Martin Korden
Martin Korden

14.06.2015

Ein gemeinsamer Ostertermin für alle Christen? "Beeindruckendes Angebot"

Papst Franziskus hat sich für einen festen gemeinsamen Ostertermin aller Christen ausgesprochen. Martin Korden aus der domradio.de-Liturgieredaktion über Hintergründe und mögliche Auswirkungen.

domradio.de: Zunächst zum Hintergrund: Warum haben die Christen denn zwei verschiedene Ostertermine?

Martin Korden (Liturgie-Redaktion, domradio.de): Das liegt daran, dass sie sich nach unterschiedlichen Kalendern richten. Im 4. Jahrhundert wurde auf dem Konzil von Nizäa festgelegt, dass Ostern jeweils der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond ist. Damals waren orthodoxe und katholische Kirche noch nicht getrennt. Aber im 16. Jahrhundert hat der damalige Papst Gregor XIII. den Kalender reformiert. Die orthodoxe Kirche richtete sich trotzdem weiterhin nach dem alten Julianischen Kalender. So kommt es, dass der Ostertermin sich in der orthodoxen Kirche und der katholischen Kirche teilweise bis zu fünf Wochen verschiebt. Die Christen waren immer schon der Meinung, dass diese Trennung nicht sinnvoll ist.

domradio.de: Was müsste denn passieren, damit es einen gemeinsamen Ostertermin gibt?

Korden: Man muss sich einigen, welchen Kalender man nimmt. Papst Franziskus hat jetzt darauf aufmerksam gemacht, dass bereits seit Papst Paul VI. – also seit den 1960er Jahren – das Angebot seitens der katholischen Kirche besteht, dass die Katholiken für den gemeinsamen Termin sogar auf ihren Kalender verzichten würden, der den Ostertermin berechnet. Das ist ein Angebot, das die orthodoxe Kirche beeindruckt. Aber die Verantwortlichen innerhalb der Kirche können sich noch nicht einig werden, ob sie dieses Angebot der Katholiken, und damit eine größere Vereinheitlichung, überhaupt annehmen können.

domradio.de: Und was würde ein einheitlicher Ostertermin für uns konkret bedeuten?

Korden: Wir würden fortan einen anderen Ostertermin haben, bzw. manchmal kommt es auch vor – zum Beispiel 2014 – dass nach beiden Kalendern der gleiche Ostertermin da ist. Aber es ist vielleicht gerade für uns hier in der Region Köln ganz interessant, was das tatsächlich heißen würde. Denn ein anderer Ostertermin für uns würde auch heißen: Ein anderer Aschermittwoch. Und ein anderer Aschermittwoch würde bedeuten: Ein anderer Karnevalsbeginn. Wenn wir uns jetzt überlegen, dass das zu einem bis zu fünf Wochen späteren Karnevalstermin führen könnte – daran müsste man sich ein bißchen gewöhnen.

Das Interview führte Silvia Ochlast.

(DR)

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