Kölns Oberbürgermeisterin Reker und NRW-Ministerpräsident Laschet (m.) bei Grundsteinlegung
Kölns Oberbürgermeisterin Reker und NRW-Ministerpräsident Laschet (m.) bei Grundsteinlegung
Grundstein für MiQua-Museum
Steinmetzmeister Markus Heindl mit dem Grundstein
Peter Füssenich, Kölner Dombaumeister
Peter Füssenich, Kölner Dombaumeister

28.06.2018

Ein Stückchen Kölner Dom für neues Jüdisches Museum Gute alte Tradition

Die Bauarbeiten für das Kölner Jüdische Museum MiQua haben begonnen. Im Archäologischen Quartier Köln wurde an diesem Donnerstag der Grundstein für das Museum gelegt. Ein besonderer Grundstein – ein Geschenk der Dombauhütte.

Der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich leistete mit seiner Dombauhütte einen besonderen Beitrag zur Ausarbeitung des MiQua-Grundsteins. Steinmetzmeister Markus Heindl gestaltete den Grudnsetin aus einem Kalkstein, einem Material, das seit dem 19. Jahrhundert für Reparaturen am Kölner Dom verwendet wird. Damit erneuerte er die Beziehungen der Dombauhütte zum jüdischen Viertel.

Dombaumeister betont Tradition

"Es ist eine sehr schöne Tradition, die bereits im Mittelalter begonnen hat, als die Dombauhütte bereits beim Bau der Synagoge hilfreich war", betonte Dombaumeister Füssenich gegenüber DOMRADIO.DE.

Auch der Standort des künftigen Museums sei gut gewählt: "An dieser Stelle war ja traditionell das jüdische Viertel und insofern ist das MiQua Museum, das ja nicht nur die jüdische Geschichte hier am Ort zeigt, sondern auch die römische Stadtgeschichte miteinander verbindet und ins Heute bringt, ein ganz wunderbares Ereignis für den heutigen Tag.

Anlässlich der Grundsteinlegung erklärte Nordrhein-Westfälens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU): "Das Judentum ist Teil der deutschen Geschichte." Das MiQua erinnere an das jüdische Leben in Köln. Zugleich sei das Museum ein "Mahnmal gegen Antisemitismus" und gegen antisemitische und rassistische Strömungen in der Gesellschaft.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) würdigte das Museum als "herausragenden Kulturbaustein". Das MiQua wolle 2.000 Jahre Geschichte am Originalort erlebbar machen. Es zeige "das friedfertige Miteinander von Christen und Juden, aber leider auch die schrecklichen Verbrechen an der jüdischen Gemeinde". Zugleich sei es ein Statement für eine weltoffene Stadt, die Brücken zwischen allen Kulturen und Religionen baue.

Der stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Jürgen Wilhelm, verwies auf den Stellenwert des Museums in der internationalen Museumslandschaft. In Köln sei das jüdische Kulturerbe mit dem Ritualbad Mikwe und der Synagoge in einzigartiger Weise in den mittelalterlichen Strukturen erhalten.

Das Museum soll auf und unter dem Kölner Rathausplatz entstehen. Für den Bau des bundesweit einmaligen Projekts sind rund 80 Millionen Euro eingeplant. Es soll 2021 eröffnet werden. Dann wird auch 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert. Köln beherbergt nach heutigen Erkenntnissen die älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen. Sie wurde erstmals im Jahr 321 in einer Kaiserurkunde erwähnt.

Das neue Museum soll Zeugnisse der rund 2.000-jährigen Geschichte Kölns zugänglich machen. Schwerpunkt ist die jüdische Geschichte und Kultur der Neuzeit. Träger des Museums ist der Landschaftsverband Rheinland (LVR). Die Stadt Köln baut das Haus und übernimmt die Unterhaltung von Gebäude und Bodendenkmal.

Archäologischer Rundgang als Dauerausstellung

Im heutigen Rathausbereich liegen Überreste des mittelalterlichen jüdischen Viertels, darunter archäologische Denkmäler von europäischer Bedeutung: das aus dem vierten Jahrhundert stammende und fast 100 Meter lange Praetorium, der Palast der kaiserlichen Statthalter Roms, das mittelalterliche jüdische Viertel und das christliche Goldschmiedeviertel.

In der rund 6.000 Quadratmeter großen unterirdischen Ebene wird nach den Angaben ein archäologischer Rundgang als Dauerausstellung eingerichtet. Sie wird im Neubau auf dem Rathausplatz mit Darstellungen und Objekten zur Jüdischen Geschichte und Kultur Kölns fortgesetzt - von 1424, dem Jahr der Vertreibung der Juden aus der Stadt, bis in die Gegenwart.

(KNA, DR)

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