31.03.2013

Christen feiern Auferstehung Christi an Ostern Zeichen der Hoffnung

In Osternachtsfeiern haben die beiden großen Kirchen der Auferstehung Christi gedacht. Ostern erinnere uns daran, "dass Gott sich selbst in uns Menschen gemeint hat“, sagte im Kölner Dom Erzbischof Joachim Kardinal Meisner.

In seiner Predigt kritisierte der Kölner Erzbischof, dass "in unserer Gesellschaft die Realität des Menschen immer wieder maskiert“ wird. Tod und Sterben würden verdrängt und mit einer irdischen Zukunft ersetzt, die sehr begrenzt sei. An ihrem Ende stehe der Tod und nicht das Leben. "Es ist erstaunlich, wie man mit nicht verhandelbaren Grundprinzipien der menschlichen Würde verfährt.“ Als Beispiel nannte Meisner die Weitergabe des menschlichen Lebens bei der künstlichen. "Der Mensch spielt sich auf zum Herrn über Leben und Tod“, so Meisner.

Der "Funke des Glaubens springt über" am Osterfest, sagte Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, am Karsamstag in Freiburg. Dieser Funke sprühe in das Leben hinein, mache lebendig und mitfühlend für die Not der anderen. Der Glaube an die Auferstehung des Gekreuzigten gebe eine neue Perspektive für das Leben, erklärte Zollitsch. Gewalt und Armut, Tod und Hass könnten Christen "Liebe und Hoffnung, Hilfsbereitschaft und Güte" entgegensetzen. Auch wirke der Osterglaube einem in der westlichen Welt verbreiteten Denken entgegen, "alles in den materiellen Dingen und Gütern haben zu können" und nicht mehr nach dem zu frage, was das Leben "eigentlich trägt".

Der evangelische Altpräses Nikolaus Schneider sprach von einem "Hoffnungslied" für unzerstörbares Leben. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Schneider, sagte in seiner Osternachtspredigt im Berliner Dom, angesichts von Leid und "Kreuzeserfahrungen in unserer Welt" verstumme die Frage nach Gottes Macht und seiner Liebe nicht. Das "Licht" des Ostermorgens mache aber deutlich, dass Tod und Dunkelheit "niemals das letzte Wort über unser Leben haben".

Traditionell zünden die Gläubigen in den Osternachtsgottesdiensten Hunderte von Kerzen an. Sie stehen symbolisch für das Licht, das durch den auferstandenen Sohn Gottes in die Welt gekommen ist.

Nach Worten von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck kann Ostern Mut und Zuversicht für persönliche Übergänge und Veränderungen vermitteln. Veränderungen machten oft Angst - sei es die Sorge um einen Studienplatz, Krisen in Unternehmen oder auch in der Kirche, sagte der Bischof in Essen. Glaubende könnten sich den Übergängen aber mutig stellen.

Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff appellierte an die Christen, immer und überall für das menschliche Leben einzustehen. Christen könnten anderen Menschen helfen, sich ihres Wertes und ihrer Würde bewusst zu werden, sagte Mussinghoff in einem Osternachtsgottesdienst im Aachener Dom. Er betonte, der Wert des Menschen bestehe nicht in dem, was er leiste oder sich leisten könne. Wert und Würde seien vielmehr darin begründet, dass sich Gott dem Menschen zuwende: "Er ruft ihn ins Dasein und schenkt ihm Leben", erklärte Mussinghoff. Daher gebe es kein Leben, das "lebensunwert" sei.

Der Münsteraner Bischof Felix Genn rief die Christen auf, sich nicht mit Unrecht abzufinden. Jesus Christus zeige einen Weg der Zuversicht auf, sagte Genn in einem Gottesdienst in der Osternacht im Dom zu Münster. "Er nennt diejenigen selig, die keine Gewalt anwenden, diejenigen, die ein reines Herz haben, barmherzig sind, Frieden stiften, die darunter leiden, dass das Böse so machtvoll ist und das Unrecht immer wieder siegt, aber sich nicht damit abfinden, dass es so sein muss." Der Kern des Dienstes von Jesus Christus bestehe darin, die Schuld der Menschen auf sich zu nehmen und alles zu durchleiden, was daraus an "Kälte, menschenverachtender Machtgier und Gewalt" hervorgehe. Gerade in der äußersten Situation des Todes, der Kreuzigung und Auferstehung, erweise sich die Macht Gottes. Wer sich auf Jesus eingelassen habe, lebe aus einer Zuversicht, die trage, sagte Genn.

(KNA, dr)

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