Klanginstallation "Fünf Schiffe" in der Kunststation St. Peter
Klanginstallation "Fünf Schiffe" in der Kunststation St. Peter

25.04.2017

Klanginstallation "Fünf Schiffe" in Kunststation St. Peter Unendlich und vielfältig wie Meeresrauschen

In der Kölner Kunststation St. Peter verwandelt die österliche Klanginstallation "Fünf Schiffe" in einen mystischen Erlebnissraum. Die Ausstellung ist noch bis zum kommenden Sonntag zu erleben.

Es ist gute Tradition in der Kölner Kunststation St. Peter, dass außerhalb der Gottesdienste der romanische Kirchenraum leer ist und den Besuchern Raum für ungewöhnliche Erfahrungen bietet. Zurzeit schweben fünf raffiniert konstruierte Klangkörper an verschiedenen Orten verteilt von der Decke und hüllen ihn in sphärische Klänge. "Fünf Schiffe" heißt die Klanginstallation des Komponisten Simon Rummel und der Medienkünstlerin Tina Tonagel. "Gib deinen Liedern neuen Klang", das ist das Motto der Kölner Kirche und Kunststation St. Peter für die Osterzeit. Die Klanginstallation in der Kirche soll helfen "dem Klang der Welt lauschen zu lernen".

Ein flirrender Klangraum

Man könnte sie auch "Luftschiffe" nennen, sagt Tina Tonagel: "Der Begriff Schiff eröffnet eine Verbindung zu dem Klang, der an Unendlichkeit und Kontinuität wie das Rauschen des Meeres erinnert, das immer zu hören ist, aber sich auch immer leicht verändert". Die fünf Klangkörper haben jede für sich eine eigene Klangfolge. Ihre Töne können sich ergänzen, aber sich auch reiben. Für Simon Rummel eine spannende Interaktion: "Töne können für sich alleine stehen, aber auch sich begegnen. Wir haben Instrumente gebaut, die unendlich viele Töne produzieren können, und damit auch unendlich viele Beziehungen." Diese Töne verschwimmen, lassen sich nicht mehr von ihrer Quelle her identifizieren und bilden gemeinsam einen Klangraum, der sich immer wieder verändert.

Raffinierte Mechanik

Die "Fünf Schiffe" sind raffiniert konstruierte Drehleiern aus Holz, in denen sich ein Rädchen nach geheimnisvollen Gesetzen dreht und Töne produziert. Simon Rummel erklärt die Mechanik: "Da ist ein Reibrad, das den Geigenbogen ersetzt und fortwährend und in schnellen Intervallen die Saiten reibt, die darüber laufen.“ Gleichzeitig werden diese Saiten durch Kolben hin und wieder verkürzt, so dass die Tonhöhe verändert wird. Ein kaum sichtbarer Prozess, obwohl er bei intensivem Blick auf die Instrumente jederzeit nachvollziehbar ist. Den Künstlern ist wichtig, dass die Mechanik offensichtlich ist und arbeiten ohne digitale Mittel.

Eröffnung in der Osternacht

Eröffnet wurde die Klanginstallation in der Osternacht. Für die beiden Künstler war es das erste Mal, das ihre Arbeiten im Rahmen einer feierlichen Messe vorgestellt wurde. Anfangs hatten sie ein wenig Angst um ihre Kunstwerke, als die Gottesdienstbesucher und Taufgäste zum Osternachtsgottesdienst hereinströmten. Doch sie waren von dem ehrlichen Interesse für ihre Kunst tief beeindruckt, den sie an diesem Abend erfahren haben. "Ich habe noch nie so lange Gespräche geführt im Rahmen einer Ausstellungseröffnung", erinnert sich Tina Tonagel.

Respekt vor Kirchenräumen

Beide Künstler haben großen Respekt vor Kirchenräumen wie in Sankt Peter. Sie haben erfahren, dass Menschen viel konzentrierter und offener in eine Kirche treten, als in Museen oder anderen Orten der Kunst. "Es tritt sofort der spirituelle Aspekt einer Arbeit in den Vordergrund", sagt Simon Rummel, das mache auch die Arbeit anspruchsvoller. Deshalb würde er nicht jede Arbeit in einem Kirchenraum ausstellen aus Sorge, sie könnte die Atmosphäre in der Kirche stören. "Doch hier in St. Peter darf die Kunst auspacken“, ergänzt er lächelnd.

Großes Interesse erfahren die beiden Künstler jetzt auch nach der Eröffnung tagtäglich von den Besuchern der Ausstellung in Sankt Peter. Sie wirkt auf manche Besucher regelrecht inspirierend. Eine Besucherin hat eineinhalb Stunden vor einem der Drehleiern gestanden. Es kam sogar ein Chor vorbei, der spontan anfing, mit ihren Stimmen die Klanginstallation zu interpretieren.

Die Klanginstallation in der Kunststation ist noch bis zum 30. April zu erleben. Die Künstler sind fast immer da und bereit für Gespräche. Die Öffnungszeiten finden Sie unter www.sankt-peter-koeln.de.

Birgitt Schippers
(dr)

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