Der Sarg von Evelyn Weigert für die Autorin Ronja von Rönne
Der Sarg von Evelyn Weigert für die Autorin Ronja von Rönne
Musiker Henning Wehland auf einem Sarg, gestaltet von Eike König
Musiker Henning Wehland auf einem Sarg, gestaltet von Eike König
Ein Sarg gestaltet von der Berliner Künstlerin Ju Schnee
Ein Sarg gestaltet von der Berliner Künstlerin Ju Schnee
Musiker Mc Fitti auf seinem Sarg
Musiker Mc Fitti auf seinem Sarg

15.04.2019

Künstler und Prominente gestalten individuelle Särge "Beim Thema Tod sind wir sprachlos"

Für eine Kampagne des Bundesverbandes Deutscher Bestatter haben Künstler Särge gestaltet. Das Ergebnis ist schrill und bunt und für manche Menschen eine Provokation. Ist mit der Aktion ein offenerer Umgang mit dem Thema Tod möglich?

DOMRADIO.DE: Särge und Urnen kennt man meistens aus Holz, in schwarz oder weiß. Doch jetzt gibt es die Kampagne "Mypersonalcoffin" – "mein persönlicher Sarg". Dort sind die Särge auffällig bunt verziert und gemustert. Wie sind Sie darauf gekommen?

Stephan Neuser (Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e. V.): Wir möchten grundsätzlich einen offeneren Umgang mit dem Thema Tod und Sterben anregen und deswegen haben wir uns dazu entschieden, diese Kampagne zu starten. Uns war wichtig, dass die Prominenten, die sich die Särge haben gestalten lassen, selber entscheiden, wie die Särge aussehen, und deren Vorliebe ist offenkundig bunt. Bei Ronja von Rönne beispielsweise sind ganz viele Farben vorhanden und auch sehr persönliche Motive auf dem Sarg. Und das ist auch gut so.

DOMRADIO.DE: Vier Künstlerinnen und Künstler haben für vier Prominente einen ganz persönlichen Sarg gestaltet. Zu sehen ist das auch auf dem Instagram-Account "mypersonalcoffin". Aber es gibt ja auch bestimmt Menschen, die Ihnen sagen, das wäre irgendwie unangebracht.

Neuser: Natürlich sind wir uns darüber bewusst, dass dieses Thema polarisieren kann. Eine Provokation ist es, denke ich, nicht. Es zeigt sich auch bei Trauerfeiern, dass sich Menschen einen individuellen Abschied wünschen. Deswegen haben wir uns dazu entschieden, zu sagen: "Okay, wir gehen dieses Risiko ein – auch wenn es polarisiert – und machen mit Hilfe der Prominenten auf dieses Thema aufmerksam." Und das gelingt auch und ist auch wichtig, weil die Menschen eben sehr, sehr unterschiedlich mit Trauer umgehen.

DOMRADIO.DE: Sind wir da in Deutschland besonders, sagen wir mal, vorsichtig oder vielleicht auch verkrampft? Ist das ein Tabu?

Neuser: Wenn man nach Südamerika oder auch sogar in europäische Nachbarländer schaut, ist der Umgang ein ganz anderer. Die Menschen begehen eine Trauerfeier – die Betonung liegt da auf Feier, wo der Verstorbene und sein Leben gefeiert werden. Das ist jetzt vielleicht eine Sache, die uns Deutschen nicht so innewohnt.

Wir wissen, dass man statistisch gesehen nur alle 17 Jahre mit dem Thema Tod in Berührung kommt und dass es sonst in unserer Gesellschaft verdrängt wird. Wir sind sprachlos, das muss man tatsächlich so sagen. Die Menschen sind, wenn der Tod im näheren familiären Umfeld eintritt, einfach überfordert und wissen teilweise nicht, was sie tun können und was sie tun müssen.

Wir wollen keine Werbeaktion starten, sondern das Thema einfach insgesamt wieder in den Fokus der Gesellschaft rücken, sodass man auch zu Lebzeiten in der Familie, mit Freunden und Nachbarn über das Thema mal spricht und sich auch überlegt: "Wie möchte ich denn eigentlich später mal individuell bestattet werden?"

Die Bestatter merken sehr deutlich, die Menschen wollen individuell Abschied nehmen, sie wollen bunte Dekorationen, wollen bestimmte Musik, die gespielt wird, und vielleicht auch ein spezielles Catering hinterher. Und insofern ist das ein Spiegelbild unserer Gesellschaft: Wir sind individuell und das soll sich in dieser Kampagne mit ausdrücken.

DOMRADIO.DE: Bei der Kampagne gibt es die Särge für die Prominenten. Man kann sich aber auch bei Ihnen melden und so einen knallbunten Sarg bestellen, oder?

Neuser: Ja, es läuft gerade eine Auktion auf ebay. Da kann man diese Särge ersteigern. Die Särge versteigern wir für einen guten Zweck. Der Erlös kommt zu 100 Prozent dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes zugute.

Das ist eine wunderbare Einrichtung, wo Menschen, die krank sind, noch ein letzter großer Wunsch vom Arbeiter-Samariter-Bund erfüllt wird. Mit denen fahren sie beispielsweise ans Meer oder noch einmal irgendwohin, wo sie gerne hinmöchten.

Das Interview führte Katharina Geiger.

(DR)

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