28.04.2013

Katholische Laien diskutierten strittige Themen Sexualität bis Sterbehilfe

Von der kirchlichen Sexualmoral bis zur aktiven Sterbehilfe, von Rechtsextremismus über Religionsfeindlichkeit bis zur Rolle der Frau in der Kirche: viele heiße Eisen standen auf dem Programm der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) am Wochenende in Münster.

Am Rande teilte ZdK-Präsident Alois Glück (73) außerdem mit, dass er im November erneut für das Amt des obersten Laienkatholiken in Deutschland kandidieren will. Unklar ist aber noch, ob er für eine komplette Amtszeit von vier Jahren zur Verfügung stehen wird.

Bei der Versammlung forderte das katholische Laiengremium eine sensible Debatte über die "Homo-Ehe". Glück wandte sich zwar gegen eine komplette rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare mit Ehe und Familie, warnte aber auch vor jeder Art von Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften. Es gebe einen bleibenden Unterschied zu den Verbindungen von Frau und Mann, "da diese potenziell auf Nachkommen" angelegt seien. Laut Glück verdient es aber "Respekt und Anerkennung", wenn Homosexuelle verbindlich Verantwortung füreinander übernehmen.

Beim Umgang mit der katholischen Sexualmoral sprach sich das ZdK für eine offenere innerkirchliche Diskussion aus. Das Thema werde allzu oft tabuisiert, weil es eine deutliche Diskrepanz gebe zwischen der Praxis vieler Katholiken und den vorgegebenen Normen, beklagte Glück.

Außerdem regte er eine neue Grundsatzdebatte über die Familienpolitik an. Reine "Kosten-Nutzen-Kalkulationen" über die Zahl von Kindern, berufstätigen Müttern oder Kita-Plätzen seien erschreckend.

In seinem Lagebericht wandte sich Glück auch gegen eine neue aggressive Religionsfeindlichkeit, besonders nach der Diskussion um die "Pille danach". Bedenklich sei, wenn nun kirchliche Einrichtungen, Kirchensteuer, kirchliches Arbeitsrecht und Religionsunterricht zunehmend hinterfragt würden.

Mehr Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen

Der ZdK bekräftigte zugleich seine Kritik am Gesetzentwurf der Bundesregierung, nur die gewerbsmäßige Sterbehilfe unter Strafe stellen zu wollen. Dies biete Schlupflöcher für alle anderen Organisationen, die heute Suizidhilfe anbieten. In einem von den Delegierten verabschiedeten Papier forderte das Laienkomitee mehr Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen. Zudem rief das ZdK die Europäische Kommission auf, den Religionsunterricht an Europaschulen nicht zu kürzen.

Außerdem warnte die Vollversammlung vor rechtsradikalen und nationalkonservativen Gruppen, die eine Verteidigung christlich-abendländischer Werte nur vorgäben, um ihre eigentlichen Absichten zu verschleiern.

Innerkirchlich besteht das Laiengremium weiter darauf, Frauen in der Kirche Zugang zu den kirchlichen Ämtern zu eröffnen. Es sei "in der Welt von heute absolut begründungspflichtig, wenn in einer Organisation Frauen und Männer nicht gleichberechtigt an allen Diensten und Ämtern teilhaben können", so Glück.

Andreas Otto
(KNA)

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