Braumeisterin Schwester Doris Engelhard kontrolliert einen der großen Braukessel
Braumeisterin Schwester Doris Engelhard kontrolliert einen der großen Braukessel
Porträt von Schwester Doris Engelhard auf dem Etikett des Klosterbieres "Mallersdorfer Klosterbräu"
Porträt von Schwester Doris Engelhard auf dem Etikett des Klosterbieres "Mallersdorfer Klosterbräu"
Klosterbier
Klosterbier

23.04.2019

Schwester Doris ist Deutschlands einzige Klosterbraumeisterin Na, denn Prost!

Gerstensaft, "kühles Blondes" oder Hopfenkaltschale: Am Tag des deutschen Bieres an diesem Dienstag lohnt sich ein Blick auf die Brautradition über die Schaumkrone hinaus. Das findet auch Deutschlands einzige Klosterbraumeisterin.

DOMRADIO.DE: Wie sind Sie zur Braumeisterin geworden?

Schwester Doris Engelhard (Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen und Braumeisterin des "Mallersdorfer Klosterbräus"): (lacht) Ich wurde vielleicht erwählt oder auserwählt. Ich weiß es nicht. Ich war in Mallersdorf in der Schule und hatte vor, ins Kloster zu gehen. Ich war zu der Zeit allerdings erst 16 Jahre alt. Meine Vorgängerin hat eine Nachfolgerin für die kleine Klosterbrauerei gesucht. Und so bin ich dazugekommen.

DOMRADIO.DE: Was macht die Arbeit für Sie so besonders?

Schwester Doris: Ich denke, ganz gleich ob es im Kloster ist oder nicht, in der Brauerei muss man arbeiten wollen. Wir sind halt ein Traditionsbetrieb, ein sehr schöner Betrieb. Die Arbeit macht Spaß. Und ich denke, jeder Beruf, den man nicht gerne macht, macht Mühe.

DOMRADIO.DE: Sie halten diese Tradition hoch und machen das sehr gerne?

Schwester Doris: Ja, ich mache das sehr gerne. Man wird nur älter dabei.

DOMRADIO.DE: Warum sind Sie die einzige Klosterbraumeisterin? Will das sonst niemand machen?

Schwester Doris: Es gibt noch sechs echte Klosterbrauereien, wo also hinter den Brauereien noch ein echtes, aktives Kloster steht. Sechs Klöster sind ehemalige Klosterbrauereien, die 1803 säkularisiert wurden und dann nicht wieder errichtet wurden. Es sind noch die Klostergebäude da und sie "schimpfen" oder nennen sich Klosterbrauereien, haben aber mit einem Kloster nichts mehr zu tun. Sie sind privat.

In den 1960er Jahren haben die jungen Mönche gesagt, man brauche keine Brauerei mehr. Manche Klöster wären aber nun froh, wenn sie wieder einen Braumeister hätten.

DOMRADIO.DE: Bier und Klöster sind eigentlich auch eng miteinander verbunden. Warum ist das so?

Schwester Doris: Weil die Klöster autark waren und sich komplett selbst versorgt haben - sowohl beim Essen als auch beim Trinken. Die Benediktiner sind unabhängig und haben sich von daher auch ihr Bier selber gebraut. Und außerdem ist es noch eine Einnahmequelle.

DOMRADIO.DE: Und ein gutes Bier ist natürlich auch sehr lecker...

Schwester Doris: Hoffen wir es doch! Und gesund, wenn man es nicht sinnlos in sich hineinschüttet.

DOMRADIO.DE: Bier ist gesund?

Schwester Doris: Das darf man ja so nicht mehr sagen. Langsam hat man das Gefühl, dass alles, was gesund ist, auch tödlich ist. Sich gar nicht zu ernähren, scheint das Beste zu sein, was man machen kann. Ich denke, es ist das reinste Getränk unter den Getränken, es ist das kalorienärmste Getränk unter den alkoholischen Getränken. Anscheinend macht alles, was nicht mit Hirn und Verstand gegessen oder getrunken wird, süchtig oder krank. Ich denke, unsere gesunden Nahrungsmittel müssen wir uns selber auch wieder gönnen dürfen.

DOMRADIO.DE: Wird in ihrem Kloster denn auch das eigene Bier getrunken?

Schwester Doris: Ja. Wir produzieren 3.000 Hektoliter Bier in unserer kleinen Klosterbrauerei. Wir sind um die 500 Schwestern und es gibt Bier zu jeder Mahlzeit – außer zum Frühstück.

Das Interview führte Carsten Döpp.

(DR)

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