Eine Gedenkhalle für "Trostfrauen" in Südkorea
Eine Gedenkhalle für "Trostfrauen" in Südkorea

14.08.2018

Menschenrechtler fordern Entschuldigung Japans bei "Trostfrauen" Ein Tabu aufbrechen

Südkorea dringt auf eine offizielle Entschuldigung Japans bei Zwangsprostituierten des Zweiten Weltkriegs. Auch Menschenrechtler fordern zum heutigen ersten offiziellen Gedenktag für die "Trostfrauen" eine Aufarbeitung. 

Südkorea hat eine offizielle Entschuldigung Japans bei koreanischen Zwangsprostituierten des Zweiten Weltkriegs gefordert. Es gehe darum, die "Würde und die Ehre der Opfer wiederherzustellen", sagte Südkoreas Präsident Moon Jae-in laut Medienberichten zum ersten offiziellen Gedenktag für die "Trostfrauen" an diesem Dienstag. Er hoffe, dass dieses Thema nicht zu einem diplomatischen Konflikt zwischen Japan und Südkorea führen werde.

Auch Menschenrechtler fordern eine Entschuldigung Japans. Die "düstere Vergangenheit" werde geleugnet und nicht aufgearbeitet, kritisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Es sei an der Zeit zu handeln, denn "die hochbetagten Überlebenden dieser Verbrechen gegen die Menschlichkeit haben nur noch wenige Jahre zu leben", so GfbV-Direktor Ulrich Delius.

Schätzungsweise rund 200.000 Betroffene

"Trostfrauen" ist der euphemistische Ausdruck für die Opfer der Zwangsprostitution des japanischen Militärs in Ostasien. Laut Schätzungen rund 200.000 Mädchen und Frauen mussten sich nach Angaben der GfbV zwischen 1937 und 1945 in Korea, China, Taiwan, Thailand, Myanmar, Vietnam, den Philippinen, Osttimor und Niederländisch-Indien für japanische Soldaten zur Verfügung halten.

Japan bestreitet seit Jahrzehnten, dass die Frauen zu sexuellen Dienstleistungen für die Soldaten gezwungen worden seien, und lehnt jede Art offizieller Entschuldigung oder Entschädigungszahlungen ab. Südkorea will künftig jedes Jahr am 14. August an das Schicksal der "Trostfrauen" erinnern. Der 14. August 1945 war der letzte Tag der japanischen Besatzung Südkoreas, die am 15. August offiziell endete. Korea war von 1910 bis 1945 japanische Kolonie.

(KNA)

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