Talken miteinander: Harald Schmidt...
Talken miteinander: Harald Schmidt...
...und Domorganist Winfried Bönig
...und Domorganist Winfried Bönig

21.06.2018

Harald Schmidt und Organist Winfried Bönig talken am Dom Über die "Königin der Instrumente"

Er ist Katholik, Kirchenmusikfan und war vor seiner TV-Karriere sogar zehn Jahre Organist: Der Entertainer Harald Schmidt hat viele Facetten. An diesem Donnerstag talkt "Dirty Harry" mit Domorganist Wilfried Bönig am Dom über Kirchenmusik. DOMRADIO.DE überträgt live.

Die Veranstaltung im Kölner Domforum in der Reihe "Talk am Dom" beginnt um 17.00 Uhr und wird von der WDR-Journalistin Anke Bruns moderiert. Die Veranstaltung ist Teil von "Einfach himmlisch", der "KirchenMusikWoche 2018" im Erzbistum Köln.

Themen sollen die musikalischen Vorlieben der beiden, kuriose Momente als Kirchenmusiker und ihre ganz persönliche Beziehung zur "Königin der Instrumente", der Orgel, sein.

Harald Schmidt: Zehn Jahre Organist in Nürtingen

Schmidt, 1957 in Neu-Ulm geboren, wuchs in einem katholischen Elternhaus auf. "Da ging man sonntags einfach in die Kirche, weil man sonntags in die Kirche ging. Da wurde getauft, da wurde erstkommuniziert, da wurde gefirmt, da sprach der Pfarrer bei der Beerdigung und nicht der Laienprediger, der sich noch eine halbe Stunde im Architekturbüro nachmittags freinehmen muss", betont Schmidt gegenüber DOMRADIO.DE.

Damals begannen auch seine ersten musikalischen Schritte im Kirchenchor. Daran schloss sich ein Studium an der Kirchenmusikschule in Rottenburg am Neckar mit C-Abschluss an. Schmidt vergleicht die Ambitionen rückblickend mit der Fernsehserie "Desperate Housewives": "Es sind hauptsächlich überehrgeizige Menschen, die sich unglaublich mit dem überfordern, was sie da auf der Orgel spielen wollen."

Aber sein Studium trug Früchte, wirkte er doch vor seiner TV-Karriere zehn Jahre als Organist in Nürtingen.

Gläubiger Mensch mit Lieblingschorälen

Harald Schmidt ist ein gläubiger Mensch, auch wenn er noch auf der Suche nach Gott ist: "Ich glaube daran, dass es etwas gibt, was größer ist als wir, und das gibt mir eine große Gelassenheit und Beruhigung. Ich glaube an das ewige Leben, womit man natürlich für Irritationen sorgt, wenn man das außerhalb einer blutleeren Kutte verkündet", fasst der Entertainer zusammen.

Wenn sich Schmidt und Bönig am Donnerstagnachmitag im Domforum über Kirchenmusik unterhalten, könnten auch Choräle zum Thema werden. Zumal es dem Entertainer einige richtig angetan haben. "Der Choral 'Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh, mit mancherlei Beschwerden, der ewigen Heimat zu', der war immer einer meiner Lieblingschoräle. Ist auch eine sehr, sehr, sehr schöne Musik."

Den Text nehme er auch ernst, betont Schmidt, denn die Zeitspanne auf Erden sei ja nur recht kurz. "Ob Sie jetzt 40 werden, 50 werden, 60 werden, 80 werden: Wir sind ja gerade in der katholischen Kirche gewohnt, von Ewigkeit zu Ewigkeit zu denken. Da sollte man sich nicht mit allzu viel belasten, für die Jährchen, die wir hier auf Erden wandeln. Sondern wir sollten sagen: "Rechtes Bein geht, linkes Bein geht. Rechtes Auge sieht, linkes Auge sieht. Wird ein guter Tag", rät Schmidt.

Fasziniert hat Schmidt stets, wie meisterhaft manche Organisten Choräle intonierten: "Zwei weitere Lieblingschoräle von mir sind 'Ein Schiff, dass sich Gemeinde nennt' und 'Ein Haus voll Glorie schauet'. Letzteres wird ja von vielen Kirchenmenschen kritisch gesehen, weil es so selbstreferenziell und bombastisch ist. Ich fand den Choral immer toll. Wenn man da so in die Vollen geht, und wenn da ein Spitzenorganist rangeht, der das auch für jede Strophe neu harmonisiert, was ich nicht konnte, dann ist das schon eine feine Sache, fernab jeden Zweifels. Also da würde ich direkt, wenn das gut gespielt ist, die Wiedereintrittsformulare für die evangelischen Brüder und Schwestern auslegen."

Auch Fronleichnam ist Harald Schmidt regelmäßig dabei, wenn die Prozession durch die Kölner Altstadt zieht. Er läuft dann mit der Gemeinde St. Peter mit, in Kutte und mit Fahne. 

Bewunderer von Domorganist Bönig

Wenn sich Schmidt und Bönig zum Talk am Dom treffen, dann ist das nicht die erste Begegnung der beiden. Seit 10 Jahren stehen sie im regelmäßigen Kontakt. Schmidt darf sogar auf der Domorgel üben, nächtens, wenn Bönig im leeren Dom probt. Für Bönig hat Schmidt große Bewunderung übrig, er nennt ihn einen "großartigen Künstler".

Bönig, geboren 1959 in Bamberg, studierte an der Musikhochschule München Orgel, Dirigieren und Kirchenmusik und legte seine Examina mit Auszeichnung ab. 1984 wurde ihm das Meisterklassediplom verliehen. Nach einem Engagement in Memmingen kam er 1998 als Professor an die Hochschule für Musik in Köln und wurde 2001 Domorganist am Kölner Dom.

(DR, KNA)

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