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Tim Kurzbach
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04.07.2017

Kölner Diözesanrat über mögliche "Kirchenschulen" für Laien "Eine wirklich heftige Veränderung"

Eine "Kirchenschule" soll Laien besser ausbilden und die Hauptamtlichen entlasten. Darüber hat der Diözesanpastoralrat des Erzbistums Köln beraten. Der Diözesanratsvorsitzende Tim Kurzbach spricht im Interview von einer "Enlastung für Pfarrer".

Wie können Laien besser in die Gemeinde eingebunden werden? Das war großes Thema bei einer Klausurtagung des Diözesanpastoralrats im Erzbistum Köln, bei der auch Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki gesprochen hat. Das Beratungsgremium hat auch über eine "Kirchenschule" für Laien beraten. Einen Beschluss oder eine Entscheidung durch den Diözesanpastoralrat zu diesem Thema hat es jedoch noch nicht gegeben.

domradio.de: Wo könnten die Nicht-Geweihten, die Laien, jetzt demnächst in die Schule gehen?

Tim Kurzbach (Vorsitzender des Diözesanrates im Erzbistum Köln): Die Bezeichnung "Schule" darf man nicht zu wörtlich nehmen. Es gibt schon jetzt ganz viele Talente in den Gemeinden. Die Gemeinden sind schon jetzt überhaupt nicht denkbar, wenn man sie auf das Pastoral-Team oder den Priester begrenzen würde. Aber wir haben gesagt: Wenn Laien jetzt noch verbindlicher in die konkrete Leitung von Gemeinden eingebunden werden sollen, müssen wir uns fragen, was sie noch brauchen.

Wir haben als Diözesanrat schon lange Erfahrung mit der Weiterbildung. In der Thomas-Morus-Akademie machen wir schon seit Jahren Seminare zur Strukturierung von Arbeit - und zur Frage, wie man die Arbeit auch geistlich aufladen kann. Diese Themen wollen wir mit Fokus auf die neue Herausforderung nochmal reflektieren.

domradio.de: Geht es nur um die Ausbildung neuer Verwaltungsleiter oder auch ums Pastorale?

Kurzbach: Ausdrücklich nicht. Die Verwaltungsleiter sind eine Entlastung für die Pfarrer. Damit sollen sie mehr Freiraum für Pastoral bekommen, aber auch um ein Leitungsteam zu organisieren und zu begleiten, zum Beispiel bei der Neustrukturierung von Pfarrgemeinden. Dafür sollen Pfarrer jetzt den Freiraum bekommen. Aber natürlich waren Laien auch schon in den vergangenen Jahrzehnten schon in der Verwaltung hilfreich tätig. Kein Kirchenvorstand wäre ohne getaufte und gefirmte Laien denkbar gewesen.

domradio.de: Was für ein Abschluss soll denn am Ende der "Kirchenschule" stehen? Was kann ich damit anfangen?

Kurzbach: Der "Abschluss" wird eine erfolgreiche und breite Bewegung von getauften und gefirmten Christen in allen Orten unseres Bistums sein. Sie dürfen das nicht zu formell sehen. Es werden auch sehr individuelle Wege sein, die da gegangen werden müssen. Es geht eher um die zentrale Frage: Was braucht man vor Ort auch ganz konkret, damit Kirche spürbar wird? Es werden wir Laien sein, die an vielen Orten Kirche repräsentieren werden, weil Strukturen mit Hauptamtlichen und Priestern in der Zukunft in der Fläche nicht mehr da sein werden.

domradio.de: Abgesehen von der Kirchenschule. Sie haben am Wochenende ein deutliches Zeichen von Erzbischof Woelki für ein stärkeres Miteinander gefordert. Kam dieses Zeichen?

Kurzbach: Es ist wichtig, dass Zeichen der konkreten Weiterentwicklung kommen. Das war jetzt auf unserer Vollversammlung deutlich spürbar. Wir wollen jetzt wissen, wo die Reise hingeht – wohlwissend, dass man ein absolutes Ende nie vorhersehen kann. Was bedeutet das jetzt konkret? Wie können wir dezentral unsere Gemeinden aktiv halten? Das haben wir dem Erzbischof, der Bistumsleitung und dem ganzen Diözesanpastoralrat so vorgetragen und im guten Miteinander festgestellt: Ja, es muss sich jetzt auf den Weg gemacht werden.

Die Pastoralteams müssen darauf sensibilisiert und geschult werden, dass die Laien mehr in die Verantwortung genommen werden müssen. Und wir müssen uns auf den Weg machen, unsere Strukturen und unsere Mitglieder fit zu machen, damit diese Aufgabe auch gut gestemmt werden kann. Nochmal: Es wird schon unendlich viel geleistet und dafür kann man nur unendlich dankbar sein. Doch das, was wir jetzt vorhaben, ist nochmal ein ganz neuer Schritt für die Verantwortlichkeit von Laien.

domradio.de: Wann können wir mit der "Kirchenschule" rechnen?

Kurzbach: Wir sind uns mit dem Diözesanrat einig geworden, dass wir noch bis Ende des Jahres brauchen, um die Ausbildung wirklich durch zu konzeptionieren. Aber dann wird es mit den ersten Kursen losgehen. Klar ist auch, wir befinden uns in einem Prozess. In einer langen Kirchentradition ist das eine wirklich heftige Veränderung und Dynamik, die aber für mich ohne Alternative ist. Deswegen wird es auf dem Weg dahin sicherlich Anpassungen und Veränderungen geben. Aber dafür gibt’s auch den Diözesanrat, dass wir als Stimme der Laien die Bistumsleitung immer wieder darauf hinweisen, wo nachgesteuert werden muss.

 Das Gespräch führte Tobias Fricke.

(DR)

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