Betende Hände mit Kerze
Betende Hände mit Kerze

31.12.2020

Eine theologische Betrachtung zum Jahreswechsel Mit dem Licht von Weihnachten ins neue Jahr

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Pläne für den Jahreswechsel aus. Silvester ohne viele Freunde zu feiern - für manchen sind das düstere Aussichten. Warum wir dennoch nicht die Zuversicht für ein gutes neue Jahr verlieren sollten.

"Dinner for One" oder "Der 90. Geburtstag" heißt der kleine Film aus dem Jahr 1961, der für viele Menschen traditionell zum Abschluss des alten Jahres dazugehört. Unzählige Male läuft die Produktion mit dem englischen Komiker Freddie Frinton und seiner Spielpartnerin May Warden im Fernsehen.

Ob auf Kölsch oder Fränkisch, ob das Original oder eine zeitgenössische Darstellung: An "Dinner for One" kommt man an Silvester jedenfalls kaum vorbei.

Silvester wie bei "Dinner for One"

An diesem Jahreswechsel wird es viele Haushalte geben, in denen es zugeht wie bei Miss Sophie und ihrem Butler James. Die Plätze an der festlichen gedeckten Tafel müssen leerbleiben, und anstelle einer großen Party gibt es eine stille Feier im kleinsten Kreis.

Das alte Jahr festlich verabschieden und das neue Jahr freudig begrüßen: Dieser Jahreswechsel sieht anders aus, als wir es in vielen Jahren zuvor gewohnt waren. Große Feuerwerke wurden bereits vor langer Zeit abgesagt; Kontaktbeschränkungen gelten weiterhin.

Not "the same procedure as every year"

Alles sieht anders aus. Und es mag vielen Menschen gar nicht gefallen, wenn sie wie Miss Sophie und Butler James im engsten Familienkreis feiern, anstatt mit vielen Freunden und Verwandten den Silvesterabend zu begehen. Das "Dinner for One" wird das Jahr 2020 in etlichen Haushalten in diesem Jahr beschließen. Nicht nur, weil es im Fernsehen läuft, sondern auch, weil es ganz real wird, weil der Teilnehmerkreis beschränkt bleibt.

"The same procedure as every year": Dieser Satz zieht sich wie ein roter Faden durch die Episode um den 90. Geburtstag von Miss Sophie. Jedes Jahr das gleiche Prozedere, jedes Jahr das gleiche Theater, weil die vielen Freunde schon lange gestorben sind, aber die alte Dame dennoch nicht auf ihre Feier verzichten will.

Licht im Dunkeln?

Der Jahreswechsel 2020/21 dagegen wird nicht so ablaufen wie in den Jahren zuvor. Dennoch bleibt etwas, das auch den Übergang nach 2021 prägt: Es sind die Gefühle, die diesen Jahreswechsel begleiten. Wie mag der Rückblick auf das vergangene Jahr 2020 ausfallen? Ist es wirklich nur das Dunkel der Corona-Pandemie, das unser Leben geprägt hat, oder gab es auch private Lichtblicke, Freudenmomente und glückliche Stunden? Es ist gut, am Altjahresabend den Blick zurückzuwenden und das Vergangene bewusst zu betrachten.

Zugleich wenden sich die Augen in die noch ungewisse Zukunft: Was wird 2021 alles bringen? Wird es ein besseres Jahr werden? Es sind offene Fragen, die in der Mitternacht des Jahreswechsels noch niemand beantworten kann. Alle Jahre werden wir wieder mit dieser Situation konfrontiert.

Die Weihnachtsbotschaft mitnehmen

Miss Sophie lässt sich das Feiern nicht verbieten, auch wenn es im allerkleinsten Kreis stattfindet, auch wenn es auf den Zuschauer sehr skurril wirkt. Die Botschaft, die in "Dinner for One" steckt: Wir sollen uns auch in diesem Jahr nicht die Freude nehmen lassen, den Übergang in das neue Jahr zu begehen. Auch wenn die Umstände andere sind, auch wenn viele Plätze an diesem Abend leer bleiben: Nicht Trauer oder Furcht sind die richtigen Begleiter für diesen Anlass, sondern Hoffnung und Zuversicht, Mut und Vertrauen.

Wir feiern den Hinübergang ins neue Jahr im Licht von Weihnachten. Noch immer klingen die Worte der Heiligen Nacht nach: "Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude" (Lk 2,10). Die Furcht vor dem Dunkel der Nacht wird von der Freude über die Geburt des Kindes vertrieben.

Mit Zuversicht ins neue Jahr

Das ist die weihnachtliche Haltung, mit der auch der Jahreswechsel gelingen kann: Sich nicht vereinnahmen zu lassen von der Finsternis der Ungewissheit, die über 2021 liegt, sondern erhobenen Hauptes und zuversichtlich in dieses Jahr zu gehen - Gott geht mit, er steht an der Seite der Menschen.

Eigentlich gibt es für Christen gar kein "Dinner for One". Weil Weihnachten uns zusagt, dass wir nie alleine sind, weil Gott sich in seinem Sohn für uns entschieden hat. Er geht mit uns, er begleitet uns auf unseren Wegen. Er teilt unsere Freude und Hoffnung, unser Leid und unseren Tod. Mit dieser Gewissheit dürfen wir leben: gestern, heute und in Ewigkeit.

Fabian Brand
(KNA)

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