Kurfilm "Watu Wote" für Oscar nominiert
Kurfilm "Watu Wote" für Oscar nominiert
Regisseurin Katja Benrath
Regisseurin Katja Benrath

19.02.2018

Film über Christenverfolgung für Oscar nominiert "Für ein friedliches Miteinander"

Der oscarnominierte deutsch-kenianische Kurzfilm "Watu Wote/All of Us" hebt das Thema Christenverfolgung auf die große Leinwand. Eine authentische und starke Botschaft, betont das Hilfswerk "Kirche in Not", das den Film gefördert hat.

DOMRADIO.DE: Der Film von Regisseurin Katja Benrath und Produzent Tobias Rosen wurde in der Sparte Kurzfilm für einen Oscar nominiert. Produzent Rosen sagt, "Kirche in Not" habe diesen Traum möglich gemacht. Warum haben Sie ihn bei der Produktion unterstützt? 

Tobias Lehner (Referent für Öffentlichkeitsarbeit im deutschen Büro von "Kirche in Not"): Wir haben ihn unterstützt, weil das Thema, das er in seinem Film anspricht, natürlich das Leib- und Magenthema von "Kirche in Not" ist. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit. Es geht darum, dass ein Bus in der Grenzregion zu Somalia im Nordosten von Kenia überfallen wird. Das Attentat wird verübt von Terroristen der Al Shabaab Miliz. Diese fordern die Reisenden auf, mitreisende Christen zu identifizieren, sodass diese dann abgesondert und getötet werden können. Muslime verweigern sich dem und so werden die Christen gerettet. Diese Geschichte - zum einen von bedrängten Christen, zum anderen von einer großen Zusammenarbeit mit den Muslimen - ist es natürlich wert, dass wir von "Kirche in Not" diesen Film unterstützen. 

DOMRADIO.DE: Der Produzent hat gesagt, er wolle einen besonders authentischen Film machen. Was macht ihn aus ihrer Sicht so authentisch?

Lehner: Der Titel des Films - Watu Wote - ist suaheli, also eine Sprache, die auch in Kenia gesprochen wird und bedeutet: Jeder von uns. Das heißt zum einen: Jeden von uns kann es treffen, dass er Opfer von extremistischer Gewalt wird und: Jeder von uns ist aufgefordert, sich für Menschlichkeit und gegen Extremismus einzusetzen.

Authentisch ist natürlich zum einen der Ort, wo der Film gedreht wurde, nämlich die Wüste von Kenia. Authentisch sind aber auch die Darsteller, die allesamt aus Somalia und Kenia stammen. Unter ihnen sind Muslime wie Christen.

Und was ihnen auch gemeinsam ist und den Film natürlich sehr anrührend macht: Alle Darsteller haben selber Erfahrungen mit extremistischer Gewalt gemacht. Eine der Hauptdarstellerinnen zum Beispiel hat ihren Mann und ein Kind bei einem extremistischen Anschlag verloren. Andere wiederum haben Angehörige verloren, die in die Fänge von Extremisten geraten sind. Dass dieses Team gemeinsam am Filmset gestanden hat, ist schon eine starke Botschaft, nämlich die für den Zusammenhalt der Religionen auch in dieser Region.

DOMRADIO.DE: Was bedeutet die Oscar-Nominierung eines Films mit diesem Thema auch für ihre Arbeit? 

Lehner: Zunächst freut es uns natürlich für den Produzenten und die Regisseurin, dass ihre Arbeit ausgezeichnet werden könnte. Zum anderen wären dadurch alle verfolgten und bedrängten Christen weltweit auch Oscar-Gewinner. Der Film schafft es, das Thema Christenverfolgung für einen möglichst breiten Kreis zugänglich zu machen. Deshalb wäre ein Oscar auch eine Auszeichnung für alle Menschen, die sich für ein friedliches Miteinander einsetzen, für alle Menschen, die unter religiöser Gewalt leiden und für alle, die diese Arbeit auch unterstützen.

Das Interview führte Martin Mölder.

(DR)

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