ja eine zeitlang auch aus Protest geschlossen worden. Jetzt ist sie aber wieder offen und frei zugänglich?

Röwekamp. Ja. Das einzige, was es tatsächlich an einzelnen Tagen bereits gegeben hat, waren Zugangskontrollen. Aber nicht aus Sicherheitsgründen, sondern einfach, weil die Masse der Besucher so groß war, dass tatsächlich immer nur dann neue Besuchergruppen eingelassen wurden, wenn eine ähnlich große Zahl die Kirche wieder verlassen hatte. Denn die Kirche ist ja nicht wirklich riesig und gerade in diesen Tagen möchten natürlich alle Besucher unbedingt an diesen Orten sein. Da kann es schonmal sehr eng werden. Das ist sicher eins der Dinge, das die Leute wissen müssen, wenn sie hierher kommen. Man erlebt in der Regel kein ruhiges, besinnliches Osterfest - jedenfalls nicht in Jerusalem. In unserer Einrichtung am See Genezareth, in Tabgha, ist das vielleicht etwas anderes. Aber hier ist Ostern oft auch ein bisschen Volksfest.

DOMRADIO.DE: Wie werden Sie denn die Osternacht verbringen?

Röwekamp: Wir haben ja das große Glück, dass zu unseren Einrichtungen auch die deutsprachige Benediktinerabtei auf dem Zionsberg gehört. Dort werden die Liturgien auf eine wunderschöne Weise gefeiert, so, wie wir das aus Deutschland kennen: Am Gründonnerstagabend, am Karfreitag, in der Osternacht morgens ab drei Uhr.

Wir haben dann aber auch die Möglichkeit, zu den jeweiligen Orten hinzugehen: Am Gründonnerstag zum Beispiel in das Kidrontal, wo die Prozession von Gethsemane herkommt, dann zum Palast des Kaiphas. Dort hat Jesus der Tradition zufolge die letzte Nacht verbracht. Dort gibt es eine alte Treppe, die noch aus den Zeiten Jesus stammt und die an diesem Tag geöffnet, frei zugänglich und mit Kerzen geschmückt ist. Das ist schon etwas ganz besonderes,wenn man an den Orten sein kann, an die die Liturgien dieser Tage erinnern. 

Das Interview führte Martin Mölder. 

(DR)

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